Was tun wenn Viagra nicht wirkt?

Was tun wenn Viagra nicht wirkt?

Wenn Viagra nicht wirkt, ist das häufig durch falsche Anwendung (zu früh/zu fettig gegessen/zu wenig sexuelle Stimulation), zu niedrige Dosis oder eine zugrunde liegende organische Ursache wie Gefäßprobleme (Endothelfunktion/Stickstoffmonoxid) bedingt. Gelegentlich sind Stress/Angst oder Medikamente beteiligt. Einzelne „Fehlversuche“ sind oft normal; anhaltendes Versagen oder Brustschmerz/Belastungsdyspnoe ist abklärungsbedürftig.

  • Etwa 30–40 % der Männer mit erektiler Dysfunktion sprechen nicht ausreichend auf einen PDE-5-Hemmer an (häufiger bei Diabetes, nach Prostata-OP, bei Gefäßerkrankungen).
  • Ohne sexuelle Erregung wirkt Sildenafil nicht zuverlässig: Es verstärkt den NO/cGMP-Signalweg, ersetzt aber nicht die Stimulation.
  • Fettreiche Mahlzeiten und zu kurzer Abstand zur Einnahme können Wirkungseintritt und Wirksamkeit deutlich vermindern.
  • Häufigste organische Gründe: Endothel-/Gefäßstörung, metabolisches Syndrom, Rauchen, Hypertonie, Diabetes (HbA1c), Dyslipidämie.
  • Häufige psychische Gründe: Leistungsdruck, Angst, depressive Symptome, Partnerschaftskonflikte; der Sympathikus hemmt die Erektion.
  • Warnzeichen: neue Belastungsangina, ungeklärte Luftnot, stark eingeschränkte Belastbarkeit oder Einnahme von Nitraten → sofort ärztlich klären.

Gefäßfaktoren (häufigste organische Ursache)

Viagra (Sildenafil) gehört zu den PDE-5-Hemmern. Diese Medikamente verstärken die Wirkung von Stickstoffmonoxid (NO) in den Schwellkörpern, indem sie den Abbau von cGMP hemmen. Eine Erektion bleibt dadurch leichter stabil, wenn ausreichend NO freigesetzt wird und die Gefäße reagieren können. Genau hier liegt bei vielen Nicht-Respondern das Problem: Wenn die Endothelfunktion gestört ist oder die Durchblutung der Penisarterien eingeschränkt ist, kommt zu wenig NO-Signal oder zu wenig Blutfluss zustande, sodass die Verstärkung durch Sildenafil nicht ausreicht.

Typische Hintergründe sind Atherosklerose und Gefäßsteifigkeit im Rahmen von Hypertonie, Dyslipidämie, Rauchen und zunehmendem Alter. Das ist nicht nur ein „Penis-Problem“, sondern oft ein Marker für kardiovaskuläres Risiko. EAU-Leitlinien zur erektilen Dysfunktion betonen deshalb die kardiometabolische Mitbeurteilung; bei entsprechendem Risikoprofil sind auch ESC-Empfehlungen zur kardiovaskulären Risikoabschätzung relevant. Praktisch bedeutet das: Wenn Viagra trotz korrekter Anwendung wiederholt nicht hilft, lohnt es sich, Blutdruck, Lipide, Blutzucker (inkl. HbA1c) und allgemeine Belastbarkeit systematisch abklären zu lassen.

Ein weiterer gefäßnaher Mechanismus ist die sogenannte venookklusive Dysfunktion („venöses Leck“): Blut kann zwar einströmen, wird aber nicht ausreichend im Schwellkörper „gehalten“. Auch hier können PDE-5-Hemmer begrenzt wirken. Hinweise sind kurze, instabile Erektionen trotz Erregung.

