Was hilft bei Spannungskopfschmerzen?
Er ist die häufigste Kopfschmerzform überhaupt. Akut helfen wenige, gut belegte Mittel, und auf Dauer entscheidet vor allem, was man zwischen den Kopfschmerztagen tut.
Die häufigste Kopfschmerzform
Ein dumpfer, drückender Schmerz auf beiden Seiten des Kopfes, wie ein zu enges Band um Stirn und Hinterkopf: So beschreiben die meisten den Kopfschmerz vom Spannungstyp. Er ist die häufigste Kopfschmerzform überhaupt. Anders als bei Migräne pocht er in der Regel nicht, wird bei Bewegung nicht schlimmer und geht selten mit Übelkeit einher.
Was ihn auslöst
Die genaue Entstehung ist nicht vollständig geklärt. Häufig genannte Auslöser sind Stress, Schlafmangel, zu wenig Flüssigkeit, lange Bildschirmarbeit und Verspannungen in Nacken, Schultern und Kiefer. Bei häufigen Kopfschmerzen spielt zudem eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Nervensystems eine Rolle, der Körper reagiert auf dieselben Reize dann stärker.
Was akut hilft
Schmerzmittel, gezielt
Die aktuelle Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie nennt Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen als am besten belegte Mittel für die Akutbehandlung. Wichtig ist die Grenze: Wer Schmerzmittel zu oft nimmt, riskiert einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch. Als Faustregel gilt, Schmerzmittel an höchstens zehn Tagen im Monat und nicht mehr als drei Tage in Folge einzunehmen.
Pfefferminzöl
Auf Stirn und Schläfen aufgetragen, kann Pfefferminzöl die Beschwerden lindern. Es kühlt, entspannt und hat keine der Nebenwirkungen von Tabletten.
Bewegung an der frischen Luft
Ein Spaziergang, ausreichend trinken und eine Pause vom Bildschirm helfen vielen, besonders wenn der Kopfschmerz aus einem langen Arbeitstag entstanden ist.
Was vorbeugt
Bei häufigen Kopfschmerzen empfiehlt die Leitlinie, nicht-medikamentöse Verfahren fest in die Behandlung einzubauen:
- Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung
- Biofeedback, bei dem man lernt, Muskelspannung bewusst zu senken
- Physiotherapie und regelmäßiges Ausdauertraining
Hilfreich ist auch ein Kopfschmerztagebuch: Es zeigt, an welchen Tagen der Schmerz auftritt und welche Auslöser wiederkehren. Entspannungsverfahren wie Hypnose können als Teil dieses Ansatzes helfen, die Grundanspannung zu senken.
Wann ärztliche Abklärung nötig ist
Sofort ärztlich abklären lassen sollte man Kopfschmerzen, die plötzlich und extrem heftig beginnen, mit Fieber, Nackensteife, Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen einhergehen, nach einem Sturz auftreten oder sich in Art und Stärke deutlich verändern. Auch Kopfschmerzen, die an mehr als der Hälfte der Tage auftreten, gehören in ärztliche Behandlung.
Das Audio-Hypnose-Programm bei Kopfschmerzen setzt auf Tiefenentspannung und Lösen von Verspannung, als Ergänzung zu den nicht-medikamentösen Verfahren der Leitlinie. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen Spannungskopfschmerz?
Typisch ist ein dumpfer, drückender Schmerz auf beiden Kopfseiten, oft wie ein Band um den Kopf. Er ist meist leicht bis mittelstark, pocht nicht und wird bei körperlicher Aktivität nicht schlimmer.
Wie oft darf ich Schmerzmittel nehmen?
Als Faustregel gilt: an höchstens zehn Tagen im Monat und nicht mehr als drei Tage hintereinander. Wer häufiger Schmerzmittel braucht, sollte ärztlichen Rat suchen, um einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch zu vermeiden.
Hilft Pfefferminzöl wirklich?
Ja, Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen kann Spannungskopfschmerzen lindern und gilt als gut verträgliche Alternative oder Ergänzung zu Tabletten.
Was hilft dauerhaft gegen Spannungskopfschmerzen?
Regelmäßige Entspannungsverfahren, Biofeedback, Ausdauersport und Physiotherapie senken die Häufigkeit. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, persönliche Auslöser zu erkennen.
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Quellen (Auswahl)
- DGN/DMKG: S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp, AWMF 030-077
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).