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Tinnitus · Kiefer
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Tinnitus nach dem Zahnarzt: Woher er kommt und was hilft

Die Behandlung ist vorbei, doch im Ohr pfeift oder rauscht es. Tinnitus nach dem Zahnarzt kann mit dem Kiefer zusammenhängen und klingt häufig wieder ab. Wann Sie handeln sollten und was Sie selbst tun können.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft

Tinnitus nach dem Zahnarzt: Woher kommt er? Die kurze Antwort

Tinnitus nach dem Zahnarzt kann über Kiefer und Kaumuskeln entstehen: Langes Offenhalten des Mundes, Druck beim Ziehen eines Zahns oder ein veränderter Biss können Nervensignale beeinflussen, die das Ohrgeräusch verstärken. Oft spielen auch Anspannung und Angst mit. Häufig klingt so ein Tinnitus wieder ab, wenn sich Kiefer und Muskulatur erholt haben. Bei Hörverlust oder Schwindel sollten Sie zeitnah zur HNO-Praxis.

Wenn Sie das kennen: Audio-Programm TinnitusDas Pfeifen oder Rauschen ist immer da, besonders in stillen Momenten, und raubt Konzentration und Schlaf. Die Audio-Hypnosen hören Sie zu Hause im Browser, und sie können Sie dabei begleiten, dem Geräusch weniger Aufmerksamkeit zu schenken und gelassener damit umzugehen. Das Ohrgeräusch selbst lässt sich so nicht abstellen, und eine HNO-ärztliche Abklärung ersetzt das Programm nicht.20 Hypnosen à 75 Minuten, professionell eingesprochen: einzeln 129 € einmalig oder im Jahresabo mit allen 115 Programmen für 99 €/JahrProgramm Tinnitus ansehen: Inhalt, Stimmprobe, Preise →
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Wie Kiefer und Ohr zusammenhängen

Kiefergelenk und Ohr liegen nur wenige Zentimeter auseinander. Im Hirnstamm laufen Signale aus dem Hörnerv und aus den Nerven von Kiefer, Gesicht und Nacken zusammen. Deshalb kann sich ein Ohrgeräusch verändern, wenn Sie den Kiefer bewegen, die Zähne zusammenbeißen oder den Kopf drehen. Fachleute sprechen von somatosensorischem Tinnitus. Eine Übersichtsarbeit von Ralli und Kollegen (2017) beschreibt, dass sich Tinnitus bei manchen Menschen durch Bewegungen von Kiefergelenk, Kopf und Nacken verändern lässt. Mehr dazu erklärt Tinnitus lauter bei Kieferbewegung.

Silhouette einer Person in Meditation

Mögliche Gründe nach einer Zahnbehandlung

Langes Offenhalten des Mundes. Bei einer Wurzelbehandlung, einer großen Füllung oder einer professionellen Zahnreinigung bleibt der Mund oft lange weit geöffnet. Kaumuskeln und Kiefergelenk werden dabei stark beansprucht. Verspannungen können danach Tage anhalten.

Druck und Zug beim Zahnziehen. Beim Ziehen eines Zahns, besonders eines Weisheitszahns, wirken starke Kräfte auf Kiefer und Gelenk. Schwellung und Entzündung nach dem Eingriff können zusätzlich reizen.

Ein veränderter Biss. Nach einer neuen Füllung, Krone, Brücke oder einem Implantat passt der Biss manchmal nicht ganz. Schon kleine Unterschiede können Kaumuskeln und Kiefergelenk belasten.

Anspannung und Angst. Viele Menschen sind beim Zahnarzt angespannt, beißen die Zähne zusammen oder pressen in der Nacht danach. Stress kann Tinnitus ohnehin lauter wirken lassen. Wenn Ihnen schon der Termin Angst macht, lesen Sie auch Panik beim Zahnarzt.

Geräusche der Instrumente. Bohrer und Ultraschallgeräte sind laut und nah am Ohr. Ob sie das Innenohr belasten können, ist nicht abschließend untersucht. Wenn Sie empfindlich reagieren, können Sie Ihre Zahnärztin fragen, ob Gehörschutz möglich ist.

