Schokoladensucht: Gibt es das, und was hilft?
Eine Schokoladensucht als Diagnose gibt es nicht. Heißhunger auf Schokolade ist aber sehr verbreitet, und mit festen Genussregeln statt Verboten verliert er oft seine Macht.
Die kurze Antwort
Eine „Schokoladensucht“ im medizinischen Sinn gibt es nicht. Heißhunger auf Schokolade ist aber sehr verbreitet: In einer Befragung von über 1.000 Studierenden (Weingarten und Elston 1991) war Schokolade das am häufigsten genannte Lebensmittel, auf das Menschen Heißhunger haben, besonders bei Frauen. Dahinter stecken meist Gewohnheit, Gefühle, strenge Verbote und der besondere Genuss aus Zucker und Fett. Mit festen Regeln für Genuss statt Verboten verliert Schokolade oft ihre Macht.
Warum Schokolade so stark lockt
- Zucker und Fett: Die Mischung schmilzt im Mund und wirkt stark belohnend. Das Gehirn merkt sich diesen Genuss.
- Gewohnheit: Schokolade zum Kaffee, nach dem Abendessen oder vor dem Fernseher wird zum festen Ritual. Siehe Essen beim Fernsehen abgewöhnen.
- Gefühle: Bei Stress, Trauer oder Langeweile tröstet Schokolade schnell. Siehe Emotionales Essen und Heißhunger.
- Verbote: Wer Schokolade komplett streicht, denkt oft gerade an sie. Siehe Ich denke ständig an Essen.
- Zyklus: Manche Frauen haben vor der Periode mehr Lust auf Süßes. Siehe Heißhunger vor der Periode.
Kann man nach Schokolade süchtig sein?
Ob sich Essen wie eine Sucht verhalten kann, wird in der Forschung diskutiert. Mit der Yale Food Addiction Scale (Gearhardt u. a. 2009) lassen sich suchtähnliche Essmuster beschreiben, etwa Kontrollverlust und Essen trotz negativer Folgen. Eine anerkannte Diagnose „Schokoladensucht“ ist das aber nicht. Wichtiger als das Etikett ist die Frage, ob das Essverhalten Sie belastet.
Was hilft
- Genuss einplanen: Eine feste Portion, etwa zwei Stücke nach dem Mittagessen, langsam und bewusst gegessen.
- Nicht auf Vorrat kaufen: Was nicht im Schrank liegt, wird seltener nebenbei gegessen.
- Den Auslöser erkennen: Hunger, Müdigkeit, Stress oder Gewohnheit? Je nach Antwort hilft eine Mahlzeit, eine Pause oder ein anderes Ritual.
- Regelmäßig essen: Lange Pausen machen Heißhunger stärker. Mehr dazu unter Heißhunger auf Süßes stoppen.
- Entspannung statt Trost-Schokolade: Regelmäßige Entspannung, etwa mit einer Audio-Hypnose, kann helfen, Stress anders abzubauen. Das Unibee-Programm Hypnose zum Abnehmen enthält eine eigene Sitzung zum Heißhunger, online im Browser.
Wann Sie sich Hilfe holen sollten
Wenn Sie regelmäßig große Mengen in kurzer Zeit essen und dabei die Kontrolle verlieren, heimlich essen oder sich danach stark schämen, kann eine Binge-Eating-Störung dahinterstecken. Mehr dazu unter Hilft Hypnose bei Essstörungen?
Das Audio-Hypnose-Programm Abnehmen richtet sich an Erwachsene, die ihr Essverhalten mit regelmäßiger Entspannung begleiten möchten, mit einer eigenen Sitzung zum Heißhunger. Online im Browser.
Häufige Fragen
Gibt es eine Schokoladensucht?
Als medizinische Diagnose nicht. Heißhunger auf Schokolade ist aber sehr verbreitet, in Befragungen war Schokolade das am häufigsten genannte Heißhunger-Lebensmittel. Dahinter stecken meist Gewohnheit, Gefühle und Verbote.
Warum habe ich ständig Lust auf Schokolade?
Die Mischung aus Zucker und Fett wirkt stark belohnend. Dazu kommen feste Rituale, Stress, Langeweile, strenge Verbote und bei manchen Frauen der Zyklus.
Wie bekomme ich meine Schokoladenlust in den Griff?
Eine feste Portion bewusst genießen statt komplett verbieten, keine Vorräte kaufen, regelmäßig essen, den Auslöser erkennen und Stress anders abbauen.
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Weitere Ratgeber
Quellen (Auswahl)
- Weingarten & Elston (1991): Food cravings in a college population, Appetite 17(3), 167-175
- Gearhardt, Corbin & Brownell (2009): Preliminary validation of the Yale Food Addiction Scale, Appetite 52(2), 430-436
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wenden Sie sich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).