Wie wirken PDE 5 Hemmer wie Sildenafil bei Erektionsstörungen?

Wie wirken PDE 5 Hemmer wie Sildenafil bei Erektionsstörungen?

PDE‑5‑Hemmer wie Sildenafil können Erektionen bei erektiler Dysfunktion häufig verbessern, wenn sexuelle Stimulation vorhanden ist: Sie verstärken den Stickstoffmonoxid‑cGMP‑Signalweg, entspannen glatte Gefäßmuskulatur und erhöhen den Bluteinstrom in die Schwellkörper. Gelegentliche Schwankungen sind normal; neu auftretende, anhaltende oder belastende Erektionsprobleme sowie Schmerzen, Brustbeschwerden oder fehlende Morgenerektionen sind abklärungsbedürftig.

  • Erektile Dysfunktion nimmt mit dem Alter zu; in bevölkerungsbasierten Erhebungen berichten je nach Altersgruppe grob 10–20% (und bei höheren Altersgruppen deutlich mehr) über relevante Beschwerden.
  • Sildenafil wirkt nicht „hormonell“ und löst keine Erektion ohne Erregung aus; es erleichtert die Erektion bei vorhandener sexueller Stimulation.
  • Häufigster organischer Hintergrund sind Gefäßfaktoren/Endothelfunktion; ED kann ein Marker für kardiovaskuläres Risiko sein (Leitlinienbezug EAU/ESC).
  • Psychische Faktoren (Stress, Leistungsdruck, Depression/Angst, Beziehungskonflikte) können ED auslösen oder verstärken und erklären oft schwankende Verläufe.
  • Medikamente (z. B. einige Antihypertensiva, Antidepressiva) sowie Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, metabolisches Syndrom) sind häufige, behandelbare Mitursachen.

Erektile Dysfunktion ist die über mindestens drei Monate anhaltende Unfähigkeit, eine für befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

1) Gefäßfaktoren (häufigste organische Ursache)

Eine Erektion ist vor allem ein Gefäßereignis: Arterielles Blut muss rasch in die Schwellkörper (Corpora cavernosa) einströmen, während der venöse Abfluss gleichzeitig gedrosselt wird. Zentral ist dabei die Endothelfunktion der Gefäße und der glatten Muskulatur in den Schwellkörpern.

Was läuft physiologisch ab? Sexuelle Stimulation (taktil und/oder psychisch) aktiviert parasympathische Nervenfasern. In Nervenendigungen und im Endothel wird Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt. NO aktiviert in den glatten Muskelzellen die Guanylatzyklase, wodurch cGMP entsteht. cGMP führt zu einer Relaxation der glatten Muskulatur: Arterien erweitern sich, der Bluteinstrom steigt, die Schwellkörper füllen sich. Durch das Anschwellen werden die abführenden Venen gegen die Schwellkörperhülle komprimiert (veno-okklusiver Mechanismus), wodurch die Erektion stabiler wird.

Wo setzt PDE‑5 an? Das Enzym Phosphodiesterase‑5 (PDE‑5) baut cGMP ab. Wenn cGMP zu schnell abgebaut wird, fällt die Relaxation der glatten Muskulatur geringer aus: Der Bluteinstrom steigt weniger und die Erektion ist instabil. PDE‑5‑Hemmer (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil, Avanafil) hemmen dieses Enzym. Dadurch bleibt cGMP länger wirksam, die NO‑vermittelte Gefäßerweiterung wird verstärkt und die Erektion lässt sich leichter erreichen bzw. halten.

Warum sind Gefäßfaktoren so häufig? Viele typische Ursachen einer ED beeinträchtigen die Gefäße und das Endothel: Rauchen, Hypertonie, Dyslipidämie, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel und das metabolische Syndrom. Bei Diabetes spielen zusätzlich Neuropathie und strukturelle Veränderungen der Schwellkörper eine Rolle. Auch nach Prostataoperationen oder Beckenbestrahlung kann die neurovaskuläre Steuerung beeinträchtigt sein.