Zufall. Manchmal tritt ein Tinnitus zeitlich nach dem Zahnarzt auf, hat aber eine ganz andere Ursache, etwa einen Infekt, Lärm oder einen Hörsturz. Deshalb gehört ein neuer Tinnitus, der nicht schnell abklingt, ärztlich abgeklärt.

Wann Sie zeitnah zur HNO-Praxis sollten

  • Sie hören auf einem Ohr plötzlich schlechter oder das Ohr fühlt sich wie in Watte an.
  • Ihnen ist schwindelig.
  • Das Geräusch pulsiert im Takt des Herzschlags.
  • Sie haben starke Schmerzen, Fieber oder eine zunehmende Schwellung im Gesicht.
  • Der Tinnitus hält länger als ein paar Tage unverändert an.

Plötzlicher einseitiger Hörverlust kann ein Hörsturz sein und sollte rasch untersucht werden. Bei starken Schmerzen und Schwellung nach einem Eingriff ist zuerst die Zahnarztpraxis die richtige Adresse.

Was Sie selbst tun können

  1. Kiefer entlasten: Ein paar Tage weiche Kost, kein Kaugummi, nicht weit gähnen oder abbeißen.
  2. Wärme: Eine warme Kompresse auf die Kaumuskeln an der Wange kann Verspannungen lösen, sofern keine frische Schwellung nach einem Eingriff besteht. Dann eher kühlen.
  3. Lockerlassen üben: Lippen geschlossen, Zähne auseinander, Zunge locker am Gaumen. Prüfen Sie das mehrmals am Tag.
  4. Biss kontrollieren lassen: Wenn sich eine neue Füllung oder Krone zu hoch anfühlt, lassen Sie das zeitnah einschleifen.
  5. Nächtliches Pressen ansprechen: Wenn Sie morgens mit verspanntem Kiefer aufwachen, fragen Sie nach einer Abklärung auf Zähneknirschen.
  6. Stille vermeiden: Leise Hintergrundgeräusche, etwa Regen oder ein Ventilator, lassen das Ohrgeräusch weniger hervortreten.
  7. Nicht ständig nachhören: Je mehr Aufmerksamkeit der Tinnitus bekommt, desto lauter wirkt er.

Vor dem nächsten Zahnarzttermin

Wenn Sie wissen, dass Ihr Ohr nach Zahnbehandlungen empfindlich reagiert, sprechen Sie das vorher in der Praxis an. Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte gehen gern darauf ein:

  • Pausen vereinbaren, in denen Sie den Mund schließen und den Kiefer lockern können.
  • Fragen, ob eine Beißstütze möglich ist, damit die Muskeln den Mund nicht allein offen halten müssen.
  • Längere Behandlungen auf mehrere kürzere Termine aufteilen.
  • Ein Handzeichen für „Bitte kurz stoppen“ ausmachen. Das gibt Sicherheit und senkt die Anspannung.
  • Vor dem Termin bewusst entspannen und danach den Kiefer schonen.

Nach dem Ziehen eines Weisheitszahns

Nach einer Weisheitszahn-Operation sind Schwellung, eingeschränkte Mundöffnung und Druckgefühle in Wange und Ohr in den ersten Tagen häufig. Ein leises Ohrgeräusch in dieser Zeit kann mit der Reizung von Kiefer und Muskulatur zusammenhängen und klingt oft mit der Heilung ab. Nehmen Sie dagegen zunehmende Schmerzen, Fieber, Eiter oder ein taubes Gefühl an Lippe oder Zunge ernst und melden Sie sich in der Praxis.

Wenn die Sorge das Geräusch verstärkt

Ein neues Ohrgeräusch macht vielen Menschen Angst: Bleibt das jetzt für immer? Diese Sorge ist verständlich, sie kann den Tinnitus aber lauter wirken lassen, weil das Gehirn das Geräusch als Gefahr einstuft und ihm mehr Aufmerksamkeit schenkt. Hilfreich ist, sich bewusst zu machen, dass ein Tinnitus nach einer Zahnbehandlung oft einen gut erklärbaren Grund wie verspannte Kaumuskeln hat. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie tun können: Kiefer entlasten, ärztlich abklären lassen, für Ruhe und Schlaf sorgen. Wie Anspannung und Ohrgeräusch zusammenhängen, erklärt Warum wird Tinnitus bei Stress lauter?

