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Tinnitus · nach Hörsturz
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Tinnitus nach Hörsturz: Geht er wieder weg?

Oft ja, zumindest teilweise. Der Tinnitus bildet sich meist nach dem Hören zurück, am stärksten im ersten Monat, und die Aussichten hängen vom Ausmaß des Hörverlusts ab.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
72 %mit Tinnitus ab Beginn
44 %nach 90 Tagen tinnitusfrei
Tag 7 bis 30die meisten Rückbildungen
2 WochenZeitraum für Kortison laut US-Leitlinie

Die kurze Antwort

Bei vielen Menschen wird der Tinnitus nach einem Hörsturz in den ersten Wochen deutlich leiser, bei einem Teil verschwindet er ganz. In einer Auswertung zweier europäischer Studien sank die durchschnittliche Lautstärke innerhalb von drei Monaten stark, und gut vier von zehn Betroffenen waren nach 90 Tagen tinnitusfrei. Die Aussichten sind besser, wenn der Hörverlust leicht bis mittelgradig war.

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Warum ein Hörsturz oft mit Tinnitus beginnt

Ein Hörsturz ist ein plötzlicher Hörverlust des Innenohrs, meist auf einer Seite und ohne erkennbare Ursache. Die amerikanische Leitlinie zum plötzlichen Hörverlust beschreibt, dass er häufig, aber nicht immer, von Tinnitus oder Schwindel begleitet wird. In der genannten Auswertung hatten gut sieben von zehn Patientinnen und Patienten in der Akutphase ein Ohrgeräusch, das zusammen mit dem Hörverlust begonnen hatte.

Ein verbreitetes Erklärungsmodell: Fehlt dem Gehirn das gewohnte Signal aus dem Ohr, erhöht die Hörbahn ihre Empfindlichkeit, und es entsteht ein Geräusch, das von außen niemand hört.

Silhouette einer Person in Meditation

Wie der Verlauf aussieht

Die Studie von Mühlmeier und Kollegen zeigt ein typisches Muster. Das Hören erholte sich vor allem in der ersten Woche. Der Tinnitus folgte mit Verzögerung, die meisten vollständigen Rückbildungen traten zwischen dem siebten und dem 30. Tag auf. Danach flachte die Kurve ab.

Bei leichtem bis mittelgradigem Hörverlust waren nach 90 Tagen rund zwei Drittel tinnitusfrei, bei hochgradigem Hörverlust etwa jeder Fünfte. Wer nach drei Monaten noch ein Geräusch hört, hat damit keinen Grund zur Verzweiflung: Auch dann ist Gewöhnung möglich, und genau darauf zielt die Behandlung.

Was jetzt wichtig ist

Schnell untersuchen lassen

Ein plötzlicher Hörverlust gehört zeitnah in die HNO-Praxis, nicht erst nach Wochen. Die amerikanische Leitlinie empfiehlt eine frühe Hörprüfung, eine Kortisonbehandlung kann innerhalb von zwei Wochen nach Beginn angeboten werden. Bei Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen sofort 112 (Deutschland) oder 144 (Schweiz) wählen.

Das Hören unterstützen

Bleibt ein Hörverlust, kann ein Hörgerät helfen. Mehr Höreindruck von außen lässt das Ohrgeräusch oft in den Hintergrund treten.

Lärm meiden, Stille nicht suchen

Das Ohr braucht Schutz vor lauter Beschallung, aber keine völlige Stille. Leise Hintergrundgeräusche sind meist angenehmer als ein totenstiller Raum.

Auf neue Warnzeichen achten

Wird das Hören erneut schlechter, kommt Drehschwindel hinzu oder schwankt das Hören zusammen mit einem Druckgefühl, ist eine erneute HNO-ärztliche Untersuchung nötig.

Mit der Sorge umgehen

Ein Hörsturz erschreckt, und die Angst vor dem nächsten macht das Geräusch präsenter. Bleibt der Tinnitus, setzt die S3-Leitlinie „Chronischer Tinnitus“ auf Aufklärung und tinnitusspezifische kognitive Verhaltenstherapie. Entspannungsverfahren wie Hypnose können begleitend helfen, die Anspannung zu senken. Die Studienlage dazu ist allerdings begrenzt.

Der Sorge weniger Raum geben

Das Audio-Hypnose-Programm bei Tinnitus setzt auf Entspannung und einen gelasseneren Umgang mit dem Ohrgeräusch, begleitend zur HNO-ärztlichen Behandlung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

Allgemeine Stimmprobe – kein Ausschnitt des konkreten Programms:
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Häufige Fragen

Wie lange bleibt der Tinnitus nach einem Hörsturz?

Das ist sehr unterschiedlich. In einer Studie ging das Geräusch vor allem im ersten Monat deutlich zurück, nach drei Monaten waren gut vier von zehn Betroffenen tinnitusfrei. Bei hochgradigem Hörverlust sind die Aussichten schlechter.

Erholt sich zuerst das Hören oder der Tinnitus?

Meist zuerst das Hören. Der Tinnitus folgt in der Regel mit einigen Tagen bis Wochen Verzögerung. Ein noch hörbares Geräusch in der ersten Woche ist also kein schlechtes Zeichen für sich.

Hilft Kortison auch gegen den Tinnitus nach einem Hörsturz?

Kortison wird beim Hörsturz eingesetzt, um das Hören zu verbessern. Die amerikanische Leitlinie sieht es als Möglichkeit innerhalb von zwei Wochen nach Beginn. Eine eigene Wirkung auf den Tinnitus ist nicht gesichert.

Was hilft, wenn der Tinnitus nach dem Hörsturz bleibt?

Bei bleibendem Hörverlust ein Hörgerät, dazu Aufklärung und tinnitusspezifische Verhaltenstherapie laut S3-Leitlinie. Ziel ist, dass das Geräusch an Bedeutung verliert und in den Hintergrund tritt.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • Mühlmeier et al. (2016): Characteristics and spontaneous recovery of tinnitus related to idiopathic sudden sensorineural hearing loss, Otology and Neurotology 37(6)
  • Chandrasekhar et al. (2019): Clinical practice guideline: sudden hearing loss (update), Otolaryngology Head and Neck Surgery 161(1 Suppl)
  • DGHNO-KHC: S3-Leitlinie Chronischer Tinnitus, AWMF 017-064

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).