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Blutdruck · Entspannung

Kann Entspannung den Blutdruck senken?

Ja, ein wenig, aber weniger zuverlässig als oft behauptet. Entspannung ist ein möglicher Zusatzbaustein, und die Studienlage zeigt recht genau, wo ihre Grenzen liegen.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
5,5 mmHgmittlere Senkung im Cochrane-Review
schwachQualität der Belege
Ausdauertrainingam besten belegt (AHA)
Medikamentenie eigenmächtig absetzen

Die kurze Antwort

Entspannung kann den Blutdruck etwas senken, doch der Effekt ist klein und wissenschaftlich unsicher. Deutlich besser belegt sind Bewegung, weniger Salz, ein gesundes Gewicht und weniger Alkohol. Entspannungsverfahren eignen sich deshalb als Ergänzung, nicht als Ersatz für diese Maßnahmen und schon gar nicht für verordnete Medikamente.

Was die Studien zeigen

Die Cochrane-Übersicht

Eine Cochrane-Übersicht wertete 25 Studien mit knapp 1.200 Erwachsenen mit erhöhtem Blutdruck aus. Im Mittel sank der obere Wert unter Entspannungsverfahren um 5,5 mmHg, der untere um 3,5 mmHg. Das klingt ordentlich, doch viele Studien waren methodisch schwach. In den sorgfältigeren Untersuchungen, etwa mit verblindeter Messung oder einer Scheinbehandlung zum Vergleich, war der Effekt kleiner und nicht mehr sicher nachweisbar. Die Belege für einen ursächlichen Zusammenhang stuften die Autoren als schwach ein.

Die Bewertung der American Heart Association

Die American Heart Association hat 2013 Wege zur Blutdrucksenkung jenseits von Medikamenten und Ernährung bewertet:

  • am besten belegt: Ausdauertraining
  • gut belegt: Krafttraining und geräteunterstütztes langsames Atmen
  • begrenzt belegt: Transzendentale Meditation und Biofeedback
  • nicht empfohlen, da kein Nutzen belegt: andere Meditationsformen, Yoga und sonstige Entspannungsverfahren

Trotzdem hält es das Gremium für vertretbar, solche Ansätze ab einem Blutdruck über 120/80 mmHg ergänzend auszuprobieren, wenn es medizinisch passt.

Warum der Effekt so schwer zu fassen ist

Ein niedrigerer Wert direkt nach einer Übung sagt wenig über den Blutdruck im Alltag. Für die Gesundheit zählt, wie er sich über Wochen und Monate verhält. Die Cochrane-Autoren vermuten zudem, dass ein Teil des scheinbaren Nutzens auf Aspekte der Behandlung zurückgeht, die mit der Entspannung selbst nichts zu tun haben.

Wer es ausprobieren möchte

  • täglich üben, über mehrere Wochen, nicht nur in akuten Stressmomenten
  • zu Hause standardisiert messen: sitzend, nach einigen Minuten Ruhe, immer zur gleichen Tageszeit
  • die Werte notieren und das Protokoll in der Hausarztpraxis besprechen
  • die besser belegten Maßnahmen nicht vernachlässigen: Die europäische Leitlinie von 2024 setzt auf weniger Salz, mehr Kalium, Bewegung, ein gesundes Gewicht, weniger Alkohol und Rauchstopp

Die wichtigste Regel

Blutdruckmedikamente niemals eigenmächtig absetzen oder reduzieren, weil man mit Entspannung begonnen hat. Hoher Blutdruck verursacht oft lange keine Beschwerden und erhöht trotzdem das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Sehr hohe Werte zusammen mit Brustschmerz, Atemnot, Sehstörungen, Lähmungen oder Sprachstörungen sind ein Notfall: sofort 112 anrufen, in der Schweiz 144.

Hypnose zählt zu den Entspannungsverfahren. Eine eigene Empfehlung zur Blutdrucksenkung gibt es dafür nicht. Sinnvoll ist sie dort, wo Stress und innere Anspannung eine Rolle spielen, begleitend zur ärztlichen Behandlung.

Entspannung als täglicher Baustein

Das Audio-Hypnose-Programm bei Bluthochdruck bietet eine tägliche Entspannungsroutine gegen Stress, ergänzend zur ärztlichen Behandlung und niemals statt verordneter Medikamente. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

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Häufige Fragen

Um wie viel senkt Entspannung den Blutdruck?

In einer Cochrane-Übersicht sank der obere Wert im Mittel um 5,5 mmHg, der untere um 3,5 mmHg. In den methodisch besseren Studien war der Effekt kleiner und nicht mehr sicher nachweisbar.

Was senkt den Blutdruck ohne Medikamente am zuverlässigsten?

Am besten belegt ist regelmäßiges Ausdauertraining. Dazu kommen weniger Salz, ein gesundes Gewicht, weniger Alkohol und Rauchstopp. Entspannungsverfahren sind ein möglicher Zusatz, aber schwächer belegt.

Darf man Blutdrucktabletten weglassen, wenn man regelmäßig meditiert?

Nein. Medikamente sollten nie eigenmächtig reduziert oder abgesetzt werden. Wer zu Hause bessere Werte misst, bespricht das Protokoll in der Praxis, dort wird über eine mögliche Anpassung entschieden.

Hilft langsames Atmen gegen hohen Blutdruck?

Geräteunterstütztes langsames Atmen bewertete die American Heart Association besser als die meisten anderen Entspannungsverfahren. Auch hier gilt: als Ergänzung ausprobieren und den Effekt mit Messungen zu Hause prüfen.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • Dickinson et al. (2008): Relaxation therapies for the management of primary hypertension in adults, Cochrane Database of Systematic Reviews, CD004935
  • Brook et al. (2013): Beyond medications and diet: alternative approaches to lowering blood pressure. A scientific statement from the American Heart Association, Hypertension 61(6)
  • McEvoy et al. (2024): 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension, European Heart Journal 45(38)

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).

Ingo Simon
Ingo Simon
Diplom-Pädagoge univ. · Heilpraktiker für Psychotherapie · 30 Jahre Erfahrung
Ingo Simon ist Gründer des Unibee Instituts und Autor von 349 Fachbüchern. Er ist mit eigener Praxis im Saarland und in der Schweiz tätig, seine Audio-Hypnose-Programme sind im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich. Alle Audio-Hypnosen werden von ihm persönlich entwickelt und von einem professionellen deutschen Sprecher eingesprochen.
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