Begriffe verständlich
Hypnose-Glossar
50 wichtige Begriffe rund um Hypnose, Trance, Selbsthypnose und Audio-Hypnose-Programme — klar und verständlich erklärt. Konzeptionell basierend auf der Arbeit von Ingo Michael Simon und allgemein anerkannter hypnotherapeutischer Fachliteratur.
- Hypnose
- Ein natürlicher Bewusstseinszustand fokussierter, erhöhter Aufmerksamkeit, in dem Suggestionen besonders wirksam werden können. Hypnose ist KEIN Schlaf und KEIN Kontrollverlust — die Person bleibt jederzeit handlungsfähig und kann den Zustand von sich aus beenden.
- Hypnotherapie
- Therapeutische Anwendung von Hypnose. In Deutschland anerkannt von der Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftliches Verfahren bei verschiedenen Indikationen (z.B. Reizdarm, Schmerz, Sucht).
- Trance
- Zustand veränderter Wachheit mit fokussierter Innen-Aufmerksamkeit. Trance kann leicht (Tagträumen) oder tief (somnambule Trance) sein. Auf einer Audio-Hypnose-Session bleibt die Trance üblicherweise im mittleren Tiefen-Bereich.
- Suggestion
- Sprachlich vermittelte Botschaft oder Anregung an das Unterbewusstsein. Hypnotische Suggestionen sind besonders wirksam, weil das Unterbewusstsein im Trance-Zustand offener für neue Bedeutungs-Konstruktionen ist.
- Suggestionstechnik
- Strukturierte Methodik zur Formulierung wirksamer Suggestionen. Wichtige Regeln: positive Formulierung, Gegenwartsbezug, sinnesreiche Bildsprache, Wiederholung. Detailliert beschrieben in Ingo Michael Simons Buch „Suggestionen richtig formulieren — 10 Minimax-Techniken für Hypnotiseure" (BoD, 2009).
- Selbsthypnose
- Hypnose, die eine Person bei sich selbst durchführt — entweder vollständig autonom oder mit Audio-/Video-Anleitung. Audio-Hypnose-Programme nutzen Selbsthypnose mit professioneller Anleitung über Stimme.
- Trance-Induktion
- Methodischer Übergang vom normalen Wachzustand in die Trance. Klassisch über Entspannungsinduktion, Atemfokussierung, Augen-Fixation oder Körperwahrnehmung. Dauer: typisch 5–15 Minuten.
- Reframing
- Therapeutisches Umdeuten einer belastenden Situation oder eines Glaubenssatzes in eine ressourcen-orientierte Perspektive. Reframing in Trance ist besonders nachhaltig wirksam.
- Reframing in Trance
- Spezielle Reframing-Anwendung im Trance-Zustand, dokumentiert in Ingo Michael Simons gleichnamigem Buch (BoD, 2009). Genutzt zur unbewussten Verankerung neuer Bedeutungs-Konstruktionen.
- Fantasiereise
- Geführte innere Vorstellungsreise — meist mit visuellen, akustischen und körperlichen Elementen. Fantasiereisen sind ein Kernverfahren in der Hypnotherapie und Grundlage der Traumlandtherapie.
- Traumlandtherapie
- Eigenständig entwickelte Ultrakurzzeittherapie-Methode von Ingo Michael Simon. Kombiniert tiefe Trance mit ausformulierten Fantasiereisen. Schwerpunkte: Selbstwert, Trauma-Verarbeitung, innere Konflikte. Dokumentiert in „Im Land der Träume — Fantasiereisen für Erwachsene" (BoD, 2014).
- Tiefenentspannung
- Zustand stark reduzierter Muskelspannung und beruhigter Atmung. Tiefenentspannung ist die häufigste Trance-Vorform und wirkt regenerativ auf das Nervensystem.
- Audio-Hypnose
- Hypnose-Anwendung mittels vorproduzierter Audio-Aufnahme. Vorteil: jederzeit anwendbar, kostengünstiger als Einzeltherapie. Grenze: nicht individualisiert auf konkrete Person.
