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Zähneknirschen · Alternativen
Audio-Programm: Hypnose bei Zähneknirschen →

Was hilft bei Zähneknirschen außer der Schiene?

Die Aufbissschiene schützt den Zahnschmelz, das Knirschen selbst geht auf ihr weiter. Wer mehr will als Schadensbegrenzung, muss wissen, wann und warum der Kiefer arbeitet.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
Schieneschützt, heilt nicht
2 FormenSchlaf und Wachzustand
Biofeedbackgegen Pressen am Tag
S3-LeitlinieAWMF 083-027

Was die Schiene kann, und was nicht

Die Aufbissschiene ist die Standardantwort auf Zähneknirschen. Sie schützt die Zähne vor Abrieb und kann Kiefergelenk und Muskulatur entlasten. Was sie nicht tut: das Knirschen selbst abstellen. Das Pressen und Mahlen geht auf der Schiene weiter, nur ohne Schaden am Zahnschmelz.

Wer mehr will als Schutz, muss an den Ursachen ansetzen.

Begleitendes Audio-Programm: Zähneknirschen10 Gesundheitshypnosen à 75 Minuten zum Anhören zu Hause, konzipiert von Ingo Michael Simon. Ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.Einzelprogramm 129 € oder die Programme im Jahresabo für 99 €/JahrEinzelprogramm für 129 € bestellen → Inhalt und Stimmprobe →

Zwei Formen, zwei Ansatzpunkte

Fachleute unterscheiden Bruxismus im Schlaf von Bruxismus im Wachzustand. Nach dem internationalen Expertenkonsens gilt Bruxismus bei ansonsten gesunden Menschen nicht als Krankheit, sondern als Verhalten der Kaumuskulatur, das unter bestimmten Umständen Folgen haben kann.

Das Pressen am Tag geschieht meist unbewusst, bei Konzentration, Ärger oder Anspannung, und lässt sich direkt beeinflussen. Das Knirschen in der Nacht hängt eng mit Stress, Schlafphasen und teils mit Schlafstörungen wie Schnarchen oder Atemaussetzern zusammen.

Tal mit Fluss in ruhigem Licht

Was außer der Schiene hilft

Das Pressen am Tag bemerken

Die entspannte Ruhelage des Kiefers ist: Lippen geschlossen, Zähne leicht auseinander, Zunge locker am Gaumen. Viele merken erst, wie oft sie pressen, wenn sie gezielt darauf achten. Kleine Erinnerungen, ein Punkt am Bildschirmrand, ein Signal auf dem Handy, helfen, das Muster zu erkennen und zu unterbrechen. Das Prinzip stammt aus der Verhaltenstherapie.

Stress abbauen

Stress und emotionale Anspannung gehören zu den am häufigsten beschriebenen Einflussfaktoren. Entspannungsverfahren, regelmäßige Bewegung und echte Pausen setzen hier an. Auch Hypnose wird als Entspannungsverfahren eingesetzt, um die Grundanspannung zu senken.

Biofeedback

Ein Sensor misst die Aktivität der Kaumuskulatur und meldet sie zurück. So lässt sich das Pressen am Tag gezielt wahrnehmen und abbauen. Für das nächtliche Knirschen ist die Studienlage uneinheitlicher.

Physiotherapie

Bei verspannter Kaumuskulatur und Kieferschmerzen können Physiotherapie, Übungen und Selbstmassage die Beschwerden lindern.

Auslöser im Alltag reduzieren

Alkohol, Nikotin und viel Koffein werden mit häufigerem Knirschen in Verbindung gebracht, ebenso bestimmte Medikamente wie einige Antidepressiva. Beginnt das Knirschen nach einer neuen Medikation, lohnt ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt.

Und Botox?

Injektionen mit Botulinumtoxin in die Kaumuskulatur können die Kraft des Pressens verringern. Für Bruxismus ist das in Deutschland nicht zugelassen; es wird als Off-Label-Anwendung meist privat bezahlt. Die Wirkung hält einige Monate an, Langzeitdaten sind begrenzt.

Kieferschmerzen, eine eingeschränkte Mundöffnung oder Knacken im Kiefergelenk gehören zahnärztlich abgeklärt, idealerweise in einer Praxis mit Schwerpunkt Funktionsdiagnostik.

Die Anspannung lösen, die den Kiefer arbeiten lässt

Das Audio-Hypnose-Programm bei Zähneknirschen setzt auf Tiefenentspannung und das Lösen der Grundanspannung, ergänzend zur zahnärztlichen Behandlung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

Allgemeine Stimmprobe – kein Ausschnitt des konkreten Programms:
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Häufige Fragen

Kann man sich das Zähneknirschen abgewöhnen?

Das Pressen am Tag lässt sich durch Aufmerksamkeit für die Kieferhaltung und Erinnerungsreize deutlich reduzieren. Das nächtliche Knirschen ist nicht bewusst steuerbar, hier setzen Stressabbau und die Behandlung möglicher Schlafstörungen an.

Ist Zähneknirschen psychisch bedingt?

Stress und Anspannung gehören zu den wichtigsten Einflussfaktoren, sind aber nicht die einzigen. Auch Schlafstörungen, Genussmittel und Medikamente spielen eine Rolle.

Muss ich die Schiene trotzdem tragen?

Zeigen die Zähne bereits Abrieb, ist der Schutz sinnvoll, bis das Knirschen nachlässt. Schiene und Maßnahmen gegen die Ursachen ergänzen sich.

Hilft Magnesium gegen Zähneknirschen?

Für eine Wirkung von Magnesium gegen Bruxismus gibt es keine belastbaren Studien. Ein nachgewiesener Mangel sollte behandelt werden, als gezielte Therapie gegen das Knirschen ist Magnesium aber nicht belegt.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • DGFDT/DGZMK: S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung von Bruxismus, AWMF 083-027
  • Lobbezoo et al. (2018): International consensus on the assessment of bruxism: report of a work in progress, Journal of Oral Rehabilitation 45(11)

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).