Wichtig: „Nicht wirken“ kann auch bedeuten, dass der Wirkungseintritt falsch eingeschätzt wird. Sildenafil wirkt typischerweise nach etwa 30–60 Minuten; eine fettreiche Mahlzeit kann den Eintritt verzögern und die maximale Wirkung vermindern. Alkohol in größeren Mengen kann zusätzlich Erektion und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Psychische Faktoren

Psychische Faktoren sind häufige Mitverursacher – auch dann, wenn zusätzlich organische Komponenten vorliegen. Entscheidend ist die Steuerung über autonomes Nervensystem: Für die Erektion dominiert der Parasympathikus (Entspannung, sexuelle Erregung), während ein aktivierter Sympathikus (Stress, Alarm, Leistungsdruck) die Erektion hemmen kann. Das erklärt, warum „es alleine besser klappt“ oder warum die Erektion zu Beginn vorhanden ist und beim Gedanken an „funktionieren müssen“ nachlässt.

Leistungsangst, negative Vorerfahrungen („Versagenslernen“), depressive Symptome, chronischer Stress, Schlafmangel und Konflikte in der Partnerschaft können die Erregbarkeit und die Stabilität der Erektion stark beeinflussen. In solchen Situationen kann Sildenafil zwar unterstützen, aber es ist kein Gegenmittel gegen Angstspiralen oder anhaltende Anspannung. Auch Konditionierung spielt eine Rolle: Wenn sexuelle Situationen wiederholt mit Stress statt mit Lust verknüpft sind, schaltet der Körper eher in einen sympathikotonen Zustand.

Zum Thema „pornobedingte ED“: Dafür gibt es keine offizielle ICD-Diagnose; Studien zeigen teils Zusammenhänge zwischen problematischem Pornokonsum, Erwartungen und sexueller Zufriedenheit, aber Korrelation ist nicht automatisch Kausalität. Wenn jedoch sehr hohe Reizschwellen, schnelle Stimuluswechsel oder Gewöhnung eine Rolle spielen, kann eine zeitweise Änderung der Gewohnheiten in Kombination mit psychosexueller Beratung sinnvoll sein.

Medikamente

Mehrere Medikamente können Erektionen beeinträchtigen oder die Sildenafil-Wirkung indirekt schwächen. Häufig genannt werden bestimmte Antidepressiva (v. a. SSRI/SNRI), Antipsychotika, Opioide, einige Blutdruckmedikamente (insbesondere ältere Betablocker oder Thiazide bei manchen Betroffenen) sowie Medikamente, die den Testosteronhaushalt beeinflussen. Auch Finasterid/Dutasterid können bei einem Teil der Männer sexuelle Nebenwirkungen verursachen. Gleichzeitig ist wichtig: Viele dieser Medikamente sind medizinisch notwendig; ein eigenmächtiges Absetzen kann gefährlich sein.

Zusätzlich relevant sind Wechselwirkungen und Kontraindikationen. Nitrate (z. B. Nitroglycerin) dürfen nicht mit PDE-5-Hemmern kombiniert werden, weil der Blutdruck gefährlich abfallen kann. Auch bei bestimmten Alpha-Blockern ist Vorsicht geboten (ärztlich abgestimmte Einnahmezeiten/Dosierungen). Wer nach Einnahme von Sildenafil Schwindel, Synkopenneigung oder starke Blutdruckabfälle bemerkt, sollte das zeitnah ärztlich besprechen.

Praktisch kann „Viagra wirkt nicht“ auch bedeuten, dass die Einnahme nicht leitliniengerecht erfolgt: zu niedrige Dosis, zu seltene Versuche, falsches Timing oder fehlende sexuelle Stimulation. EAU-Leitlinien und klinische Studien zur Wirksamkeit von PDE-5-Hemmern weisen darauf hin, dass mehrere Versuche unter optimalen Bedingungen nötig sein können, bevor man ein Medikament als „nicht wirksam“ einstuft.

Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselerkrankungen zählen zu den häufigsten „Wirkungsbremsen“. Beim metabolischen Syndrom, bei Insulinresistenz und Diabetes mellitus sind Endothelfunktion und NO-Bioverfügbarkeit oft vermindert; zusätzlich können diabetische Neuropathien die nervale Signalübertragung stören. Ein erhöhter HbA1c korreliert in vielen Untersuchungen mit stärkerer ED und schlechterem Ansprechen auf PDE-5-Hemmer.

