Nervös vor dem Vorstellungsgespräch: Was hilft?
Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch ist normal und sogar nützlich. Entscheidend ist, wie man sie deutet und womit man sich vorbereitet.
Nervosität ist kein schlechtes Zeichen
Feuchte Hände, trockener Mund, der Kopf leer: Vor einem Vorstellungsgespräch sind fast alle aufgeregt. Das zeigt, dass einem die Stelle wichtig ist. Ein mittleres Maß an Anspannung macht zudem wach und aufmerksam. Zum Problem wird die Nervosität erst, wenn sie so stark ist, dass man nicht mehr klar denken kann, oder Gespräche aus Angst ganz meidet.
Warum Beruhigen oft nicht funktioniert
Der übliche Rat lautet: „Bleib ruhig.“ Das Problem: Die körperliche Erregung lässt sich kurz vor dem Gespräch kaum herunterfahren. Die Psychologin Alison Wood Brooks hat einen anderen Weg untersucht. In mehreren Experimenten, vom Singen vor Publikum bis zu Reden und Rechenaufgaben, schnitten Menschen besser ab, die ihre Aufregung als Vorfreude umdeuteten, statt sich beruhigen zu wollen. Schon ein Satz wie „Ich bin gespannt“ half.
Der Grund: Angst und Vorfreude fühlen sich körperlich sehr ähnlich an. Wer die Erregung als Energie deutet, schaltet eher in einen Chancen-Modus als in einen Bedrohungs-Modus.
Vorbereitung, die wirklich entlastet
Die typischen Fragen durchspielen
Stärken und Schwächen, Gründe für den Wechsel, Gehaltsvorstellung: Wer diese Fragen laut beantwortet hat, muss im Gespräch nicht improvisieren. Am besten mit einer Person, die Rückmeldung gibt.
Beispiele statt Behauptungen
Zwei, drei konkrete Situationen aus dem bisherigen Berufsleben, die zeigen, was man kann, geben Sicherheit. Sie lassen sich auf viele Fragen anpassen.
Eigene Fragen vorbereiten
Ein Vorstellungsgespräch ist ein Gespräch auf Augenhöhe. Eigene Fragen zum Team, zur Einarbeitung oder zu den Aufgaben verschieben die Rolle vom Prüfling zum Gesprächspartner.
Die Logistik klären
Weg, Zeit, Kleidung, Unterlagen oder Technik beim Videogespräch am Vortag festlegen. Jede offene Frage weniger senkt die Anspannung am Tag selbst.
Kurz vor dem Gespräch
- langsam und lang ausatmen, das senkt den Puls
- sich innerlich sagen: „Ich bin gespannt“ statt „Ich muss ruhig bleiben“
- die ersten Sätze der Selbstvorstellung einmal im Kopf durchgehen
Wenn die Angst größer ist
Wer Vorstellungsgespräche aus Angst meidet oder schon Tage vorher kaum schlafen kann, erlebt möglicherweise mehr als normales Lampenfieber. Eine Verhaltenstherapie kann dann helfen. Entspannungsverfahren wie Hypnose lassen sich in den Tagen vorher einüben und vor dem Termin gezielt abrufen.
Das Audio-Hypnose-Programm für mehr Selbstbewusstsein lässt sich in den Tagen vor einem wichtigen Termin einüben und dann gezielt abrufen. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
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Quellen (Auswahl)
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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).