Hilft Hypnose bei Phobien?
Für Phobien ist die Studienlage zu Hypnose dünn. Am besten belegt ist eine Verhaltenstherapie mit schrittweiser Konfrontation. Hypnose kann begleiten und die Anspannung beim Üben senken.
Die kurze Antwort
Für Phobien ist die Studienlage zu Hypnose dünn. Am besten belegt ist eine kognitive Verhaltenstherapie mit schrittweiser Konfrontation, bei der man sich der gefürchteten Situation in kleinen Schritten nähert. Hypnose kann diese Arbeit begleiten, etwa um die Anspannung vor und während des Übens zu senken. Als alleinige Behandlung einer ausgeprägten Phobie ist sie nicht belegt.
Was die Leitlinie empfiehlt
Die deutsche S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen (AWMF 051-028) empfiehlt bei spezifischen Phobien, etwa vor Höhen, Spinnen oder engen Räumen, eine Verhaltenstherapie mit Konfrontation. Medikamente werden dafür in der Regel nicht empfohlen. Bei sozialer Phobie und Agoraphobie ist ebenfalls die kognitive Verhaltenstherapie erste Wahl, bei Bedarf ergänzt durch Medikamente.
Was über Hypnose bekannt ist
Gut untersucht ist Hypnose bei situativer Angst, also Angst in einem bestimmten Moment, etwa vor einer Prüfung, einer Operation oder einer zahnärztlichen Behandlung. Der Psychologe D. Corydon Hammond fasste 2010 zusammen, dass Hypnose hier wirksam die Anspannung senken kann. Zu einzelnen Phobien gibt es dagegen nur wenige, meist kleine Studien. Verlässliche Aussagen, ob Hypnose eine Phobie dauerhaft lösen kann, erlauben sie nicht.
Wo Hypnose sinnvoll ergänzen kann
- Vor dem Üben: Eine kurze Entspannung kann helfen, mit weniger Anspannung in die nächste Übungsstufe zu gehen.
- Vorstellung als Probe: Gefürchtete Situationen lassen sich zuerst in sicherer Umgebung vorstellen.
- Erwartungsangst senken: Viele leiden schon Tage vorher. Regelmäßige Entspannung kann diese Vorfreude auf das Schlimmste abschwächen.
- Nicht statt Konfrontation: Wer nur entspannt und die Situation weiter meidet, hält die Angst oft eher am Leben.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
Seriöse Anbieter versprechen nicht, eine Phobie in einer Sitzung aufzulösen, und empfehlen bei starker Einschränkung eine Psychotherapie. Misstrauisch machen sollten Garantien und der Rat, eine laufende Behandlung abzubrechen. Fragen Sie nach Ausbildung und Erfahrung mit Angststörungen.
Wann Sie sich Hilfe holen sollten
Wenn eine Angst Ihren Alltag einschränkt, Sie wichtige Wege, Termine oder Kontakte meiden oder die Angst sich ausbreitet, ist eine psychotherapeutische Sprechstunde der richtige erste Schritt. In einer akuten Krise erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111.
Die Audio-Programme bei sozialer Angst, Höhenangst und innerer Unruhe richten sich an Erwachsene, die selbst betroffen sind, und können eine Behandlung begleiten, um ruhiger in Übungssituationen zu gehen. Sofort nach dem Kauf verfügbar, von Ingo Michael Simon geschrieben und professionell eingesprochen, ohne KI. Alle sind im Jahresabo mit allen 115 Programmen enthalten. Begleitend gedacht, wissenschaftlich nicht belegt und kein Ersatz für Psychotherapie.
Häufige Fragen
Kann Hypnose eine Phobie heilen?
Dafür gibt es keine verlässlichen Belege. Am besten belegt ist eine Verhaltenstherapie mit schrittweiser Konfrontation. Hypnose kann begleitend helfen, die Anspannung zu senken.
Hilft Hypnose bei sozialer Phobie?
Für soziale Phobie ist die kognitive Verhaltenstherapie erste Wahl. Zu Hypnose gibt es nur wenige Studien. Als Entspannungsübung kann sie helfen, mit weniger Anspannung in Gespräche oder Auftritte zu gehen.
Hilft Hypnose bei Höhenangst?
Auch bei Höhenangst wirkt vor allem die schrittweise Gewöhnung an die Höhe. Hypnose kann die Anspannung vor solchen Übungen verringern, ersetzt das Üben aber nicht.
Wie viele Sitzungen braucht man?
Eine feste Zahl lässt sich aus der Forschung nicht ableiten. Entspannung wirkt eher durch regelmäßiges Üben als durch eine einzelne Sitzung.
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Weitere Ratgeber
Quellen (Auswahl)
- Bandelow u. a. (2021): S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, AWMF-Register 051-028 Quelle lesen →
- Hammond (2010): Hypnosis in the treatment of anxiety- and stress-related disorders, Expert Review of Neurotherapeutics 10(2), 263-273 Quelle lesen →
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).