Auch Adipositas, Fettleber (NAFLD) und Schlafapnoe sind relevant: Schlafapnoe verschlechtert Sauerstoffversorgung, Entzündungsstatus und Hormonregulation; außerdem erhöht sie das kardiovaskuläre Risiko. Lebensstilfaktoren wirken hier nicht „als Moralthema“, sondern physiologisch: regelmäßige Bewegung verbessert Endothelfunktion, Blutdruck, Insulinsensitivität und kann die ED-Symptomatik reduzieren. Leitlinien empfehlen bei ED daher regelmäßig auch Risikofaktormanagement und Behandlung kardiometabolischer Erkrankungen als Teil der Gesamtstrategie.

Wenn Viagra nicht wirkt und gleichzeitig Risikofaktoren wie Rauchen, Hypertonie, Diabetes, erhöhte Blutfette oder geringe körperliche Belastbarkeit bestehen, sollte die Abklärung nicht nur auf die Sexualfunktion zielen, sondern auch auf Herz-Kreislauf-Gesundheit. Erektionsprobleme können Jahre vor kardiovaskulären Ereignissen auftreten; das macht sie zu einem klinisch wichtigen Warnsignal.

Hormonelle Ursachen

Hormonelle Faktoren sind seltener die alleinige Ursache, können aber das Ansprechen auf PDE-5-Hemmer beeinflussen. Ein Testosteronmangel (Hypogonadismus) kann Libido, sexuelle Motivation und nächtliche/morgendliche Erektionen reduzieren. Weil Sildenafil sexuelle Erregung nicht „erzeugt“, kann eine deutlich verminderte Libido als „nicht wirken“ erlebt werden, obwohl der Gefäßmechanismus grundsätzlich ansprechbar wäre.

Bei Verdacht ist eine strukturierte Diagnostik sinnvoll, typischerweise mit morgendlichem Gesamttestosteron (und je nach Situation freiem Testosteron/SHBG), ggf. LH/FSH und Prolaktin. Auch Schilddrüsenstörungen können Sexualfunktion und Stimmung beeinflussen. Hormonwerte sollten nicht „ins Blaue hinein“ interpretiert werden, sondern im klinischen Kontext (Symptome, Uhrzeit der Abnahme, Wiederholung bei grenzwertigen Befunden). Eine Testosterontherapie ist nicht automatisch die Lösung und hat klare Indikationen sowie Kontraindikationen; sie gehört in ärztliche Hand.

Erektile Dysfunktion ist das anhaltende Unvermögen, eine für befriedigende sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Psychisch oder organisch – typische Muster im Vergleich

Psychisch typisch:

  • situativ wechselnd (z. B. mit Partner schwieriger, allein besser)
  • plötzliches Auftreten, oft nach Stress/Erlebnis, mit ausgeprägtem Leistungsdruck
  • morgendliche oder nächtliche Erektionen häufig erhalten

Organisch typisch:

  • schleichender Beginn, über Monate/Jahre zunehmend
  • in allen Situationen ähnlich, auch bei Masturbation eingeschränkt
  • weniger/keine morgendlichen Erektionen, zusätzlich Risikofaktoren (Diabetes, Hypertonie, Rauchen)

Wie wende ich Viagra richtig an, damit es überhaupt wirken kann?

Ja: Korrekte Anwendung erhöht die Chance deutlich. Sildenafil wird meist 30–60 Minuten vor Sex eingenommen; eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt verzögern und die Wirkung mindern. Sexuelle Stimulation ist nötig, sonst bleibt der Effekt aus. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, sind mehrere Versuche unter passenden Bedingungen sinnvoll.

Wann sollte ich ärztlich abklären lassen, warum es nicht wirkt?

Abklären ist sinnvoll, wenn es wiederholt trotz korrekter Anwendung nicht hilft, wenn die Erektion insgesamt deutlich nachlässt oder wenn Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen oder geringe Belastbarkeit vorliegen. Dringend ist es bei Brustschmerz, Luftnot, Ohnmachtneigung oder wenn Nitrate eingenommen werden. Häufig werden Blutdruck, Lipide und HbA1c mitgeprüft.

Woran erkenne ich, ob die Ursache eher psychisch oder organisch ist?

