Heißhunger vor der Periode: Warum, und was hilft?
In der zweiten Zyklushälfte steigen bei vielen Frauen Appetit und Energieverbrauch. Wer die Tage einplant, kommt meist besser durch als mit strengen Verboten.
Die kurze Antwort
Heißhunger vor der Periode ist häufig und hat körperliche Gründe: In der zweiten Zyklushälfte verändern sich die Hormone, viele Frauen essen in dieser Phase etwas mehr, und auch der Energieverbrauch steigt leicht. Dazu kommen bei manchen prämenstruelle Beschwerden wie Reizbarkeit, Müdigkeit und Lust auf Süßes. Es hilft, die Tage einzuplanen statt gegen sie anzukämpfen: regelmäßig essen, eiweiß- und ballaststoffreich, genug schlafen und Süßes bewusst in kleinen Mengen.
Warum der Hunger vor der Periode steigt
Nach dem Eisprung beginnt die sogenannte Lutealphase. Das Hormon Progesteron steigt, und der Körper bereitet sich auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Eine Übersichtsarbeit (Davidsen, Vistisen und Astrup 2007) beschreibt, dass Appetit, Energieaufnahme und Energieverbrauch in dieser Phase bei vielen Frauen zunehmen. Der Heißhunger ist also nicht eingebildet. Wie stark er ausfällt, ist sehr unterschiedlich.
Warum gerade Süßes und Fettiges?
Vor der Periode fühlen sich viele müder, gereizter oder niedergeschlagener. Süßes und Fettiges beruhigen kurzfristig. Dazu kommt Gewohnheit: Wer die Schokolade jeden Monat „verdient“ hat, erwartet sie auch. Bei Stimmungsschwankungen hilft der Ratgeber Was hilft bei PMS-Stimmungsschwankungen?
Was hilft
- Einplanen: Einen Zyklus-Kalender führen und die Tage vor der Periode vorher kennen. Wer weiß, was kommt, ist weniger überrascht.
- Regelmäßig essen: Mahlzeiten mit Eiweiß, Vollkorn und Gemüse halten länger satt als ein Schokoriegel zwischendurch.
- Süßes bewusst: Eine kleine geplante Portion ist besser als ein strenges Verbot, das abends in einem Essanfall endet. Mehr dazu unter Heißhunger auf Süßes stoppen.
- Schlafen und bewegen: Schlafmangel verstärkt Appetit. Leichte Bewegung hebt die Stimmung.
- Freundlich bleiben: Ein paar hundert Kalorien mehr an einzelnen Tagen ändern das Gewicht kaum. Strenge Vorwürfe machen es meist schlimmer.
- Entspannung: Eine ruhige Übung am Abend kann helfen, weniger aus Anspannung zu essen. Das Unibee-Programm Hypnose zum Abnehmen enthält eine eigene Sitzung zum Heißhunger, online im Browser.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Wenn Stimmungstiefs, Reizbarkeit oder Ängste vor der Periode so stark sind, dass sie Alltag und Beziehungen belasten, kann eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) vorliegen. Sie ist behandelbar, sprechen Sie Ihre gynäkologische Praxis darauf an. Auch starke Zyklusbeschwerden oder sehr unregelmäßige Blutungen gehören abgeklärt.
Das Audio-Hypnose-Programm Abnehmen enthält eine eigene Sitzung zum Heißhunger und richtet sich an Erwachsene, die ihr Essverhalten mit regelmäßiger Entspannung begleiten möchten. Online im Browser.
Häufige Fragen
Warum habe ich vor der Periode Heißhunger?
In der zweiten Zyklushälfte verändern sich die Hormone. Viele Frauen haben dann mehr Appetit, und auch der Energieverbrauch steigt leicht. Dazu kommen Müdigkeit oder gedrückte Stimmung, die Lust auf Süßes verstärken.
Was hilft gegen Heißhunger vor der Periode?
Die Tage einplanen, regelmäßig und eiweißreich essen, Süßes bewusst in kleinen Mengen erlauben, genug schlafen und sich bewegen. Strenge Verbote führen oft zu Essanfällen.
Nimmt man vor der Periode zu?
Viele Frauen wiegen vor der Periode etwas mehr, oft durch Wassereinlagerungen. Das gleicht sich meist nach einigen Tagen wieder aus.
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Quellen (Auswahl)
- Davidsen, Vistisen & Astrup (2007): Impact of the menstrual cycle on determinants of energy balance: a putative role in weight loss attempts, International Journal of Obesity 31, 887-890
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).