Angststörungen in Zahlen: Statistik für Deutschland und die Schweiz
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die wichtigsten Kennzahlen aus Deutschland, der Schweiz und von der WHO, aufgeschlüsselt nach Störung, Geschlecht und Alter, jeweils mit Quelle.
Stand: September 2026. In Deutschland erfüllten laut der Studie DEGS1-MH 15,4 % der 18- bis 79-Jährigen innerhalb von zwölf Monaten die Kriterien einer Angststörung, Frauen mit 21,4 % mehr als doppelt so oft wie Männer mit 9,3 %. In der Schweiz zeigten 2022 laut Gesundheitsbefragung 6,3 % der Menschen ab 15 Jahren mittelschwere bis schwere Symptome einer generalisierten Angststörung. Weltweit sind nach Schätzung der WHO rund 470 Millionen Menschen betroffen.
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland: 15,4 % der Erwachsenen mit einer Angststörung innerhalb von zwölf Monaten (DEGS1-MH, Erhebung 2009 bis 2012).
- Häufigste Einzelform sind spezifische Phobien mit 10,3 %.
- Schweiz: 6,3 % mit mittelschweren bis schweren Symptomen einer generalisierten Angststörung (SGB 2022), bei Frauen von 15 bis 24 Jahren 17,6 %.
- Im Laufe des Lebens erfüllt in der Schweiz etwa jede vierte Person einmal die Kriterien einer Angststörung (Obsan 2025).
- Weltweit: 470 Millionen Menschen, 5,8 % der Weltbevölkerung (WHO, 2023).
Deutschland: Angststörungen nach Art
Die genaueste Aufschlüsselung liefert DEGS1-MH, das Zusatzmodul Psychische Gesundheit der Gesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts. Grundlage sind Daten von 5.303 Erwachsenen, die überwiegend mit einem standardisierten klinischen Interview untersucht wurden. Die Tabelle zeigt die 2015 korrigierten Werte für zwölf Monate.
| Störung (12 Monate, 18 bis 79 Jahre) | Gesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
| Angststörungen insgesamt* | 15,4 % | 21,4 % | 9,3 % |
| Spezifische Phobien | 10,3 % | 15,5 % | 5,1 % |
| Agoraphobie | 4,0 % | 5,6 % | 2,3 % |
| Soziale Phobie | 2,8 % | 3,6 % | 1,9 % |
| Generalisierte Angststörung | 2,3 % | 3,0 % | 1,5 % |
| Panikstörung (mit oder ohne Agoraphobie) | 2,0 % | 2,8 % | 1,2 % |
* Nach der Studiendefinition zählen auch Zwangsstörung und posttraumatische Belastungsstörung zu dieser Gruppe. Da manche Menschen mehrere Angststörungen zugleich haben, ergibt die Summe der Einzelwerte mehr als die Gesamtzahl. Am häufigsten betroffen ist die Altersgruppe 18 bis 34 Jahre (18,1 %), am seltensten die 65- bis 79-Jährigen (11,1 %).
Aktuellere Werte liefert das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“. Es erfasst keine Diagnosen, sondern Symptome der letzten zwei Wochen mit dem Fragebogen GAD-7. 2024 zeigten 14,3 % der Erwachsenen Angstsymptome (GAD-7 ab 10), 4,1 % stärker ausgeprägte (ab 15). Frauen lagen bei 16,5 %, Männer bei 11,9 %, die 18- bis 29-Jährigen bei 23,6 %.
Schweiz: Symptome und Lebenszeit
Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) des Bundesamts für Statistik hat 2022 erstmals Symptome einer generalisierten Angststörung erhoben, ebenfalls mit dem GAD-7 und bezogen auf die zwei Wochen vor der Befragung. Ausgewertet hat sie das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan).
| Kennzahl Schweiz (SGB 2022, ab 15 Jahren) | Wert |
|---|---|
| Mittelschwere bis schwere Symptome einer generalisierten Angststörung | 6,3 % |
| Leichte Symptome | 20,8 % |
| Frauen / Männer (mittelschwer bis schwer) | 7,7 % / 5,0 % |
| 15 bis 34 Jahre / ab 65 Jahren (mittelschwer bis schwer) | 9,8 % / 2,1 % |
| Frauen von 15 bis 24 Jahren (mittelschwer bis schwer) | 17,6 % |
Für das ganze Leben stützt sich der Nationale Gesundheitsbericht 2025 des Obsan auf zwei regionale Langzeitstudien, die dieselben Menschen über Jahre begleiten:
| Störung (Lebenszeit) | Zürich-Studie | PsyCoLaus (Lausanne) |
|---|---|---|
| Irgendeine Angststörung | 26,3 % | 17,9 % |
| Soziale Phobie | 12,6 % | 12 % |
| Agoraphobie | 6,8 % | 3,8 % |
| Generalisierte Angststörung | 14,1 % | 2,3 % |
| Panikstörung | 3,4 % | 3,2 % |
Die Zürich-Werte stammen aus Auswertungen nach 20 Jahren (Angst et al. 2005) und, für soziale Phobie und Agoraphobie, nach 30 Jahren (Angst et al. 2016). Solche Langzeitstudien finden laut Obsan meist höhere Lebenszeitwerte als einmalige Befragungen, weil sie Episoden erfassen, die später vergessen oder anders gedeutet werden. Die großen Unterschiede, etwa bei der generalisierten Angststörung, zeigen, wie stark die Methode das Ergebnis prägt.