Kardiovaskulärer Zusammenhang (EAU/ESC): Erektionsstörungen können ein frühes Zeichen generalisierter Gefäßerkrankungen sein, da Penisarterien kleiner sind als Koronargefäße. Leitlinien (u. a. EAU; bei Herz‑Kreislauf‑Risiko auch ESC-orientierte Risikostratifikation) betonen deshalb die Abklärung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei neu auftretender ED—insbesondere bei Männern ohne bekannte Herz‑Kreislauf‑Erkrankung.

2) Psychische Faktoren

Psychische Einflüsse sind häufig, oft zusätzlich zu organischen Faktoren. Typisch sind Stress, Erschöpfung, Leistungsdruck, Angst vor dem „Versagen“, depressive Symptome, Konflikte in der Beziehung oder fehlende sexuelle Stimulation. Der Mechanismus ist neurobiologisch plausibel:

  • Stress aktiviert eher den Sympathikus („Fight-or-flight“), der die glatte Muskulatur eher kontrahiert und die Erektion erschwert.
  • Angst und negative Erwartung erhöhen die Selbstbeobachtung („spectatoring“) und reduzieren die sexuelle Erregungsantwort.
  • Depression kann Libido und Erregbarkeit senken; zudem können Antidepressiva eine ED verstärken.

Wichtig: Ein psychischer Anteil bedeutet nicht, dass die Beschwerden „eingebildet“ sind. Häufig entsteht ein Teufelskreis: eine einzelne misslungene Erektion → Erwartungsangst → erneutes Scheitern. PDE‑5‑Hemmer können hier helfen, indem sie die körperliche Erektionsfähigkeit stabilisieren; gleichzeitig kann psychosexuelle Beratung oder Therapie sinnvoll sein, wenn Angst/Beziehungsthemen im Vordergrund stehen.

3) Medikamente

Medikamente gehören zu den häufig übersehenden Ursachen. Relevante Gruppen sind u. a.:

  • einige Antihypertensiva (z. B. Thiazid‑Diuretika, bestimmte Betablocker; andere Klassen sind oft neutraler)
  • Antidepressiva (v. a. SSRI/SNRI: Ejakulations‑ und Orgasmusstörungen, teils auch ED)
  • Antipsychotika (u. a. über Prolaktinanstieg, Sedierung)
  • Opioide (unter anderem über hormonelle Effekte)
  • 5‑Alpha‑Reduktase‑Hemmer (bei BPH/Alopezie; mögliche sexuelle Nebenwirkungen)

Das Vorgehen ist leitliniennah: Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, sondern Nutzen‑Risiko abwägen, Alternativen prüfen, Dosis anpassen oder begleitend behandeln. PDE‑5‑Hemmer sind bei vielen medikamentenassoziierten ED‑Formen wirksam, sofern keine Kontraindikationen bestehen.

4) Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselstörungen beeinträchtigen Gefäße, Nerven und die Schwellkörperstruktur. Besonders häufig:

  • Diabetes mellitus: ED tritt bei Diabetes öfter und früher auf; relevante Faktoren sind Endotheldysfunktion, Mikroangiopathie, diabetische Neuropathie und veränderte glatte Muskulatur. In der Praxis sind HbA1c, Blutdruck, Lipidprofil, Gewicht und Bewegung zentrale Stellgrößen.
  • Metabolisches Syndrom: Bauchbetonte Adipositas, Hypertonie, Dyslipidämie und Insulinresistenz addieren sich zu einem erhöhten ED‑Risiko.
  • Schlafapnoe: kann über Hypoxie, Endothelstress und hormonelle Veränderungen (Testosteronrhythmik) ED begünstigen.

PDE‑5‑Hemmer wirken auch bei Stoffwechselerkrankungen, die Erfolgsrate kann jedoch geringer sein als bei rein psychogenen Formen—weshalb Risikofaktoren parallel optimiert werden sollten (Lebensstil, Diabeteskontrolle, Blutdruck‑/Lipidtherapie).

