Zum Hauptinhalt springen
Startseite
Über Ingo Simon Methodik Bücher (349) Glossar Audio-Hypnose Für Anfänger Video-Erfahrungen Blog Stimme testen Kunden-Login Programm bei bipolarer Störung
Bipolare Störung · Angehörige

Bipolare Störung: Wie gehe ich als Angehöriger damit um?

Angehörige können viel bewirken, wenn sie die Erkrankung verstehen und in ruhigen Zeiten gemeinsam vorsorgen. Dabei gehört die eigene Entlastung ausdrücklich dazu.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
von Beginn anAngehörige einbeziehen
Frühwarnzeichenin stabilen Phasen festhalten
Krisenplanschriftlich vereinbaren
S3-LeitlinieAWMF 038-019

Verstehen, vorbereiten, auf sich achten

Angehörige helfen am meisten, wenn sie die Erkrankung verstehen, gemeinsam mit der betroffenen Person Frühwarnzeichen und einen Krisenplan festlegen, solange es ihr gut geht, und dabei die eigenen Grenzen im Blick behalten. Die deutsche S3-Leitlinie zu bipolaren Störungen empfiehlt ausdrücklich, Angehörige von Beginn an und über alle Phasen in die Behandlung einzubeziehen.

Wissen entlastet

Viele Konflikte entstehen, weil Verhalten persönlich genommen wird, das zur Erkrankung gehört: Gereiztheit und Übermut in der Manie, Rückzug und Antriebslosigkeit in der Depression. Hilfreich ist, zwischen dem Menschen und der Erkrankung zu unterscheiden. Psychoedukation, also Aufklärung über Ursachen, Verlauf und Behandlung, richtet sich laut Leitlinie auch an Angehörige. Woran sich die Phasen zeigen, erklärt der Beitrag Woran erkennt man eine bipolare Störung?

Frühwarnzeichen gemeinsam festhalten

Viele Episoden kündigen sich mit persönlichen Vorboten an. Oft gehört ein veränderter Schlaf dazu, außerdem etwa auffallend viele Pläne, schnelleres Sprechen und mehr Geldausgaben, oder umgekehrt Rückzug und Grübeln. Sinnvoll ist, diese Zeichen in einer ruhigen Phase gemeinsam aufzuschreiben. Dann dürfen Angehörige später darauf hinweisen, ohne dass es als Bevormundung erlebt wird.

Ein Krisenplan für schwierige Zeiten

Ein schriftlicher Plan klärt im Voraus: Wer wird bei welchen Zeichen angerufen? Welche Praxis, welche Klinik ist zuständig? Welche Medikamente werden genommen? Was geschieht mit Geld, Auto oder Kinderbetreuung, wenn es kritisch wird? Der Plan sollte an einem Ort liegen, den alle Beteiligten kennen. Laut Leitlinie können schriftliche Behandlungsvereinbarungen helfen, kritischen Phasen vorzubeugen und das Risiko von Zwang zu verringern.

Im Alltag

  • konkret und ruhig benennen, was man beobachtet, statt Diagnosen zu stellen
  • in einer Manie nicht streiten oder provozieren, sondern Reize und Termine verringern
  • in einer Depression da sein, ohne zu drängen, und kleine Schritte würdigen
  • regelmäßige Tagesabläufe und Schlafzeiten unterstützen

Studien zur familienfokussierten Therapie, in der Familien gemeinsam Kommunikation und Problemlösen üben, fanden in Verbindung mit Medikamenten weniger Rückfälle und eine schnellere Erholung.

Auf sich selbst achten

Die Belastung für Angehörige ist oft groß, und niemand kann Therapeut des eigenen Partners oder Kindes sein. Die Leitlinie empfiehlt, auch Angehörige zu Selbsthilfegruppen und zum Austausch mit anderen zu ermutigen, etwa über die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen oder Angehörigenverbände. Entspannungsverfahren wie Hypnose können helfen, selbst zur Ruhe zu kommen. Für die erkrankte Person ersetzen sie keine fachärztliche Behandlung.

Bei Suizidgedanken oder akuter Gefahr: Notruf 112, in der Schweiz 144. Telefonseelsorge 0800 111 0 111 (Deutschland), Die Dargebotene Hand 143 (Schweiz). Suizidgedanken immer ernst nehmen und offen ansprechen.

Selbsttest: Depression-Test (PHQ-9) → Wie geht es Ihnen wirklich? 9 Fragen, sofortige Auswertung, keine Speicherung.
Mehr Ruhe zwischen den Extremen

Das Audio-Hypnose-Programm bei bipolarer Störung setzt auf Entspannung und einen ruhigeren Tagesrhythmus, ausschließlich begleitend zur fachärztlichen Behandlung und für stabile Phasen gedacht. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

Programm bei bipolarer Störung → Alle Programme im Jahresabo →
✓ Sofort-Download · ✓ Einmalzahlung, kein Abo-Zwang · ✓ Sichere Zahlung Digistore24

Häufige Fragen

Wie verhalte ich mich, wenn mein Partner manisch ist?

Ruhig bleiben, nicht streiten und Reize wie Termine, Lärm oder Konflikte verringern. Wurde vorher ein Krisenplan vereinbart, ist jetzt der Moment, ihn umzusetzen und die behandelnde Praxis zu informieren.

Was gehört in einen Krisenplan bei bipolarer Störung?

Persönliche Frühwarnzeichen, Kontakte von Praxis, Klinik und Vertrauenspersonen, die aktuelle Medikation und Absprachen, wer was übernimmt, etwa bei Geld oder Kindern. Er sollte in einer stabilen Phase gemeinsam erstellt werden.

Gibt es Unterstützung speziell für Angehörige?

Ja. Die S3-Leitlinie empfiehlt, auch Angehörige zu Selbsthilfegruppen und zum Austausch mit anderen zu ermutigen. Angebote gibt es unter anderem über die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen und Verbände von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen.

Was tun, wenn ein Angehöriger von Suizid spricht?

Offen nachfragen und die Gedanken ernst nehmen. Bei akuter Gefahr sofort den Notruf 112 wählen, in der Schweiz 144. Die Telefonseelsorge 0800 111 0 111 und die Dargebotene Hand 143 sind auch für Angehörige da.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • DGBS/DGPPN: S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, Version 2.1, AWMF 038-019
  • Miklowitz & Chung (2016): Family-focused therapy for bipolar disorder: reflections on 30 years of research, Family Process 55(3)

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).

Ingo Simon
Ingo Simon
Diplom-Pädagoge univ. · Heilpraktiker für Psychotherapie · 30 Jahre Erfahrung
Ingo Simon ist Gründer des Unibee Instituts und Autor von 349 Fachbüchern. Er ist mit eigener Praxis im Saarland und in der Schweiz tätig, seine Audio-Hypnose-Programme sind im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich. Alle Audio-Hypnosen werden von ihm persönlich entwickelt und von einem professionellen deutschen Sprecher eingesprochen.
Biografie lesen →