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Depression · Statistik

Depression in Zahlen: Statistik für Deutschland und die Schweiz

Wie viele Menschen sind betroffen, und wie verlässlich sind die Zahlen? Die wichtigsten Kennzahlen aus Deutschland, der Schweiz und von der WHO, jeweils mit Jahr, Erhebung und Quelle.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
8,2 %unipolare Depression in 12 Monaten (DE)
9,8 %mittelschwere bis schwere Symptome (CH)
322 Mio.Betroffene weltweit (WHO)
Stand 09/2026jede Zahl mit Quelle

Stand: September 2026. In Deutschland erkranken innerhalb eines Jahres rund 8 von 100 Erwachsenen an einer Depression: Die Studie DEGS1-MH des Robert Koch-Instituts fand bei 8,2 % der 18- bis 79-Jährigen eine unipolare Depression in den vergangenen zwölf Monaten. In der Schweiz berichteten 2022 laut Schweizerischer Gesundheitsbefragung 9,8 % der Menschen ab 15 Jahren von mittelschweren bis schweren Depressionssymptomen. Weltweit schätzt die WHO die Zahl der Betroffenen auf rund 322 Millionen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland: 8,2 % der Erwachsenen hatten innerhalb von zwölf Monaten eine unipolare Depression (DEGS1-MH, Erhebung 2009 bis 2012).
  • Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer (11,3 % gegenüber 5,1 %).
  • Schweiz: 9,8 % mit mittelschweren bis schweren Depressionssymptomen (SGB 2022), 2012 waren es 6,5 %.
  • Junge Menschen sind in beiden Ländern besonders belastet, junge Frauen am stärksten.
  • Weltweit: 5,2 % der Erwachsenen, rund 322 Millionen Menschen (WHO, Schätzung für 2023).

Deutschland: Diagnosen, Symptome, Selbstauskünfte

Für Deutschland gibt es drei Arten von Zahlen, die Unterschiedliches messen. Die belastbarste Schätzung für echte Diagnosen stammt aus der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland mit ihrem Zusatzmodul Psychische Gesundheit (DEGS1-MH). Grundlage sind Daten von 5.303 Erwachsenen, die überwiegend mit einem standardisierten klinischen Interview untersucht wurden. Genannt sind die 2015 korrigierten Werte.

Kennzahl DeutschlandWertErhebung
Unipolare Depression, 12 Monate, 18 bis 79 Jahre8,2 %DEGS1-MH, 2009 bis 2012
Unipolare Depression: Frauen / Männer11,3 % / 5,1 %DEGS1-MH
Unipolare Depression: 18 bis 34 Jahre / 65 bis 79 Jahre11,7 % / 5,9 %DEGS1-MH
Major Depression / Dysthymie, 12 Monate6,8 % / 1,7 %DEGS1-MH
Depressive Symptome (PHQ-9 ab 10)21,9 %RKI-Panel 2024
Stärker ausgeprägte Symptome (PHQ-9 ab 15)7,1 %RKI-Panel 2024
Depressive Symptome bei Frauen von 18 bis 29 Jahren41,7 %RKI-Panel 2024
Schon einmal eine Diagnose Depression erhalten (Selbstauskunft, 18 bis 69 Jahre)24 %Deutschland-Barometer Depression 2025

Das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“ erfasst Symptome per Fragebogen, keine Diagnosen. 2024 nahmen 27.102 Erwachsene teil. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr geht laut RKI größtenteils auf die geänderte Erhebungsmethode zurück, ein Trend lässt sich daraus nicht sicher ablesen. Das Deutschland-Barometer Depression ist eine Online-Befragung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention mit 5.196 Personen im September 2025.

Schweiz: Zahlen aus der Gesundheitsbefragung

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) des Bundesamts für Statistik findet alle fünf Jahre statt. Sie misst Depressionssymptome der letzten zwei Wochen mit dem Fragebogen PHQ-9 bei Menschen ab 15 Jahren in Privathaushalten. Ausgewertet hat die Daten das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan).

Kennzahl SchweizWertErhebung
Mittelschwere bis schwere Depressionssymptome, ab 15 Jahren9,8 %SGB 2022
Zum Vergleich: 2017 / 20128,6 % / 6,5 %SGB 2017, SGB 2012
Frauen / Männer11,7 % / 7,9 %SGB 2022
15 bis 34 Jahre / ab 65 Jahren15,6 % / 4,0 %SGB 2022
Frauen von 15 bis 24 Jahren25,5 %SGB 2022
Behandlung wegen psychischer Probleme, 12 Monate7,8 %SGB 2022
Depression im Laufe des Lebens (Schätzung)20 bis 40 %Obsan 2025

Der Anstieg seit 2017 geht laut Obsan vor allem auf junge Frauen zurück. Die Lebenszeitschätzung beruht auf zwei regionalen Langzeitstudien: In der Zürich-Studie erfüllten 32 % der Teilnehmenden über 30 Jahre hinweg die Kriterien einer Depression, in der Lausanner PsyCoLaus-Studie 43,6 %. Der Wert zur Behandlung umfasst alle psychischen Probleme, nicht nur Depressionen.