5) Hormonelle Ursachen

Hormonelle Ursachen sind insgesamt seltener als Gefäß‑ oder psychische Faktoren, sollten aber bei passenden Hinweisen abgeklärt werden. Relevante Konstellationen:

  • Hypogonadismus (Testosteronmangel): eher gekennzeichnet durch Libidoverlust, weniger sexuelle Gedanken, Müdigkeit, ggf. reduzierte morgendliche Erektionen. Testosteron ist für sexuelles Verlangen und die NO‑Signalwege mitbeteiligt; bei ausgeprägtem Mangel kann die Wirkung von PDE‑5‑Hemmern vermindert sein.
  • Hyperprolaktinämie (z. B. durch Medikamente oder Hypophysenadenom): kann Libido/ED beeinflussen.
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen: können Sexualfunktion und Stimmung beeinflussen.

Leitlinienorientiert erfolgt die Diagnostik bei Verdacht meist mit morgendlichem Gesamttestosteron (ggf. wiederholt), plus je nach Situation SHBG/freies Testosteron, Prolaktin und TSH.

Psychisch oder organisch – typische Muster im Vergleich

Psychisch typisch:

  • plötzliches Auftreten, situationsabhängig (z. B. nur mit neuer Partnerin/Partner)
  • wechselnde Qualität, häufig erhaltene Morgenerektionen oder Masturbationserektionen
  • Auslöser durch Stress, Angst, Konflikte; deutlicher Leistungsdruck

Organisch typisch:

  • schleichender Beginn, zunehmend konstant in verschiedenen Situationen
  • reduzierte Härte und Dauer, oft weniger spontane/morgendliche Erektionen
  • Risikofaktoren wie Diabetes, Hypertonie, Rauchen, Gefäßerkrankung; ggf. Belastungsschmerz/Neuropathiezeichen

Wie schnell wirkt Sildenafil und wie lange hält die Wirkung an?

Sildenafil wirkt bei vielen Männern innerhalb von etwa 30–60 Minuten; eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt verzögern. Die Wirkdauer liegt typischerweise bei mehreren Stunden, wobei die Erektionsfähigkeit nur bei sexueller Stimulation verbessert wird. Bleibt die Wirkung aus, sind Dosis, Einnahmebedingungen, Diagnose und Begleitfaktoren (z. B. Alkohol, Stress, Diabeteskontrolle) zu prüfen.

Welche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind bei PDE‑5‑Hemmern wichtig?

Kopfschmerz, Flush, verstopfte Nase, Sodbrennen und vorübergehende Sehstörungen können auftreten; selten sind Hör‑/Sehverlust oder Priapismus. Gefährlich ist die Kombination mit Nitraten (z. B. Nitroglycerin) wegen Blutdruckabfall; auch „Poppers“ sind kontraindiziert. Bei Alpha‑Blockern ist Vorsicht nötig. Bei Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen sollte die Belastbarkeit für Sexualität ärztlich eingeschätzt werden.

Wann sollte man Erektionsstörungen ärztlich abklären lassen?

Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn die Probleme länger als drei Monate bestehen, deutlich belasten oder neu auftreten—besonders bei Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen oder Brustschmerz/Belastungsdyspnoe. Üblich sind Anamnese, Blutdruck, Labor (Glukose/HbA1c, Lipide, ggf. Testosteron), Medikamentencheck und standardisierte Fragebögen wie der IIEF‑5. Ziel ist, behandelbare Ursachen und kardiovaskuläres Risiko zu erkennen.

Woran erkennt man, ob die Ursache eher psychisch oder organisch ist?

