Heißhunger nach Alkohol: Warum, und was hilft?
Alkohol macht Appetit und senkt die Hemmschwelle. Warum das so ist, warum der Tag danach oft noch schwieriger wird und was hilft.
Die kurze Antwort
Alkohol macht Appetit. Fachleute sprechen vom Aperitif-Effekt: Schon mäßige Mengen steigern bei vielen Menschen die Lust auf Essen und senken die Hemmschwelle. In einer Studie (Eiler u. a. 2015) reagierte bei Frauen, die Alkohol per Infusion erhielten, ein Bereich im Hypothalamus stärker auf Essensdüfte, und sie aßen danach mehr. Am nächsten Tag kommt der Kater dazu: Wer schlecht geschlafen hat, hat mehr Lust auf Kalorienreiches.
Warum Alkohol hungrig macht
- Aperitif-Effekt: Alkohol verstärkt die Reaktion des Gehirns auf Essensreize. Ein Überblick (Yeomans 2010) beschreibt, dass Alkohol vor oder zu einer Mahlzeit die Essmenge eher erhöht als senkt.
- Weniger Kontrolle: Mit jedem Glas sinkt die Selbstkontrolle. Vorsätze wie „heute keine Chips“ halten dann schlechter.
- Gewohnheit: Bier und Chips, Wein und Käse: Viele Rituale verbinden Alkohol mit Knabbern. Siehe Heißhunger auf Salziges.
- Später Abend: Getrunken wird meist abends, wenn der Appetit ohnehin steigt. Siehe Abends Heißhunger: Was tun?
Heißhunger am Tag danach
Nach einem Abend mit Alkohol ist der Schlaf meist schlechter, auch wenn das Einschlafen leichter fällt. Siehe Hilft Alkohol beim Einschlafen? Schlafmangel wiederum steigert die Lust auf kalorienreiches Essen: In einer Studie (Greer, Goldstein und Walker 2013) fanden Teilnehmende nach einer Nacht ohne Schlaf vor allem kalorienreiche Lebensmittel begehrenswerter. Dazu kommt Durst, den manche Menschen als Hunger deuten, und der Wunsch nach schnellem Trost bei Kopfschmerzen und Müdigkeit.
Was hilft
- Vorher essen: Eine normale Mahlzeit vor dem Trinken kann den Heißhunger dämpfen.
- Wasser dazwischen: Zu jedem Glas Alkohol ein Glas Wasser. Das senkt die Gesamtmenge und beugt Durst am nächsten Tag vor.
- Snacks vorplanen: Wenn Knabbern dazugehört, eine kleine Portion in eine Schale geben statt aus der Tüte zu essen.
- Weniger trinken: Schon ein oder zwei Gläser weniger machen einen Unterschied. Siehe Wie viel Alkohol ist zu viel?
- Am Tag danach: Regelmäßig essen, genug trinken und, wenn möglich, früh schlafen gehen.
- Das Abendritual verändern: Wer abends trinkt, um abzuschalten, kann eine andere Form der Entspannung aufbauen, etwa mit einer Audio-Hypnose. Siehe Warum trinke ich jeden Abend Alkohol? Das Unibee-Programm Hypnose zum Abnehmen enthält eine eigene Sitzung zum Heißhunger, online im Browser.
Wenn Sie merken, dass Sie regelmäßig trinken, um mit Stress oder Gefühlen umzugehen, oder es Ihnen schwerfällt, weniger zu trinken, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer Suchtberatungsstelle.
Das Audio-Hypnose-Programm Abnehmen richtet sich an Erwachsene, die ihr Essverhalten mit regelmäßiger Entspannung begleiten möchten, mit einer eigenen Sitzung zum Heißhunger. Online im Browser.
Häufige Fragen
Warum habe ich nach Alkohol so viel Hunger?
Alkohol verstärkt die Reaktion des Gehirns auf Essensreize und senkt die Selbstkontrolle. Dazu kommen Gewohnheiten wie Knabbern zum Bier und die späte Uhrzeit.
Warum habe ich am Tag nach dem Trinken Heißhunger?
Nach Alkohol ist der Schlaf meist schlechter, und Schlafmangel steigert die Lust auf kalorienreiches Essen. Auch Durst und Müdigkeit deuten manche Menschen als Hunger.
Was hilft gegen Heißhunger nach Alkohol?
Vor dem Trinken normal essen, zu jedem Glas Alkohol ein Glas Wasser trinken, Snacks portionieren, insgesamt weniger trinken und am nächsten Tag regelmäßig essen und gut schlafen.
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Weitere Ratgeber
Quellen (Auswahl)
- Eiler u. a. (2015): The apéritif effect: Alcohol's effects on the brain's response to food aromas in women, Obesity 23(7), 1386-1393
- Yeomans (2010): Alcohol, appetite and energy balance: Is alcohol intake a risk factor for obesity?, Physiology & Behavior 100(1), 82-89
- Greer, Goldstein & Walker (2013): The impact of sleep deprivation on food desire in the human brain, Nature Communications 4, 2259
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wenden Sie sich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).