Angst und Panik: Wo gibt es Hilfe in der Schweiz?
Angststörungen sind häufig und gut behandelbar. Diese Stellen helfen in der Schweiz weiter, vom ersten Gespräch bis zur Selbsthilfegruppe.
Angst ist häufig und gut behandelbar
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, auch in der Schweiz. Panikattacken, Phobien oder anhaltende Sorgen schränken den Alltag vieler Menschen ein. Die gute Nachricht: Angststörungen lassen sich gut behandeln, und in der Schweiz gibt es mehrere Anlaufstellen, die schon vor einer Therapie weiterhelfen.
Der erste Schritt: Hausarzt
Herzrasen, Schwindel oder Atemnot können auch körperliche Ursachen haben. Die Hausärztin oder der Hausarzt klärt das ab und überweist bei Bedarf. Seit Juli 2022 kann eine psychologische Psychotherapie auf ärztliche Anordnung über die Grundversicherung abgerechnet werden.
Anlaufstellen in der Schweiz
Angst- und Panikhilfe Schweiz (aphs)
Die Patientenorganisation mit Sitz in Bern berät Betroffene und Angehörige, vermittelt Selbsthilfegruppen und bietet eine E-Beratung an. Informationen unter aphs.ch.
Pro Mente Sana
Die Stiftung berät Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen telefonisch und per E-Mail, auch zu rechtlichen Fragen, etwa am Arbeitsplatz. Informationen unter promentesana.ch.
Die Dargebotene Hand
Rund um die Uhr, anonym und kostenlos unter der Nummer 143. Für Kinder und Jugendliche gibt es Pro Juventute unter 147.
Selbsthilfegruppen
Der Austausch mit anderen Betroffenen entlastet viele. Gruppen vermitteln die aphs und die regionalen Selbsthilfezentren.
Auch Angehörige brauchen Unterstützung
Angststörungen belasten oft die ganze Familie. Angehörige wissen häufig nicht, ob sie schonen oder ermutigen sollen. Hilfreich ist, die Angst ernst zu nehmen, ohne Vermeidung zu unterstützen, und gemeinsam nach Hilfe zu suchen. Pro Mente Sana und die Angst- und Panikhilfe Schweiz beraten ausdrücklich auch Angehörige. Wichtig ist auch, auf die eigenen Kräfte zu achten.
Welche Behandlung wirkt
Die kognitive Verhaltenstherapie gilt bei Angststörungen als Verfahren erster Wahl, auch in der deutschen S3-Leitlinie, an der sich die Versorgung im deutschsprachigen Raum orientiert. Ein zentraler Baustein ist die Konfrontation: sich der Angst schrittweise stellen und erleben, dass sie nachlässt. Bei ausgeprägten Beschwerden können zusätzlich Medikamente sinnvoll sein.
Was man selbst tun kann
- langsam und lang ausatmen, wenn die Angst steigt
- gefürchtete Situationen nicht dauerhaft meiden
- regelmässig Bewegung einplanen
- Koffein und Alkohol im Blick behalten
Entspannungsverfahren wie Hypnose können helfen, die körperliche Grundanspannung zu senken, begleitend zu einer Behandlung und nicht als Ersatz. Im Notfall, etwa bei Brustschmerzen, die zum ersten Mal auftreten, immer die Nummer 144 wählen.
Das Audio-Hypnose-Programm bei Panikattacken setzt auf Tiefenentspannung und Regulation der Anspannung, begleitend und nicht als Ersatz für eine Behandlung. Konzipiert von Ingo Michael Simon, mit Praxiserfahrung im Saarland und in der Schweiz.
Programm bei Panikattacken → Alle Programme im Jahresabo →Häufige Fragen
Wo finde ich in der Schweiz Hilfe bei Panikattacken?
Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt. Beratung und Selbsthilfegruppen bietet die Angst- und Panikhilfe Schweiz, Pro Mente Sana berät Betroffene und Angehörige. Rund um die Uhr hilft die Dargebotene Hand unter 143.
Bezahlt die Krankenkasse eine Angsttherapie?
Ärztliche Psychotherapie und seit Juli 2022 auch psychologische Psychotherapie auf ärztliche Anordnung werden über die Grundversicherung abgerechnet, unter Beachtung von Franchise und Selbstbehalt.
Gibt es Selbsthilfegruppen für Angst in der Schweiz?
Ja. Die Angst- und Panikhilfe Schweiz und regionale Selbsthilfezentren vermitteln Gruppen in vielen Regionen, teils auch online.
Wann ist Angst ein Notfall?
Wenn Brustschmerzen oder Atemnot zum ersten Mal auftreten, wenn Suizidgedanken bestehen oder der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist. Dann sofort die Nummer 144 wählen oder ärztliche Hilfe holen.
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Quellen (Auswahl)
- Angst- und Panikhilfe Schweiz (aphs): Beratung, E-Beratung und Selbsthilfegruppen, aphs.ch
- Pro Mente Sana: Ängste, Phobien und Panik, promentesana.ch
- DGPPN u.a.: S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, AWMF 051-028
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).