Eher psychisch ist es, wenn die Probleme situativ sind, die morgendlichen Erektionen meist vorhanden bleiben und Stress/Angst im Vordergrund steht. Eher organisch ist es bei langsamem, konstantem Verlauf in allen Situationen und bei kardiometabolischen Risikofaktoren. Ärztlich helfen Anamnese, ggf. IIEF-5 sowie körperliche und Labor-Diagnostik bei der Einordnung.

Welche Alternativen gibt es, wenn Sildenafil wirklich nicht ausreichend hilft?

Ja: Es gibt Alternativen, die oft wirksam sind. Innerhalb der PDE-5-Hemmer kann ein Wechsel oder anderes Einnahmeschema (z. B. Tadalafil) sinnvoll sein. Weitere Optionen sind Vakuumpumpe, intraurethrale oder intrakavernöse Prostaglandin-Therapie sowie in ausgewählten Fällen Implantate. Parallel sollten Risikofaktoren (Rauchen, Blutdruck, HbA1c) und psychosexuelle Faktoren behandelt werden.

Wie lange dauert es meist, bis sich die Situation verbessert, und wie ist die Prognose?

Oft verbessert es sich innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten, wenn Anwendung optimiert, Auslöser behandelt und Risikofaktoren reduziert werden. Bei rein situationsbedingten Belastungsfaktoren kann es schneller gehen; bei Diabetes oder Gefäßerkrankungen dauert es meist länger und erfordert konsequente Therapie. Insgesamt ist die Prognose häufig gut, weil mehrere wirksame Behandlungswege existieren.

Fazit

Wenn Viagra nicht wirkt, liegen häufig Anwendungsfaktoren, Gefäß-/Endothelstörungen oder psychische Hemmmechanismen zugrunde; oft ist es eine Kombination. Einzelne Fehlversuche sind nicht ungewöhnlich, wiederholtes Nicht-Ansprechen sollte strukturiert abgeklärt werden – auch wegen möglicher kardiovaskulärer Risiken. Der nächste sinnvolle Schritt ist eine ärztliche Einordnung mit Risikoprofil, ggf. Labor (inkl. HbA1c) und Therapieanpassung.

Fachliche Grundlage

Dieser Text bietet evidenznahe Gesundheitsinformation zu einem sensiblen YMYL-Thema und orientiert sich an etablierten medizinischen Leitlinien (u. a. EAU; bei kardiovaskulären Aspekten auch ESC-nahe Empfehlungen) sowie an Ergebnissen aus randomisierten Studien und Meta-Analysen zu PDE-5-Hemmern. Inhalte aus den Themenfeldern Hypnose, Verhalten, Psychologie und Gewichtsregulation fließen als Kontext ein. Ingo Simon, Diplom-Pädagoge (univ.) und Heilpraktiker für Psychotherapie, ist Entwickler der Hypnoseprogramme; einzelne Artikel werden redaktionell geprüft.

Transparenz

Der Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und manuell redaktionell geprüft. Er dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnostik, Beratung oder psychotherapeutische Behandlung.

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Ingo Simon

Ingo Simon

Autor unserer Hypnose-Programme | Diplom-Pädagoge univ. und Heilpraktiker für Psychotherapie

Diplom-Pädagoge univ. und Heilpraktiker für Psychotherapie mit Zusatzqualifikationen, ausgebildet im Studium bei der Bundeswehr Universität München im Fachbereich Pädagogik mit Spezialisierung auf psychologische und soziale Interaktionsprozesse und Bewusstseinsstrategien sowie Ausbildung von internationalen UN-Soldaten aus militärpädagogischer Sicht für die Bundesrepublik Deutschland.

Weiterhin ist Ingo Simon Autor von über 200 Büchern für strategische Hypnoseprozesse, wovon 80% Bestseller sind.

Die Leidenschaft Menschen mit Hypnose zu helfen und zu fördern liegt Herrn Ingo Simon im Blut, daher können Kunden sich sicher sein, dass hier höchste Kompetenz und Qualität geliefert wird.

Reden auf internationalen Kongressen für Gesundheit und Entwicklung runden das Leistungsspektrum auf seinem Fachgebiet ab.

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