- Hypnoseskript
- Vorgeschriebener Suggestionstext für eine Hypnose-Session. Dient als Vorlage für Therapeut:innen oder als Grundlage für Audio-Aufnahmen. Aufbau: Einleitung, Vertiefung, Anwendungsteil, Ausleitung.
- Klanglandschaft
- Hintergrund-Audio (Ambient-Sounds, Naturklänge, sanfte Musik), die parallel zur Suggestionsstimme abgespielt wird. Unterstützt Trance-Tiefe und Entspannung.
- Hypnose-Pendel
- Klassisches Trance-Induktionswerkzeug (kreisendes Pendel zur Augen-Fixation). In moderner Hypnose meist durch andere Techniken ersetzt — bei Audio-Hypnose nicht relevant.
- Heilpraktiker für Psychotherapie
- Staatlich geregelter Heilberuf in Deutschland nach dem Heilpraktikergesetz. Berechtigt zur Ausübung der Psychotherapie ohne ärztliche Approbation, beschränkt auf nicht-medikamentöse Verfahren. Voraussetzung: bestandene amtsärztliche Überprüfung. Ingo Michael Simon ist Heilpraktiker für Psychotherapie mit Schwerpunkt Hypnosetherapie (verifiziert via DNB/GND-ID 132546612).
- Hypnosetherapeut
- Bezeichnung für eine fachlich auf Hypnose spezialisierte therapeutische Tätigkeit. Hypnosetherapeut:innen arbeiten mit hypnosegestützter Psychotherapie, Trancearbeit, Suggestion und Reframing — typischerweise bei psychischen Leiden wie Angststörungen, psychosomatischen Erkrankungen, Stress und Schlafstörungen.
- Diplom-Pädagoge
- Akademischer Abschluss (Universitäts-Diplom) in Pädagogik. Ingo Michael Simon erwarb sein Diplom an der Universität der Bundeswehr München (1992–1996) im Fachbereich Pädagogik mit Schwerpunkten Psychologie, Sozialpädagogik und Medienpsychologie.
- Ultrakurzzeittherapie
- Therapeutische Intervention, die in wenigen Sitzungen (1–10) deutliche Veränderungen bewirken kann — im Gegensatz zur klassischen Langzeit-Psychotherapie über 50–100 Sitzungen.
- Unterbewusstsein
- Bewusstseinsanteil, der außerhalb der willentlichen Aufmerksamkeit liegt — speichert Erinnerungen, automatisierte Verhaltensmuster, Emotionen. Hypnose arbeitet primär mit dem Unterbewusstsein.
- YMYL
- "Your Money or Your Life" — Google-Klassifizierung für Inhalte, die Gesundheit, Finanzen, Sicherheit oder Lebensqualität direkt beeinflussen. YMYL-Sites werden von Google besonders streng auf E-E-A-T-Signale geprüft.
- E-E-A-T
- "Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness" — Googles Qualitäts-Kriterien für Web-Inhalte, besonders relevant für YMYL-Themen. Bedeutet: erfahrene, fachkundige, autoritative und vertrauenswürdige Inhalte sollen bevorzugt gerankt werden.
- Helpful Content
- Google-Initiative, die Inhalte mit echtem Mehrwert für Nutzer höher rankt — im Gegensatz zu Inhalten, die nur für Suchmaschinen erstellt wurden. Faktoren: First-Hand-Experience, klare Authorship, Original-Information, substantielle Tiefe.
- Kontraindikation
- Medizinischer Begriff für eine Situation, in der eine Behandlung NICHT angewendet werden sollte. Bei Audio-Hypnose: aktive Psychosen, akute Suizidalität, Epilepsie ohne ärztliche Rücksprache, Personen unter 18 Jahren ohne fachliche Begleitung.
