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Schritt-für-Schritt

Selbsthypnose lernen — eine methodische Anleitung

Selbsthypnose ist ein Kulturwerkzeug seit über 150 Jahren — und ein anerkanntes therapeutisches Verfahren. Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Selbsthypnose funktioniert. Methodisch fundiert nach Ingo Michael Simon (Diplom-Pädagoge, Heilpraktiker für Psychotherapie, Autor von „Audiokurs Selbsthypnose").

Stand: Methodisch basierend auf Ingo Michael Simon Redaktionell geprüft
7Methodische Schritte
20–30 minPro Sitzung
3 Wochenbis Routine
349Bücher Methodik-Quelle
Was Selbsthypnose ist

Definition und Grenzen

Selbsthypnose ist die Anwendung hypnotischer Techniken durch eine Person bei sich selbst — mit oder ohne Hilfsmittel (z.B. Audio-Anleitung). Im Gegensatz zur fremdgeführten Hypnose ist die Person hier gleichzeitig „Hypnotiseur" und „Hypnotisand".

Selbsthypnose nutzt dieselben Wirkprinzipien wie therapeutische Hypnose — strukturierte Suggestion, Trance-Induktion, Reframing — aber als selbstgesteuerter Prozess. Sie ist deshalb gut geeignet für:

  • Entspannung und Stress-Regulation
  • Einschlafhilfe
  • Selbstwert-Stärkung und Glaubenssatz-Arbeit
  • Gewohnheits-Veränderung (mit Geduld und Konsistenz)
  • Akute Schmerz-Modulation (begleitend, nicht als Ersatz für ärztliche Behandlung)

Selbsthypnose ist nicht geeignet als Ersatz für eine echte therapeutische Beziehung bei psychischen Erkrankungen, akuten Krisen oder ernsten körperlichen Beschwerden.

Vor der ersten Sitzung

Was Sie vorbereiten sollten

1. Den richtigen Ort wählen

Suchen Sie sich einen Ort, an dem Sie für 20–30 Minuten nicht gestört werden. Ruhig, gut temperiert, dimmbares Licht ist ideal aber nicht zwingend. Mobiltelefon stumm.

2. Die richtige Körperhaltung

Sitzen oder liegen — beides ist möglich. Wichtig: bequem und entspannt, aber nicht so bequem, dass Sie einschlafen (es sei denn, das ist Ihr Ziel — etwa beim Einschlaf-Anliegen).

3. Klare Zielformulierung

Definieren Sie vor der Sitzung, was Sie erreichen wollen. Beispiele:

  • „Ich finde tiefe innere Ruhe."
  • „Mein Körper entspannt sich vollständig."
  • „Ich schlafe leicht ein."
  • „Ich bin frei von Heißhunger auf Süßes."

Wichtige Regeln nach Suggestionstechnik (vgl. Ingo Michael Simon, „Suggestionen richtig formulieren", BoD 2009):

  • Positiv formulieren — nicht „Ich bin nicht ängstlich", sondern „Ich bin ruhig"
  • Gegenwartsform — nicht „Ich werde", sondern „Ich bin"
  • Konkret und sinnesreich — nicht abstrakt
  • Erreichbar — keine unmöglichen Sprünge
Visualisierung

Die 7 Schritte im Überblick

Eine 20–30-minütige Selbsthypnose-Sitzung folgt diesem Aufbau:

  1. 1.Setzen oder hinlegen, Augen schließen~30 Sek
  2. 2.Atemfokussierung3–5 Min
  3. 3.Körper-Scan zur Vertiefung5 Min
  4. 4.Trance-Vertiefung mit Zählung1 Min
  5. 5.Suggestionen einsprechen (Kernteil)5–10 Min
  6. 6.Imagination zur Verankerung3–5 Min
  7. 7.Sanfte Ausleitung1–2 Min
Die 7 Schritte

Selbsthypnose Schritt für Schritt

Schritt 1: Setzen oder hinlegen, Augen schließen

Nehmen Sie eine bequeme Position ein. Schließen Sie sanft die Augen. Lassen Sie für 30 Sekunden einfach den Atem fließen — kein Versuch, etwas zu verändern. Spüren Sie nur den Atem.

Schritt 2: Atemfokussierung (3–5 Minuten)

Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf den Atem. Atmen Sie ein wenig tiefer ein als gewohnt — und langsam wieder aus. Bei jedem Ausatmen lassen Sie ein wenig mehr Spannung los. Schultern sinken, Kiefer wird weich, Stirn glättet sich.

Schritt 3: Körper-Scan zur Vertiefung (5 Minuten)

Wandern Sie mit der Aufmerksamkeit langsam durch den Körper — von den Füßen zum Kopf oder umgekehrt. Bei jedem Bereich: spüren, entspannen, weiter. Füße schwer und warm. Beine schwer und warm. Becken weich. Bauch entspannt. Brust frei. Schultern fallen. Arme schwer. Hals weich. Kiefer entspannt. Stirn glatt.

Schritt 4: Trance-Vertiefung mit Zählung (1 Minute)

Zählen Sie innerlich von 10 rückwärts bis 1. Bei jeder Zahl gehen Sie eine gedankliche Treppe nach unten — tiefer, ruhiger, entspannter. Bei 1 sind Sie in einem Zustand tiefer innerer Ruhe.

