Was macht Hitze mit dem Blutdruck?
Entgegen der verbreiteten Annahme senkt Hitze den Blutdruck bei den meisten Menschen. Genau daraus entstehen im Sommer Probleme – nur andere als erwartet.
Blutdruck und Hitze – der Zusammenhang ist gegenläufig
Viele Menschen mit Bluthochdruck nehmen an, dass Hitze den Blutdruck steigen lässt. Tatsächlich ist es meist umgekehrt: Bei Wärme sinkt der Blutdruck bei den meisten Menschen.
Das ist gut belegt – und gerade deshalb entstehen im Sommer Probleme, allerdings andere als erwartet.
Was bei Hitze im Kreislauf passiert
Die Gefäße weiten sich
Um Wärme abzugeben, erweitert der Körper die Blutgefäße in der Haut. Mehr Blut fließt in die Körperperipherie, der Widerstand im Gefäßsystem sinkt – und damit der Blutdruck.
Flüssigkeit geht verloren
Über Schweiß verliert der Körper bei Hitze erhebliche Mengen Flüssigkeit. Das Blutvolumen sinkt, was den Blutdruck zusätzlich senkt.
Warum das ein Problem sein kann
Wer blutdrucksenkende Medikamente einnimmt, kann im Sommer in den Unterdruckbereich geraten: Schwindel beim Aufstehen, Benommenheit, Schwäche, in ungünstigen Fällen Stürze. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Personen, die Entwässerungsmittel einnehmen.
Deshalb wird die Medikation bei manchen Patienten im Sommer ärztlich angepasst. Eigenmächtig sollte nichts verändert werden – das gehört in ärztliche Hand und erfordert Messwerte.
Wann Hitze den Blutdruck doch steigen lässt
Es gibt Situationen, in denen Hitze zu höheren Werten führt:
- Schwüle ohne Abkühlung: Wenn Schweiß nicht verdunsten kann, funktioniert die Kühlung schlecht. Der Kreislauf arbeitet gegen die Überhitzung an.
- Schlechter Schlaf: Heiße Nächte stören den Schlaf. Schlafmangel erhöht den Blutdruck messbar – ein häufig übersehener Zusammenhang im Sommer.
- Belastung in der Hitze: Körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen fordert den Kreislauf doppelt.
- Zu wenig Trinken über längere Zeit: Bei stärkerem Flüssigkeitsmangel greifen Gegenregulationen, die den Druck wieder anheben.
Warum Anspannung dazukommt
Anhaltende Belastung erhöht den Blutdruck über Stresshormone, und Hitze wirkt für den Körper selbst als Belastung. Beides zusammen – heiße Tage plus angespannte Phase – summiert sich.
Dass psychische Belastung bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Bluthochdruck eine Rolle spielt, ist gut untersucht. Entspannungsverfahren werden in Leitlinien als begleitende Maßnahme genannt, ausdrücklich ergänzend zu Bewegung, Ernährung und gegebenenfalls Medikamenten.
Was im Sommer sinnvoll ist
- Regelmäßig messen: An heißen Tagen häufiger als sonst, immer zur gleichen Zeit und nach fünf Minuten Ruhe.
- Ausreichend trinken: Bei Herz- oder Nierenerkrankungen gilt die individuelle ärztliche Vorgabe.
- Mittagshitze meiden: Körperliche Aktivität in die kühleren Tageszeiten legen.
- Langsam aufstehen: Bei niedrigem Druck vermeidet das Schwindel und Stürze.
- Medikamente nicht eigenmächtig ändern: Bei wiederholt niedrigen Werten oder Schwindel ärztlich besprechen.
Wann sofort ärztliche Hilfe nötig ist
Bei Werten über 180/120 mmHg mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Brustschmerz oder Atemnot: sofort den Notruf 112 wählen. Auch bei Hitzschlag-Anzeichen – Verwirrtheit, sehr hohe Körpertemperatur, fehlendes Schwitzen – ist das ein Notfall.
Wo Entspannungsverfahren ansetzen
Entspannungsverfahren können den Blutdruck begleitend günstig beeinflussen, indem sie die Aktivierung des Nervensystems senken. Sie ersetzen weder Medikamente noch ärztliche Kontrolle – und Medikation wird nie eigenmächtig verändert.
Das Audio-Hypnose-Programm bei Bluthochdruck setzt auf Entspannung als begleitende Maßnahme – ergänzend zu Bewegung, Ernährung und ärztlicher Behandlung, niemals als Ersatz. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
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Quellen (Auswahl)
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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).