- Books on Demand (BoD)
- Hauptverlag für Ingo Michael Simons Fachbücher. BoD ist ein deutsches Print-on-Demand-Verlagshaus mit ISBN-Vergabe und Distribution über alle wichtigen Buchhandlungen.
- Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie (WBP)
- Gemeinsames Gremium der Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer. Zuständig für die wissenschaftliche Bewertung psychotherapeutischer Verfahren in Deutschland. Hat 2006 Hypnotherapie als wissenschaftliches Verfahren anerkannt.
- S3-Leitlinie
- Höchste Qualitätsstufe medizinischer Behandlungs-Leitlinien in Deutschland (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, AWMF). Hypnotherapie ist u.a. in der S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom als evidenzbasierte Behandlungsoption empfohlen.
- Indirekte Suggestion
- Suggestion, die nicht als direkte Anweisung formuliert ist, sondern in Geschichte, Metapher oder Frage verpackt wird. Beispiel: „Wer weiß, ob Sie bald eine wohltuende Wärme spüren..." Wirkt besonders bei Personen, die direkten Suggestionen widerstehen.
- Direkte Suggestion
- Suggestion in Form einer klaren, expliziten Aussage. Beispiel: „Sie atmen ruhig und gleichmäßig." Wirkt gut bei eindeutigen Themen und kooperativer Trance-Tiefe.
- Posthypnotische Suggestion
- Suggestion, die ihre Wirkung NACH der Trance entfalten soll. Beispiel: „Wenn Sie morgens aufwachen, fühlen Sie sich erholt und klar." Zentrales Werkzeug für Verhaltens-Veränderungen im Alltag.
- Selbst-Suggestion
- Suggestion, die eine Person sich in Selbsthypnose selbst gibt. Voraussetzung: korrekte Formulierung nach Suggestionstechnik-Regeln und ausreichende Trance-Tiefe.
- Audio-Hypnose
- Hypnose-Anwendung mittels vorproduzierter Audio-Aufnahme mit professioneller Sprecher-Stimme. Vorteil: jederzeit anwendbar, kostengünstiger als Einzeltherapie. Grenze: nicht individualisiert auf konkrete Person.
- Suggestibilität
- Individuelle Empfänglichkeit für hypnotische Suggestionen. Verteilung in der Bevölkerung: etwa 10–15 % hochsuggestibel, 60–70 % mittelsuggestibel, 15–20 % wenig suggestibel. Für die meisten therapeutischen Anwendungen reicht eine mittlere Suggestibilität vollkommen.
- Default Mode Network (DMN)
- Hirnnetzwerk des „selbstbezogenen Denkens" und Mind-Wandering. In Trance ist es nachweislich reduziert aktiv — was das oft als „Loslassen" beschriebene Trance-Erlebnis erklärt.
- fMRI / EEG bei Hypnose
- Bildgebende Verfahren, die zeigen, dass Trance ein messbar veränderter Bewusstseinszustand ist. Charakteristische Befunde: veränderte Aktivität in anteriorem cingulärem Cortex, reduzierte Default-Mode-Network-Aktivität, verstärkte Connectivity zwischen exekutiven und sensorischen Netzwerken.
- Hypnose-Analgesie
- Schmerz-Reduktion durch Hypnose. Wissenschaftlich gut belegt; messbare Effekte bis hinunter ins Rückenmark (spinale Schmerz-Modulation). Wird in spezialisierten Zentren auch als Anästhesie-Ergänzung eingesetzt.
- Habituation (Tinnitus)
- Therapeutischer Prozess, in dem das Wahrnehmungs-System lernt, das Tinnitus-Geräusch zu „überhören" — ähnlich wie wir das Brummen eines Kühlschranks ausblenden. Hypnose unterstützt diesen Prozess durch verstärkte Aufmerksamkeits-Steuerung.