Schritt 5: Suggestionen einsprechen (5–10 Minuten)

Sprechen Sie Ihre vorbereiteten Suggestionssätze innerlich. Wiederholen Sie jeden Satz dreimal. Lassen Sie die Worte einsinken — nicht mit dem Kopf analysieren, sondern mit dem Gefühl spüren.

Beispielablauf:

„Ich bin ruhig und gelassen. Ich bin ruhig und gelassen. Ich bin ruhig und gelassen."
„Mein Körper ist tief entspannt. Mein Körper ist tief entspannt. Mein Körper ist tief entspannt."

Schritt 6: Imagination zur Verankerung (3–5 Minuten)

Stellen Sie sich vor, das Gewünschte sei bereits Realität. Sehen Sie sich als entspannte, gelassene Person — in einer konkreten Situation. Spüren Sie, wie es sich anfühlt. Hören Sie, was Sie sagen würden. Schmecken/riechen Sie die Umgebung. Je mehr Sinne, desto stärker die Verankerung.

Schritt 7: Sanfte Ausleitung (1–2 Minuten)

Zählen Sie innerlich von 1 bis 5. Bei 1: Aufmerksamkeit langsam zurück in den Raum. Bei 2: Atem etwas tiefer. Bei 3: Finger und Zehen leicht bewegen. Bei 4: Schultern bewegen, sich strecken. Bei 5: Augen öffnen, einen Moment sitzen bleiben, dann erst aufstehen.

Routine aufbauen

Wie oft, wie lange, wie viel Geduld?

Frequenz

Optimal: einmal täglich, etwa 20–30 Minuten. Beim Aufstehen, mittags zur Pause oder vor dem Einschlafen. Wenn das nicht möglich ist: drei- bis fünfmal pro Woche.

Wirkungs-Zeitrahmen

Die Wirkung hängt von Ziel und Person ab:

  • Sofortige Entspannung — meist ab der ersten Sitzung spürbar
  • Schlaf-Verbesserung — typisch nach 1–2 Wochen täglicher Anwendung
  • Glaubenssatz-Arbeit — substantielle Veränderungen ab 4–6 Wochen
  • Gewohnheits-Änderung — robust verankert nach 8–12 Wochen

Wenn es nicht funktioniert

Falls die Wirkung ausbleibt, mögliche Gründe:

  • Suggestionen zu abstrakt oder unrealistisch — überarbeiten
  • Zu unregelmäßige Anwendung — Routine etablieren
  • Tiefer liegende Konflikte — hier kann professionelle Hypnotherapie sinnvoll sein
  • Niedrige individuelle Suggestibilität — etwa 15–20 % der Bevölkerung sind weniger hypnotisierbar
Author-Video — direkt von Ingo Michael Simon

Ingo Michael Simon: Anwendungshinweise zu den Audio-Hypnosen

Direkt vom Konzepteur: Wie Sie die Audio-Hypnose-Programme optimal anwenden — Vorbereitung, Zeitpunkt, Trance-Tiefe.

Ingo Michael Simon: Anwendungshinweise zu den Audio-Hypnosen
Ingo Michael Simon
Ingo Michael Simon — Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Begründer der Traumlandtherapie
30 Jahre Praxis · 349 Fachbücher · Vollständige Biografie →
Audio als Erleichterung

Wenn Selbsthypnose mit Audio einfacher ist

Manche Menschen tun sich mit reiner Selbsthypnose schwer — die Aufmerksamkeit wandert, der Schritt-Ablauf bleibt nicht präsent. Hier kann Audio-geführte Hypnose hilfreich sein:

  • Eine professionelle Sprecher-Stimme führt Sie durch die Schritte
  • Hintergrund-Klanglandschaft unterstützt die Trance-Tiefe
  • Suggestionen sind methodisch optimiert und thematisch zielgerichtet
  • Sie müssen sich nicht selbst „strukturieren" — können loslassen

Die Audio-Hypnose-Programme von Unibee sind methodisch nach diesem Prinzip aufgebaut: 10 strukturierte Sessions à 75 Minuten, mit dem klassischen Aufbau Einleitung → Vertiefung → Suggestion → Ausleitung. Die methodische Grundlage stammt aus der Buchreihe „Zehn Hypnosen" (Books on Demand, ab 2009) und dem „Audiokurs Selbsthypnose" (Eigenverlag, 2013, ISBN 9783943323597) von Ingo Michael Simon.

Wichtiger Hinweis

Selbsthypnose ist Selbsthilfe — kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei psychischen Erkrankungen (Depression, Angststörungen, PTBS), körperlichen Beschwerden oder Krisen wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Fachperson. In akuten Krisen erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 (kostenfrei). Selbsthypnose ist NICHT geeignet bei aktiven Psychosen, akuter Suizidalität, Epilepsie ohne ärztliche Rücksprache oder unter 18 Jahren ohne fachliche Begleitung.

Selbsthypnose mit professioneller Audio-Anleitung

Wenn Sie die Wirkprinzipien strukturiert und thematisch zielgerichtet anwenden möchten — die Audio-Hypnose-Programme machen die Methodik direkt verfügbar.

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