Ein eher psychisches Muster zeigt sich häufig durch Situationsabhängigkeit, erhaltene Morgenerektionen und einen Zusammenhang mit Stress, Angst oder Beziehungsthemen. Ein eher organisches Muster ist oft schleichend, konstant und gekoppelt an vaskuläre Risikofaktoren oder neurologische/hormonelle Hinweise. In der Praxis sind Mischformen häufig; Leitlinien empfehlen deshalb eine strukturierte Abklärung statt Selbstdiagnose.

Wie ist die Prognose: Kann sich eine ED wieder bessern, und was hilft zusätzlich zu Tabletten?

Eine Besserung ist häufig möglich, weil ED oft multifaktoriell ist und mehrere Stellschrauben existieren. Neben PDE‑5‑Hemmern verbessern Bewegung, Gewichtsreduktion, Rauchstopp, guter Blutdruck sowie eine optimierte Diabeteskontrolle (HbA1c) die Endothelfunktion. Bei psychischem Anteil helfen Stressreduktion, Paar‑/Sexualberatung oder Psychotherapie. Wenn PDE‑5‑Hemmer nicht ausreichen, kommen weitere Optionen wie Vakuumpumpe oder Injektionstherapie infrage.

Fazit

PDE‑5‑Hemmer wie Sildenafil verstärken den NO‑cGMP‑Signalweg und verbessern so den Bluteinstrom in die Schwellkörper, wirken aber nur bei sexueller Stimulation. Erektionsstörungen haben häufig gemischte Ursachen aus Gefäß‑, psychischen, medikamentösen, stoffwechsel- und seltener hormonellen Faktoren. Realistisch ist oft eine deutliche Verbesserung, wenn Risikofaktoren mitbehandelt werden. Nächster Schritt bei anhaltenden Beschwerden: strukturierte ärztliche Abklärung inklusive kardiovaskulärer Risikoeinschätzung.

Fachliche Grundlage

Dieser Text ist als evidenznahe Gesundheitsinformation zu verstehen und orientiert sich an gängigen medizinischen Leitlinien (u. a. EAU; bei kardiovaskulärer Einordnung ESC-nahe Prinzipien) sowie an Ergebnissen aus randomisierten kontrollierten Studien und Meta-Analysen zu PDE‑5‑Hemmern und Messinstrumenten wie dem IIEF‑5. Inhalte aus den Themenfeldern Hypnose, Verhalten, Psychologie und Gewichtsregulation fließen als gesundheitsbezogener Kontext ein. Ingo Simon, Diplom‑Pädagoge (univ.) und Heilpraktiker für Psychotherapie, ist Entwickler der Hypnoseprogramme und nicht Autor einzelner Artikel; die Veröffentlichung erfolgt nach redaktioneller Prüfung.

Transparenz

Der Artikel wurde KI‑unterstützt erstellt und manuell redaktionell geprüft. Er dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Behandlung und keine psychotherapeutische Unterstützung; bei anhaltenden oder belastenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Ingo Simon

Ingo Simon

Autor unserer Hypnose-Programme | Diplom-Pädagoge univ. und Heilpraktiker für Psychotherapie

Diplom-Pädagoge univ. und Heilpraktiker für Psychotherapie mit Zusatzqualifikationen, ausgebildet im Studium bei der Bundeswehr Universität München im Fachbereich Pädagogik mit Spezialisierung auf psychologische und soziale Interaktionsprozesse und Bewusstseinsstrategien sowie Ausbildung von internationalen UN-Soldaten aus militärpädagogischer Sicht für die Bundesrepublik Deutschland.

Weiterhin ist Ingo Simon Autor von über 200 Büchern für strategische Hypnoseprozesse, wovon 80% Bestseller sind.

Die Leidenschaft Menschen mit Hypnose zu helfen und zu fördern liegt Herrn Ingo Simon im Blut, daher können Kunden sich sicher sein, dass hier höchste Kompetenz und Qualität geliefert wird.

Reden auf internationalen Kongressen für Gesundheit und Entwicklung runden das Leistungsspektrum auf seinem Fachgebiet ab.

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