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Bipolare Störung · Hypersexualität
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Warum sind bipolare Menschen hypersexuell?

Bipolare Menschen sind vor allem in manischen und hypomanen Phasen hypersexuell: Die Hochstimmung steigert Antrieb und Lust und senkt die Hemmungen. In depressiven Phasen ist die Lust oft gering.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
27 Arbeitenzu Hypersexualität und Partnerschaft bei bipolarer Störung ausgewertet
Manieist mit häufigerem riskantem Sexualverhalten verbunden
Safer SexFrauen mit bipolarer Störung hatten in einer Studie häufiger sexuell übertragbare Infektionen
Psychoedukationempfiehlt die S3-Leitlinie, Angehörige können einbezogen werden

Die kurze Antwort

Bipolare Menschen sind vor allem in manischen oder hypomanen Phasen hypersexuell, weil die Hochstimmung Antrieb, Selbstvertrauen und Lust steigert und zugleich die Hemmungen senkt. Wenig Schlaf, rasende Gedanken und Impulsivität kommen hinzu. In depressiven Phasen ist die Lust dagegen oft gering. Hypersexualität ist bei bipolarer Störung also meist an Phasen gebunden.

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Was in der Manie passiert

Eine Übersichtsarbeit von Kopeykina und Kollegen (2016) wertete 27 Arbeiten aus. Menschen mit bipolarer Störung zeigten in manischen Episoden häufiger riskantes Sexualverhalten als Patientinnen und Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen. Die Autoren betonen zugleich, dass Hypersexualität bisher nicht einheitlich definiert ist.

Eine mögliche Erklärung liefert die Forschung zur Zielverfolgung. Laut einer Übersicht von Sheri Johnson (2005) reagieren Menschen mit Neigung zur Manie besonders stark auf Erfolg und Belohnung, und in guter Stimmung steigt ihr Selbstvertrauen deutlich an. Flirts, Bestätigung und Sex sind starke Belohnungen. Die innere Bremse, die sonst an Folgen denken lässt, greift dann schwächer.

Silhouette einer Person in Meditation

Wie sich das zeigen kann

Typisch sind zum Beispiel plötzlich sehr viel Verlangen, anzügliche Nachrichten an Fremde, Dating-Apps mitten in der Nacht, Sex ohne Schutz oder Affären, die gar nicht zur Person passen. In der Phase fühlt sich das für Betroffene oft stimmig und großartig an. Scham und Reue kommen häufig erst danach.

Safer Sex ist Selbstschutz

Riskantes Verhalten hat reale Folgen. In einer Studie von Marengo und Kollegen (2015) hatten 63 Frauen mit bipolarer Störung häufiger Gelegenheitspartner und nicht monogame Beziehungen als eine Vergleichsgruppe. Zwei oder mehr sexuell übertragbare Infektionen in der Vorgeschichte waren bei ihnen ebenfalls häufiger. Kondome griffbereit zu haben, ist deshalb sinnvoll. Nach riskanten Kontakten bieten Hausarztpraxen und Gesundheitsämter Tests an.

Was Partner tun können

  1. Frühwarnzeichen absprechen: In ruhigen Zeiten klären, woran beide eine beginnende Hochphase erkennen, etwa weniger Schlaf oder auffällig viel Flirten, und wer dann die Ärztin informiert.
  2. Grenzen klar benennen: „Ich weiß, dass es zur Phase gehören kann, aber Untreue akzeptiere ich nicht.“ Die Erkrankung erklärt Verhalten, sie verpflichtet niemanden, es hinzunehmen.
  3. Auf Schutz bestehen: Nach einer Hochphase mit riskanten Kontakten kann auch in der eigenen Beziehung ein Test sinnvoll sein.
  4. Die eigene Verletzung ernst nehmen: Paarberatung oder eine eigene Beratung helfen, die Folgen zu verarbeiten.

Hinweis zur Einordnung

Gesteigerte Lust allein ist kein Zeichen einer bipolaren Störung. Die S3-Leitlinie zu bipolaren Störungen empfiehlt Psychoedukation, in der Betroffene Frühwarnzeichen erkennen lernen und Angehörige einbezogen werden können. Diagnose und Behandlung gehören in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Bei Selbstgefährdung: Notruf 112, TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 (DE), Dargebotene Hand 143 (CH). Ist es bereits zu einer Affäre gekommen, passt Fremdgehen in der Manie: Wie damit umgehen?.

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Auch als Partner auf sich achten

Das Audio-Programm bei bipolarer Störung richtet sich an Betroffene selbst, begleitend zur Behandlung, und ist nicht dafür gedacht, den Partner zu behandeln. Für die eigene Belastung als Partnerin oder Partner passen eher Programme wie Stress, Schlafstörungen und Selbstwertgefühl: aufeinander aufbauende Hypnosen à 75 Minuten für zu Hause, von Ingo Michael Simon geschrieben und professionell eingesprochen, ohne KI. Alle sind im Jahresabo mit allen 115 Programmen enthalten. Begleitend gedacht, kein Ersatz für Beratung, ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Allgemeine Stimmprobe – kein Ausschnitt des konkreten Programms:
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Häufige Fragen

Woran merke ich, dass die gesteigerte Lust meines Partners mit einer Manie zusammenhängt?

Ein Hinweis ist, wenn sie zusammen mit anderen Veränderungen auftritt: kaum Schlaf und trotzdem voller Energie, schnelles Reden, große Pläne, hohe Ausgaben. Kommt das gebündelt und neu, ist ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt sinnvoll.

Kann Hypersexualität auch in einer Hypomanie auftreten?

Ja, auch in leichteren Hochphasen kann das Verlangen deutlich steigen. Weil eine Hypomanie weniger auffällt als eine Manie, wird der Zusammenhang oft erst im Nachhinein erkannt.

Mein bipolarer Partner will in depressiven Phasen gar keinen Sex. Ist das normal?

Das ist häufig. Die Forschung beschreibt bei bipolarer Störung ein je nach Phase wechselndes sexuelles Interesse und mehr sexuelle Funktionsstörungen in depressiven Episoden. Auch manche Medikamente können die Lust dämpfen, das lässt sich ärztlich besprechen.

Wie spreche ich das Thema an, ohne meinen Partner zu beschämen?

Am besten in einer stabilen Phase und mit konkreten Beobachtungen statt Vorwürfen, etwa: „In der letzten Hochphase hast du viel mit Fremden geschrieben. Wie wollen wir es beim nächsten Mal handhaben?“ Gemeinsame Absprachen geben beiden Sicherheit.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • Kopeykina et al. (2016): Hypersexuality and couple relationships in bipolar disorder: a review, Journal of Affective Disorders 195 Quelle lesen →
  • Johnson (2005): Mania and dysregulation in goal pursuit: a review, Clinical Psychology Review 25(2) Quelle lesen →
  • Marengo et al. (2015): Sexual risk behaviors among women with bipolar disorder, Psychiatry Research 230(3) Quelle lesen →
  • DGBS, DGPPN: S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, AWMF 038-019 Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).