Weltweit: die WHO-Zahl

Nach dem Faktenblatt der Weltgesundheitsorganisation (Stand September 2026, Datenbasis Global Burden of Disease 2023) leben weltweit rund 322 Millionen Menschen mit einer Depression. Das entspricht etwa 4 % der Weltbevölkerung und 5,2 % der Erwachsenen (Frauen 6,2 %, Männer 4,1 %). In Ländern mit hohem Einkommen erhält laut WHO nur etwa ein Drittel der Betroffenen eine Behandlung.

Warum die Zahlen so unterschiedlich ausfallen

  • Diagnose oder Symptom: Ein klinisches Interview stellt eine Diagnose. Ein Fragebogen wie der PHQ-9 zeigt nur an, dass eine Depression wahrscheinlich ist.
  • Zeitraum: zwei Wochen, zwölf Monate oder das ganze Leben ergeben sehr verschiedene Werte.
  • Jahr, Alter und Befragungsweg: Deshalb lassen sich die 21,9 % aus Deutschland und die 9,8 % aus der Schweiz trotz desselben Fragebogens nicht direkt vergleichen.

Für Artikel, Referate und Präsentationen gilt: Zeitraum, Messmethode und Altersgruppe immer mit angeben. Die passenden Zahlen zu Angst finden sich unter Angststörungen in Zahlen.

Was die Zahlen für Betroffene bedeuten

Depression ist häufig und gut behandelbar. Die WHO nennt psychologische Behandlung als erste Wahl, bei mittelschweren und schweren Verläufen ergänzt durch Medikamente. Eine erste Orientierung gibt der Depression-Test (PHQ-9), er ersetzt aber keine Diagnose. Entspannungsverfahren wie Hypnose können eine Behandlung begleiten. Die Studienlage zu Hypnose als eigenständiger Depressionsbehandlung ist begrenzt.

In einer Krise: Telefonseelsorge Deutschland 0800 111 0 111, Dargebotene Hand Schweiz 143, beide rund um die Uhr erreichbar. Bei akuter Gefahr den Notruf 112 wählen.

So zitieren Sie diese Seite

Unibee Institut (2026): Depression in Zahlen: Statistik für Deutschland und die Schweiz, abgerufen am [Datum], https://unibee.de/depression-statistik/

Wer einzelne Werte übernimmt, nennt am besten zusätzlich die Primärquelle aus der Quellenliste unten.

Selbsttest: Depression-Test (PHQ-9) → Wie geht es Ihnen wirklich? 9 Fragen, sofortige Auswertung, keine Speicherung.
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Häufige Fragen

Wie viele Menschen in Deutschland haben eine Depression?

Nach der Studie DEGS1-MH des Robert Koch-Instituts erkranken innerhalb eines Jahres 8,2 % der 18- bis 79-Jährigen an einer unipolaren Depression. Frauen sind mit 11,3 % deutlich häufiger betroffen als Männer mit 5,1 %.

Wie häufig sind Depressionen in der Schweiz?

In der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022 berichteten 9,8 % der Menschen ab 15 Jahren von mittelschweren bis schweren Depressionssymptomen. 2012 lag der Anteil bei 6,5 %, der jüngste Anstieg betrifft laut Obsan vor allem junge Frauen.

Wie viele Menschen weltweit haben Depressionen?

Die WHO schätzt die Zahl auf rund 322 Millionen, das sind 5,2 % der Erwachsenen weltweit. Frauen sind etwa 1,5-mal so häufig betroffen wie Männer.

Warum widersprechen sich Depressionsstatistiken?

Studien messen Unterschiedliches: Diagnosen im klinischen Interview, Symptome per Fragebogen oder Selbstauskünfte. Auch Zeitraum, Altersgruppe und Befragungsweg verändern das Ergebnis deutlich, deshalb gehören diese Angaben zu jeder Zahl dazu.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • Jacobi et al. (2015): Twelve-months prevalence of mental disorders in the German Health Interview and Examination Survey for Adults, Mental Health Module (DEGS1-MH): a methodological addendum and correction, International Journal of Methods in Psychiatric Research 24(4), doi:10.1002/mpr.1479
  • Jacobi et al. (2014): Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul Psychische Gesundheit (DEGS1-MH), Der Nervenarzt 85(1)
  • Walther et al. (2025): Depressive und Angstsymptomatik bei Erwachsenen in Deutschland: Ergebnisse aus dem Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2024, Journal of Health Monitoring 10(4), doi:10.25646/13573
  • Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention (2025): Deutschland-Barometer Depression 2025, Grafikband
  • Schuler, Tuch, Sturny & Peter (2024): Psychische Gesundheit. Kennzahlen 2022, Obsan Bulletin 11/2024, Schweizerisches Gesundheitsobservatorium
  • Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (2025): Psychische Gesundheit in der Schweiz: Entwicklung, Förderung, Prävention und Versorgung, Nationaler Gesundheitsbericht 2025
  • Weltgesundheitsorganisation (2026): Depressive disorder (depression), Fact sheet, 11. September 2026

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).

Ingo Simon
Ingo Simon
Diplom-Pädagoge univ. · Heilpraktiker für Psychotherapie · 30 Jahre Erfahrung
Ingo Simon ist Gründer des Unibee Instituts und Autor von 349 Fachbüchern. Er ist mit eigener Praxis im Saarland und in der Schweiz tätig, seine Audio-Hypnose-Programme sind im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich. Alle Audio-Hypnosen werden von ihm persönlich entwickelt und von einem professionellen deutschen Sprecher eingesprochen.
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