Was ist eine posthypnotische Suggestion?
Eine posthypnotische Suggestion wird in der Hypnose gegeben und soll danach in einer bestimmten Situation wirken. Am stärksten wirkt sie bei gut hypnotisierbaren Menschen und nur in Richtung der eigenen Ziele.
Die kurze Antwort
Eine posthypnotische Suggestion ist eine Anregung, die während einer Hypnose gegeben wird und erst danach wirken soll, meist in einer bestimmten Situation. Ein Beispiel: „Wenn du später vor einer Prüfung tief ausatmest, wirst du ruhiger.“ Ob und wie stark sie wirkt, hängt vor allem davon ab, wie gut jemand auf Hypnose anspricht und ob die Anregung zu den eigenen Zielen passt.
Was die Forschung zeigt
Eine bekannte Studie von Amir Raz, Jin Fan und Michael Posner (2005) nutzte den sogenannten Stroop-Test, bei dem Farbwörter in einer anderen Farbe gedruckt sind, etwa das Wort „Rot“ in Blau. Normalerweise stört das gelesene Wort das Benennen der Farbe. Sehr gut hypnotisierbare Teilnehmende erhielten die posthypnotische Suggestion, die Wörter als bedeutungslose Zeichen wahrzunehmen. Danach war die übliche Störung deutlich geringer, und im Hirnscanner zeigte sich weniger Aktivität in Bereichen, die solche Konflikte verarbeiten. Bei wenig hypnotisierbaren Menschen trat der Effekt kaum auf.
Wofür sie genutzt werden
- Entspannung abrufen: ein Signal wie ein tiefer Atemzug, das im Alltag an die Ruhe aus der Sitzung erinnert.
- Gewohnheiten unterbrechen: etwa ein bewusstes Innehalten, bevor man zur Zigarette oder zur Süßigkeit greift.
- Selbsthypnose erleichtern: ein kurzes Stichwort, mit dem der Einstieg beim nächsten Mal schneller gelingt.
- Vor belastenden Situationen: zum Beispiel Lampenfieber oder Nervosität vor Gesprächen.
Grenzen
Posthypnotische Suggestionen sind kein Programm, das man Menschen gegen ihren Willen einpflanzen kann. Sie wirken nur in Richtung der eigenen Ziele und meist umso schwächer, je mehr Zeit seit der Sitzung vergangen ist. Deshalb werden sie in der Praxis regelmäßig wiederholt. Bei starken Ängsten, Suchtproblemen oder Depressionen ersetzen sie keine Behandlung, sie können sie aber begleiten.
Woran Sie seriöse Anwendung erkennen
Seriöse Anbieter besprechen vorher, welche Anregungen gegeben werden, formulieren sie positiv und versprechen keine dauerhafte Veränderung nach einer einzigen Sitzung. Misstrauisch machen sollten Versprechen, jemand werde nach einer Sitzung nie wieder rauchen oder nie wieder Angst haben.
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Häufige Fragen
Wie lange wirkt eine posthypnotische Suggestion?
Das ist sehr unterschiedlich. In Studien ließ die Wirkung mit der Zeit meist nach. Deshalb wird sie in der Praxis wiederholt, etwa durch regelmäßiges Hören einer Aufnahme.
Kann man eine posthypnotische Suggestion gegen seinen Willen bekommen?
Nein. Sie wirkt nur, wenn man sich auf die Hypnose einlässt und die Anregung zu den eigenen Zielen passt. Gegen die eigenen Werte lässt sich niemand steuern.
Merkt man, dass eine Suggestion wirkt?
Oft fühlt es sich einfach so an, als würde man in der Situation leichter anders reagieren, etwa ruhiger atmen. Viele merken es erst im Rückblick.
Wirkt das auch mit einer Audio-Hypnose?
Auch Aufnahmen können solche Anregungen enthalten. Die Forschung dazu stammt aber überwiegend aus angeleiteten Sitzungen mit Fachleuten. Am besten bewerten Sie nach einigen Wochen regelmäßigen Hörens, ob sich etwas verändert.
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Weitere Ratgeber
Quellen (Auswahl)
- Raz, Fan & Posner (2005): Hypnotic suggestion reduces conflict in the human brain, Proceedings of the National Academy of Sciences 102(28), 9978-9983 Quelle lesen →
- Elkins, Barabasz, Council & Spiegel (2015): Advancing research and practice: the revised APA Division 30 definition of hypnosis, International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis 63(1), 1-9 Quelle lesen →
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).