Heißhunger auf Salziges: Was steckt dahinter?
Lust auf Salziges ist meist Gewohnheit und kein Mangel. Der Geschmack lässt sich wieder an weniger Salz gewöhnen, und die Auslöser lassen sich angehen.
Die kurze Antwort
Heißhunger auf Salziges ist meist eine Gewohnheit und kein Mangel. Wer viel Salz isst, gewöhnt sich an den Geschmack. Das funktioniert auch umgekehrt: In einer Studie (Bertino, Beauchamp und Engelman 1982) bevorzugten Menschen nach einigen Monaten salzärmerer Ernährung weniger stark gesalzene Speisen. Weitere häufige Auslöser sind Stress, Müdigkeit, Langeweile, Alkohol und starkes Schwitzen. Nur selten steckt eine Erkrankung dahinter.
Warum Sie Lust auf Salziges haben
- Gewohnheit: Chips zum Film, Salzstangen am Schreibtisch, Knabberzeug am Abend. Siehe Essen beim Fernsehen abgewöhnen.
- Stress und Gefühle: Knuspriges und Salziges entspannt kurzfristig. Siehe Warum esse ich, wenn ich gestresst bin?
- Müdigkeit: Nach einem langen Tag oder einer kurzen Nacht steigt abends der Appetit auf Süßes und Salziges. Siehe Warum esse ich abends so viel?
- Langeweile: Knabbern füllt Leerlauf. Siehe Warum esse ich aus Langeweile?
- Alkohol: Zu Bier oder Wein gehören oft Chips und Nüsse, und Alkohol senkt die Hemmschwelle beim Essen.
- Schwitzen: Nach Sport, Sauna oder an heißen Tagen verliert der Körper Salz mit dem Schweiß. Dann ist Lust auf etwas Salziges eine normale Reaktion. Siehe Heißhunger nach dem Sport.
- Zyklus: Manche Frauen berichten vor der Periode von mehr Appetit, auch auf Salziges. Siehe Heißhunger vor der Periode.
Kann Salzhunger auf eine Krankheit hinweisen?
Selten. Ein starkes, neu aufgetretenes Verlangen nach Salz kann ein Hinweis auf eine Unterfunktion der Nebennierenrinde (Morbus Addison) sein, meist zusammen mit Erschöpfung, Schwäche, Gewichtsverlust, niedrigem Blutdruck oder dunklerer Haut. Auch ein großer Flüssigkeitsverlust, etwa durch Durchfall oder Erbrechen, kann Salzhunger auslösen. Wenn solche Beschwerden dazukommen, lassen Sie das bitte ärztlich abklären.
Häufiger ist das umgekehrte Problem: zu viel Salz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens 6 Gramm Salz am Tag, die Weltgesundheitsorganisation weniger als 5 Gramm. Viel Salz kann den Blutdruck erhöhen, und salzige Snacks sind oft auch fett- und kalorienreich.
Was gegen Heißhunger auf Salziges hilft
- Schrittweise weniger salzen: Anfangs schmeckt das fade. Der Geschmack gewöhnt sich aber an weniger Salz, das braucht einige Wochen bis wenige Monate.
- Anders würzen: Pfeffer, Zitrone, Knoblauch und frische Kräuter geben Geschmack ohne viel Salz.
- Keine Vorräte: Chips und Salzgebäck nicht auf Vorrat kaufen. Wenn doch, dann eine kleine Portion in eine Schale statt aus der Tüte.
- Andere Knabbereien: Gemüsesticks mit Quark, eine kleine Handvoll ungesalzener Nüsse oder Popcorn mit wenig Salz.
- Den Auslöser erkennen: Hunger, Müdigkeit, Stress oder Gewohnheit? Regelmäßige Mahlzeiten und genug Schlaf nehmen dem Heißhunger viel Kraft. Siehe Abends Heißhunger: Was tun?
- Entspannung statt Knabbern: Wer abends aus Anspannung knabbert, kann mit regelmäßiger Entspannung, etwa einer Audio-Hypnose, ein neues Abendritual aufbauen. Das Unibee-Programm Hypnose zum Abnehmen enthält eine eigene Sitzung zum Heißhunger, online im Browser.
Das Audio-Hypnose-Programm Abnehmen richtet sich an Erwachsene, die ihr Essverhalten mit regelmäßiger Entspannung begleiten möchten, mit einer eigenen Sitzung zum Heißhunger. Online im Browser.
Häufige Fragen
Warum habe ich so viel Lust auf Salziges?
Meist stecken Gewohnheit, Stress, Müdigkeit, Langeweile oder Alkohol dahinter. Nach starkem Schwitzen ist Lust auf Salz normal. Nur selten weist starker Salzhunger auf eine Erkrankung wie eine Nebennierenunterfunktion hin.
Welcher Mangel steckt hinter Heißhunger auf Salz?
Meist keiner. Wer sich normal ernährt, nimmt eher zu viel Salz auf. Ein Salzverlust durch starkes Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen oder eine Nebennierenunterfunktion ist möglich, aber selten. Kommen weitere Beschwerden dazu, sollten Sie das ärztlich abklären lassen.
Wie gewöhne ich mir Salziges ab?
Schrittweise weniger salzen, mit Kräutern und Gewürzen würzen, keine Vorräte kaufen und Auslöser wie Stress oder Müdigkeit angehen. Der Geschmack passt sich innerhalb einiger Wochen bis Monate an weniger Salz an.
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Quellen (Auswahl)
- Bertino, Beauchamp & Engelman (1982): Long-term reduction in dietary sodium alters the taste of salt, American Journal of Clinical Nutrition 36(6), 1134-1144
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Empfehlung: höchstens 6 g Speisesalz pro Tag für Erwachsene
- WHO (2012): Guideline: Sodium intake for adults and children, Genf
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wenden Sie sich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).