Weltweit: die WHO-Zahl
Nach dem Faktenblatt der Weltgesundheitsorganisation (Stand September 2026, Datenbasis Global Burden of Disease 2023) hatten 2023 weltweit rund 470 Millionen Menschen eine Angststörung, etwa 5,8 % der Weltbevölkerung. Damit sind Angststörungen laut WHO die häufigsten psychischen Störungen. Nur etwa jede vierte Person, die Behandlung bräuchte (27,6 %), erhält überhaupt eine.
Richtig lesen und vergleichen
- Diagnose oder Symptom: DEGS1-MH stellt Diagnosen per Interview, RKI-Panel und SGB messen Symptome per Fragebogen.
- Zeitraum: zwei Wochen, zwölf Monate und Lebenszeit sind nicht austauschbar.
- Störungsbegriff: Der GAD-7 wurde für die generalisierte Angststörung entwickelt und schlüsselt nicht nach Phobien oder Panikstörung auf.
Zahlen zu Depressionen, die oft gemeinsam mit Angst auftreten, stehen unter Depression in Zahlen.
Was die Zahlen für Betroffene bedeuten
Angststörungen sind häufig und gut behandelbar. Die WHO nennt Verfahren auf Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie als am besten belegt, darunter die Konfrontation mit der Angst. Auch erlernte Entspannung und Stressbewältigung können Symptome lindern. Hier kann Hypnose als Entspannungsverfahren begleitend ansetzen, sie ersetzt aber keine Psychotherapie. Eine erste Einschätzung gibt der Angst-Test (GAD-7), er stellt keine Diagnose. Herzrasen, Atemnot oder Brustschmerz, die zum ersten Mal auftreten, gehören ärztlich abgeklärt. In einer akuten Krise helfen die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) und die Dargebotene Hand (143).
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Unibee Institut (2026): Angststörungen in Zahlen: Statistik für Deutschland und die Schweiz, abgerufen am [Datum], https://unibee.de/angststoerungen-statistik/
Wer einzelne Werte übernimmt, nennt am besten zusätzlich die Primärquelle aus der Quellenliste unten.
Das Audio-Hypnose-Programm bei Angst und innerer Unruhe setzt auf regelmäßig geübte Tiefenentspannung, um die körperliche Anspannung zu senken. Begleitend, nicht als Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
Programm bei Angst & innerer Unruhe → Alle Programme im Jahresabo →Häufige Fragen
Wie viele Menschen haben eine Angststörung?
In Deutschland erfüllen laut der Studie DEGS1-MH innerhalb eines Jahres 15,4 % der Erwachsenen die Kriterien einer Angststörung. Weltweit sind es nach Schätzung der WHO rund 470 Millionen Menschen.
Welche Angststörung ist am häufigsten?
Spezifische Phobien, etwa vor Tieren, Höhe oder Spritzen, sind mit 10,3 % in zwölf Monaten die häufigste Form in Deutschland. Es folgen Agoraphobie, soziale Phobie, generalisierte Angststörung und Panikstörung.
Sind Frauen häufiger von Angststörungen betroffen?
Ja. In Deutschland liegt der Anteil bei Frauen mit 21,4 % mehr als doppelt so hoch wie bei Männern mit 9,3 %. Auch in der Schweiz berichten Frauen häufiger von Symptomen einer generalisierten Angststörung (7,7 % gegenüber 5,0 %).
Wie häufig sind Angststörungen in der Schweiz?
In der Gesundheitsbefragung 2022 zeigten 6,3 % der Bevölkerung ab 15 Jahren mittelschwere bis schwere Symptome einer generalisierten Angststörung. Über das ganze Leben betrachtet erfüllt laut Obsan etwa jede vierte Person einmal die Kriterien einer Angststörung.
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Quellen (Auswahl)
- Jacobi et al. (2015): Twelve-months prevalence of mental disorders in the German Health Interview and Examination Survey for Adults, Mental Health Module (DEGS1-MH): a methodological addendum and correction, International Journal of Methods in Psychiatric Research 24(4), doi:10.1002/mpr.1479
- Jacobi et al. (2014): Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul Psychische Gesundheit (DEGS1-MH), Der Nervenarzt 85(1)
- Walther et al. (2025): Depressive und Angstsymptomatik bei Erwachsenen in Deutschland: Ergebnisse aus dem Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2024, Journal of Health Monitoring 10(4), doi:10.25646/13573
- Schuler, Tuch, Sturny & Peter (2024): Psychische Gesundheit. Kennzahlen 2022, Obsan Bulletin 11/2024, Schweizerisches Gesundheitsobservatorium
- Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (2025): Psychische Gesundheit in der Schweiz: Entwicklung, Förderung, Prävention und Versorgung, Nationaler Gesundheitsbericht 2025 (nach Angst et al. 2005 und 2016 sowie Glaus et al. 2014)
- Weltgesundheitsorganisation (2026): Anxiety disorders, Fact sheet, 15. September 2026
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).