- CBT (Kognitive Verhaltenstherapie)
- Best-belegtes psychotherapeutisches Verfahren weltweit. Arbeitet mit bewusster Analyse und systematischem Üben neuer Verhaltensweisen. Ergänzt sich gut mit Hypnose — die Kombination wirkt oft besser als CBT allein.
- EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
- WHO-empfohlene Behandlungsmethode für PTBS. Trauma-Erinnerungen werden mit bilateraler Stimulation (Augenbewegungen, Klopfen) verbunden — was zu einer Re-Verarbeitung führt. Bei Trauma überlegen gegenüber Hypnose; Hypnose kann begleitend für Stabilisierung wertvoll sein.
- MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction)
- Achtsamkeitsbasiertes Stress-Reduktions-Programm. Evidenzbasiert. Geschwister-Verfahren zur Hypnose: beide nutzen veränderte Bewusstseinszustände. Meditation ist offen-rezeptiv, Hypnose ist gerichtet (mit Suggestionen).
- ICD-10
- Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (10. Revision). Standardisierte Diagnose-Codes für medizinische und psychische Erkrankungen. Beispiele: F32 = Depression, F41.0 = Panikstörung, K58 = Reizdarm, H93.1 = Tinnitus.
- Salutogenese
- Gesundheits-Konzept nach Aaron Antonovsky: Statt zu fragen, was krank macht, fragt Salutogenese, was gesund hält. Hypnose-Methoden zur Selbstwert-Stärkung und Stress-Resistenz arbeiten nach diesem Prinzip.
- Anker (NLP/Hypnose)
- Verknüpfung eines Reizes (z.B. eine Berührung, ein Wort) mit einem inneren Zustand (z.B. Ruhe, Selbstvertrauen). Durch Trance-induzierte Verankerung kann der Reiz später bewusst genutzt werden, um den Zustand abzurufen.
- Dissoziation
- Veränderter Bewusstseinszustand, in dem Wahrnehmungen und Erinnerungen vom Alltagsbewusstsein getrennt sind. In Hypnotherapie genutzt für Schmerz-Modulation („der Schmerz ist da, aber weit weg") und Trauma-Stabilisierung — bei dissoziativen Störungen aber kontraindiziert.
- Konversionsstörung
- Psychische Erkrankung, bei der seelische Konflikte sich körperlich ausdrücken (z.B. Lähmungen, Sehstörungen ohne organische Ursache). Hypnose hat hier historisch eine Rolle gespielt; heute ist die Behandlung primär multimodal-psychotherapeutisch.
- Imaginations-Therapie
- Therapeutische Anwendung gezielter Vorstellungs-Bilder. Eng verwandt mit hypnotischer Methodik. In Audio-Hypnose-Programmen werden Imaginationen (z.B. „sicherer Ort") eingesetzt zur Ressourcen-Aktivierung.
- Ressourcen-Aktivierung
- Therapeutisches Konzept, das auf vorhandenen Stärken und positiven Erfahrungen aufbaut, statt nur Defizite zu bearbeiten. Hypnose nutzt Ressourcen-Aktivierung gezielt durch Imagination und positive Suggestion.
- Hypnose-Pendel-Mythos
- Klassisches Bild der Show-Hypnose („Sie werden müde..."). In der modernen Hypnotherapie spielt das Pendel praktisch keine Rolle mehr — Trance-Induktion erfolgt heute über Atemfokussierung, Körperwahrnehmung und gezielte Sprachbilder.
- Pseudo-Wissenschaft (Abgrenzung)
- Hypnotherapie ist KEINE Pseudo-Wissenschaft — sie ist seit 2006 vom WBP wissenschaftlich anerkannt. Esoterische Anwendungen wie „Reinkarnationstherapie" oder „Past-Life-Regression" gehören NICHT zur klinischen Hypnotherapie und sind wissenschaftlich nicht belegt.
Tieferes Verständnis der Methodik finden Sie auf der Methodik-Seite. Die methodische Grundlage stammt aus den 349 Fachbüchern von Ingo Michael Simon.
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