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Job · Fehlerangst
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Angst, bei der Arbeit Fehler zu machen: Woher sie kommt und was hilft

Die Angst, im Job Fehler zu machen, ist weit verbreitet und meist kein Zeichen mangelnder Eignung. Frühes Nachfragen, begrenztes Kontrollieren und ein offener Umgang mit Fehlern helfen mehr als noch mehr Perfektion.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
43 Studienzeigen: Die Sorge um Fehler geht mit mehr Burnout einher, hohe Ziele nicht
Kein klarer Vorteilfür die Arbeitsleistung fand eine Meta-Analyse zu Perfektionismus im Job
51 Teamslernten mehr, wenn Fehler ohne Bloßstellung angesprochen werden konnten
24 Studienzu Trainings, in denen Fehler ausdrücklich erlaubt sind

Die kurze Antwort

Die Angst, im Job Fehler zu machen oder zu versagen, ist weit verbreitet und meist kein Zeichen mangelnder Eignung. Sie wird stark, wenn jeder Fehler als Beweis eigener Unfähigkeit erlebt wird statt als normaler Teil der Arbeit. Hilfreich sind frühes Nachfragen, ein sachlicher Umgang mit Fehlern und der Abschied vom drei- und vierfachen Kontrollieren.

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Warum Fehlerangst nicht besser macht

Harari und Kollegen (2018) fassten die Forschung zu Perfektionismus am Arbeitsplatz zusammen. Mit der Arbeitsleistung hing er insgesamt nicht eindeutig zusammen. Hill und Curran (2016) werteten 43 Studien aus: Die ständige Sorge um Fehler und um das Urteil anderer ging deutlich mit mehr Burnout einher, das Streben nach hohen Zielen dagegen nicht. Im Arbeitsbereich war dieser Unterschied teils noch ausgeprägter. Hohe Ansprüche sind also nicht das Problem, sondern die Angst, an ihnen zu scheitern.

Weite Berglandschaft

Welche Rolle das Team spielt

Edmondson (1999) untersuchte 51 Arbeitsteams. Wo die Mitglieder überzeugt waren, Fragen stellen und Fehler ansprechen zu können, ohne bloßgestellt zu werden, lernten die Teams mehr und arbeiteten besser. Fachleute nennen das psychologische Sicherheit. Fehlerangst ist daher nicht immer nur eine persönliche Sache: Wo Fehler bestraft oder belächelt werden, ist sie eine nachvollziehbare Reaktion. Keith und Frese (2008) zeigten zudem in 24 Studien, dass Menschen in Trainings, die Fehler ausdrücklich zulassen, das Gelernte besser auf neue Aufgaben übertragen.

Schritt für Schritt

  1. Den Fehler sachlich einordnen: Drei Fragen stellen: Was genau ist passiert, was folgt daraus, was lässt sich beheben? Meist ist die Folge kleiner als die Angst davor.
  2. Früh nachfragen: Unklare Aufträge vorab klären, etwa „Bis wann und in welcher Form brauchst du das?“ So entstehen viele Fehler gar nicht erst.
  3. Kontrollen begrenzen: Eine wichtige Mail einmal gründlich prüfen, dann absenden. Jede weitere Runde bringt kaum Sicherheit, kostet aber Zeit und hält die Angst wach.
  4. Fehler selbst ansprechen: Ein kurzer Satz wie „Mir ist hier ein Fehler passiert, ich habe ihn so korrigiert“ wirkt meist souveräner als Schweigen und nimmt dem Fehler die Heimlichkeit.
  5. Den Arbeitstag abschließen: Vor dem Feierabend notieren, was erledigt ist und was morgen ansteht. Das gibt dem Kopf ein Ende und unterbricht das Grübeln am Abend.

Wann mehr dahintersteckt

Geht es weniger um die Arbeit als um den Anspruch, überall fehlerlos zu sein, hilft Perfektionismus loswerden. Trifft schon eine kleine Anmerkung der Chefin oder des Chefs tief, passt Warum trifft mich Kritik so sehr?. Kreisen die Gedanken über Wochen um mögliche Fehler, leidet der Schlaf oder fällt der Weg zur Arbeit immer schwerer, ist ein Gespräch in der hausärztlichen oder psychotherapeutischen Praxis sinnvoll.

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Häufige Fragen

Ich kontrolliere bei der Arbeit alles mehrfach aus Angst vor Fehlern: Was hilft?

Hilfreich ist eine feste Regel, etwa jede Aufgabe einmal gründlich zu prüfen und dann abzugeben. Anfangs fühlt sich das unsicher an, mit der Zeit zeigt sich aber, dass ohne die zusätzlichen Runden selten etwas schiefgeht. Gelingt das trotz Bemühen nicht und kostet das Kontrollieren täglich viel Zeit, lohnt sich eine psychotherapeutische Abklärung.

Soll ich einen Fehler sofort meiner Führungskraft sagen?

In den meisten Fällen ja, am besten zusammen mit einem Vorschlag, wie er sich beheben lässt. Je früher ein Fehler bekannt ist, desto leichter lässt er sich meist korrigieren. Wer Fehler offen anspricht, trägt außerdem zu einem Klima bei, in dem auch andere sich trauen, Probleme zu melden.

Warum denke ich nach Feierabend noch stundenlang über mögliche Fehler nach?

Wenn eine Sorge nicht abgeschlossen ist, kehrt der Kopf immer wieder zu ihr zurück. Eine kurze Notiz vor dem Feierabend mit erledigten und offenen Punkten kann helfen, den Tag gedanklich zu beenden. Bleibt das Grübeln trotzdem jeden Abend, kann es um mehr als die einzelne Aufgabe gehen, etwa um Erschöpfung oder eine Angststörung.

Was kann ich tun, wenn in meinem Team Fehler bestraft werden?

Dann ist die Angst eine nachvollziehbare Reaktion und kein persönliches Versagen. Hilfreich sind klare schriftliche Absprachen zu Aufgaben und Fristen sowie Verbündete im Team, mit denen sich Probleme besprechen lassen. Werden Fehler regelmäßig zur Bloßstellung genutzt, können Betriebsrat, Personalabteilung oder eine Beratung weiterhelfen.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • Harari et al. (2018): Is perfect good? A meta-analysis of perfectionism in the workplace, Journal of Applied Psychology 103(10) Quelle lesen →
  • Hill & Curran (2016): Multidimensional perfectionism and burnout: a meta-analysis, Personality and Social Psychology Review 20(3) Quelle lesen →
  • Edmondson (1999): Psychological safety and learning behavior in work teams, Administrative Science Quarterly 44(2) Quelle lesen →
  • Keith & Frese (2008): Effectiveness of error management training: a meta-analysis, Journal of Applied Psychology 93(1) Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).