Wenn der Tinnitus bleibt

Bleibt ein Tinnitus länger als drei Monate, spricht man von chronischem Tinnitus. Die deutsche S3-Leitlinie Chronischer Tinnitus empfiehlt dann eine gründliche Beratung als Grundlage der Behandlung, bei Bedarf ergänzt durch psychotherapeutische Verfahren und Maßnahmen zur Verbesserung des Hörens. Wenn Kiefer oder Nacken beteiligt sind, kann eine zahnärztliche Funktionsdiagnostik oder Physiotherapie sinnvoll sein. Die Übersichtsarbeit von Ralli und Kollegen weist darauf hin, dass körperliche Mitursachen bei Tinnitus oft übersehen werden und eine fachübergreifende Abklärung sinnvoll ist. Eine weitere Übersicht von Haider und Kollegen (2017) hält zugleich fest, dass die Behandlungsbelege für diese Form noch begrenzt sind.

Wo ein Audio-Programm ergänzen kann

Viele Betroffene merken, dass der Tinnitus mit der inneren Anspannung lauter und leiser wird. Eine regelmäßige Entspannungsübung kann helfen, Kiefer und Nacken loszulassen und gelassener mit dem Geräusch umzugehen. Das Audio-Hypnose-Programm bei Tinnitus läuft online im Browser und setzt am Umgang mit dem Geräusch an. Es ersetzt keine ärztliche Abklärung und keine Behandlung.

Nicht am Geräusch ansetzen, sondern am Umgang damit

Das Audio-Hypnose-Programm bei Tinnitus setzt auf Entspannung und einen gelasseneren Umgang mit dem Ohrgeräusch, begleitend zur ärztlichen Abklärung. Es ersetzt keine Behandlung. Einzeln oder im Jahresabo, online im Browser.

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Häufige Fragen

Geht Tinnitus nach dem Zahnarzt wieder weg?

In vielen Fällen ja, vor allem wenn er durch verspannte Kaumuskeln oder ein gereiztes Kiefergelenk entstanden ist. Er klingt dann oft in Tagen bis Wochen ab. Hält er länger als ein paar Tage unverändert an oder hören Sie schlechter, lassen Sie ihn in der HNO-Praxis abklären.

Kann eine Zahnbehandlung einen Tinnitus auslösen?

Eine Zahnbehandlung kann einen Tinnitus begünstigen, etwa durch langes Offenhalten des Mundes, Druck beim Zahnziehen oder einen veränderten Biss. Manchmal ist der zeitliche Zusammenhang aber Zufall. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Kann eine zu hohe Füllung Tinnitus verursachen?

Ein veränderter Biss kann Kaumuskeln und Kiefergelenk belasten und so ein Ohrgeräusch verstärken. Wenn sich eine neue Füllung oder Krone zu hoch anfühlt, lassen Sie sie zeitnah in der Zahnarztpraxis kontrollieren.

Zu welchem Arzt gehe ich bei Tinnitus nach dem Zahnarzt?

Bei plötzlichem Hörverlust, Schwindel oder anhaltendem Tinnitus zur HNO-Praxis. Bei Schmerzen, Schwellung oder Biss-Problemen nach einem Eingriff zuerst zur Zahnarztpraxis. Bei Verspannungen im Kiefer kann eine Funktionsdiagnostik sinnvoll sein.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • Ralli, Greco, Turchetta et al. (2017): Somatosensory tinnitus: Current evidence and future perspectives, Journal of International Medical Research 45(3), 933-947
  • Haider, Hoare, Costa et al. (2017): Pathophysiology, diagnosis and treatment of somatosensory tinnitus: a scoping review, Frontiers in Neuroscience 11, 207
  • Mazurek, Hesse, Sattel et al. (DGHNO-KHC): S3-Leitlinie Chronischer Tinnitus, AWMF 017-064 (2021)

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wenden Sie sich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).