Warum bekommt man nach dem Weinen Kopfschmerzen?
Die Tränen sind getrocknet, doch der Kopf pocht und drückt. Hinter dem Kopfschmerz nach dem Weinen stecken meist harmlose, gut erklärbare Vorgänge. Einige Handgriffe helfen schnell.
Eine häufige und meist harmlose Reaktion
Nach heftigem Weinen fühlt sich der Kopf oft dumpf, schwer oder drückend an. Meist steckt eine Mischung aus angespannter Muskulatur, zugeschwollener Nase und der emotionalen Belastung selbst dahinter. Eigene Studien speziell zum Kopfschmerz nach dem Weinen gibt es kaum. Die beteiligten Mechanismen sind aus der Kopfschmerzforschung aber gut bekannt.
Was beim Weinen im Kopf passiert
Angespannte Muskeln
Beim Weinen ziehen sich Stirn, Augenpartie und Kiefer zusammen, bei starkem Schluchzen oft auch Nacken und Schultern. Die Leitlinie zum Kopfschmerz vom Spannungstyp beschreibt, dass die Muskulatur rund um den Schädel bei Betroffenen empfindlicher ist. In einer Studie ließ sich durch anhaltendes Zusammenbeißen der Zähne ein solcher Kopfschmerz sogar auslösen. Typisch ist ein beidseitiger, drückender Schmerz, wie ein zu enges Band.
Die Nase schwillt zu
Tränen fließen nicht nur über die Wangen ab, sondern über den Tränen-Nasen-Gang auch in die Nase. Die Schleimhaut schwillt an, die Nase läuft oder ist verstopft. Das kann ein Druckgefühl um Stirn und Augen verstärken, ähnlich wie bei einem Schnupfen.
Stress und das Nachlassen von Stress
Wer weint, steckt meist in einer belastenden Situation. In einer Studie von Kelman nannten knapp 80 Prozent der befragten Menschen mit Migräne Stress als Auslöser ihrer Attacken. Eine Tagebuchstudie von Richard Lipton fand zudem: Lässt die Anspannung nach, steigt bei Migränebetroffenen in den folgenden Stunden das Risiko für eine Attacke. Wer zu Migräne neigt, bekommt also mitunter gerade dann Kopfschmerzen, wenn nach dem Weinen Ruhe einkehrt.
Erschöpfung und wenig Schlaf
Langes Weinen ist anstrengend und fällt oft in den späten Abend oder die Nacht. Schlafmangel gehört zu den bekannten Auslösern von Spannungskopfschmerz und Migräne.
Was jetzt hilft
- Kühle und Wärme: ein kühles Tuch auf Stirn und Augen, Wärme im Nacken
- Nase frei machen: schnäuzen, eventuell Dampf oder ein Kochsalzspray
- Kiefer lösen: Zähne bewusst auseinander, Schultern sinken lassen, den Nacken sanft dehnen
- Ruhe: ein Glas Wasser, ein paar langsame Atemzüge, wenn möglich schlafen
Gelegentlich kann ein übliches Schmerzmittel helfen. Wer sehr häufig zu Schmerzmitteln greift, riskiert allerdings einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Ein plötzlich einsetzender, heftigster Kopfschmerz ist ein Notfall (Notruf 112), ebenso Kopfschmerz mit Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen, Verwirrtheit oder Fieber mit Nackensteife. Abklären lassen sollte man auch Kopfschmerzen, die häufiger werden oder sich verändern.
Wer über Wochen oft weint und niedergeschlagen ist, sollte das ärztlich oder psychotherapeutisch ansprechen. Zur Vorbeugung von Spannungskopfschmerz empfiehlt die Leitlinie Entspannungsverfahren. Hypnose zur Entspannung kann ein solcher Baustein sein, begleitend und nicht als Ersatz für eine ärztliche Abklärung.
Das Audio-Hypnose-Programm bei Kopfschmerzen setzt an muskulärer und mentaler Anspannung an, begleitend zur ärztlichen Abklärung und nicht als Ersatz. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
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Quellen (Auswahl)
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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).