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Fibromyalgie · Jahreszeit
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Warum ist Fibromyalgie im Winter schlimmer?

Mehr Schmerz, mehr Erschöpfung, mehr Steifigkeit: Im Winter kommen mehrere Faktoren zusammen, die auf eine ohnehin gesenkte Schmerzschwelle treffen.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
zentraleSensibilisierung
Bewegungam besten belegt
Schlafkoppelt an Schmerz
nicht psychischverursacht

Wenn die Beschwerden mit der Jahreszeit zunehmen

Viele Menschen mit Fibromyalgie berichten, dass Schmerzen und Erschöpfung in der kalten Jahreszeit zunehmen. Das ist eine der am häufigsten beschriebenen Beobachtungen, und sie hat mehrere Erklärungen, die zusammenwirken.

Begleitendes Audio-Programm: Fibromyalgie20 Gesundheitshypnosen à 75 Minuten zum Anhören zu Hause, konzipiert von Ingo Michael Simon. Ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.Einzelprogramm 129 € oder die Programme im Jahresabo für 99 €/JahrEinzelprogramm für 129 € bestellen → Inhalt und Stimmprobe →

Was im Winter zusammenkommt

Kälte verändert die Schmerzschwelle

Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, die Durchblutung von Muskeln und Bindegewebe nimmt ab. Gleichzeitig steigt die Muskelspannung, der Körper zieht sich unwillkürlich zusammen, um Wärme zu halten.

Bei Fibromyalgie liegt eine veränderte Schmerzverarbeitung vor: Das zentrale Nervensystem verstärkt Schmerzsignale (zentrale Sensibilisierung). Auf diese ohnehin gesenkte Schwelle trifft im Winter zusätzliche muskuläre Anspannung.

Weniger Bewegung

Im Winter bewegen sich die meisten Menschen deutlich weniger. Für Fibromyalgie ist das besonders ungünstig, denn moderate körperliche Aktivität gehört zu den am besten belegten Maßnahmen. Weniger Bewegung bedeutet mehr Steifigkeit, und mehr Schmerz.

Lichtmangel und Stimmung

Kurze Tage senken bei vielen Menschen die Stimmung. Depressive Verstimmung und Schmerz verstärken sich gegenseitig: Bei niedriger Stimmung werden Schmerzen intensiver wahrgenommen, und anhaltender Schmerz drückt die Stimmung.

Auch der Vitamin-D-Spiegel sinkt im Winter. Ein Zusammenhang mit Muskelschmerzen wird diskutiert; die Datenlage zur Wirksamkeit einer Substitution bei Fibromyalgie ist allerdings uneinheitlich. Ein Mangel sollte ärztlich festgestellt werden, bevor supplementiert wird.

Schlechterer Schlaf

Nicht erholsamer Schlaf gehört zu den Kernsymptomen der Fibromyalgie. Im Winter kommen häufig Infekte, überheizte Räume und veränderte Tagesrhythmen hinzu. Da Schlafqualität und Schmerzempfinden direkt zusammenhängen, verschlechtert sich mit dem Schlaf auch der Schmerz.

Silhouette einer Person in Meditation

Was mit dem Wetter zu tun hat, und was nicht

Viele Betroffene beschreiben, dass sie Wetterwechsel körperlich spüren. Wissenschaftlich ist der Zusammenhang zwischen Luftdruck und Schmerz nicht eindeutig belegt, Studien kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Das bedeutet nicht, dass die Wahrnehmung falsch ist. Es bedeutet, dass die Ursache wahrscheinlich nicht allein im Luftdruck liegt, sondern in den Begleitumständen: weniger Bewegung, andere Kleidung, veränderte Aktivität, gedrückte Stimmung.

Was im Winter hilft

Bewegung beibehalten

Das ist der wichtigste Punkt. Moderates Ausdauertraining gehört zu den am besten untersuchten Maßnahmen bei Fibromyalgie. Im Winter braucht es dafür eine Alternative zum Draußen-Sein: Schwimmen im Warmwasserbecken, Gymnastik, Heimtraining. Wichtig ist Regelmäßigkeit, nicht Intensität.

Wärme gezielt einsetzen

Warmwasserbäder, Sauna und Wärmeanwendungen werden von vielen als lindernd erlebt. Warmwassergymnastik verbindet beides, Wärme und Bewegung.

Auf Schlaf achten

Feste Zeiten, kühles Schlafzimmer trotz Heizperiode, Entspannungsverfahren am Abend. Da Schlaf und Schmerz eng gekoppelt sind, wirkt jede Verbesserung hier doppelt.

Licht nutzen

Tageslicht auch bei Bewölkung: Ein Spaziergang am Mittag bringt mehr Licht als jede Innenbeleuchtung. Bei ausgeprägter saisonaler Verstimmung kann eine Tageslichtlampe sinnvoll sein.

Was die Leitlinie empfiehlt

Die deutsche Leitlinie zum Fibromyalgiesyndrom nennt als Kern der Behandlung: Aufklärung, körperliche Aktivierung und psychotherapeutische Verfahren bei entsprechender Belastung. Medikamente spielen eine nachgeordnete Rolle. Multimodale Programme, die mehrere Bausteine verbinden, zeigen die besten Ergebnisse.

Wo Entspannungsverfahren ansetzen

Fibromyalgie ist eine anerkannte Erkrankung mit veränderter Schmerzverarbeitung, nicht eingebildet und nicht psychisch verursacht. Entspannungsverfahren behandeln sie nicht ursächlich, setzen aber an zwei belegten Faktoren an: muskulärer Anspannung und Schlafqualität. Als Baustein eines Gesamtkonzepts.

Muskelspannung und Schlaf verbessern

Das Audio-Hypnose-Programm bei Fibromyalgie setzt an muskulärer Anspannung und Schlafqualität an, als Baustein eines Gesamtkonzepts neben Bewegung und ärztlicher Behandlung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

Allgemeine Stimmprobe – kein Ausschnitt des konkreten Programms:
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Häufige Fragen

Warum sind Fibromyalgie-Schmerzen im Winter stärker?

Kälte erhöht die Muskelspannung und senkt die Durchblutung, gleichzeitig bewegen sich die meisten weniger. Dazu kommen Lichtmangel, gedrückte Stimmung und oft schlechterer Schlaf, alles Faktoren, die die Schmerzwahrnehmung verstärken.

Beeinflusst das Wetter Fibromyalgie wirklich?

Viele Betroffene beschreiben das, wissenschaftlich ist der direkte Zusammenhang mit Luftdruck aber nicht eindeutig belegt. Die Begleitumstände, weniger Bewegung, weniger Licht, spielen vermutlich die größere Rolle.

Was hilft am besten?

Regelmäßige moderate Bewegung ist die am besten belegte Maßnahme, auch und gerade im Winter. Dazu Wärmeanwendungen, guter Schlaf und Tageslicht.

Ist Fibromyalgie psychisch bedingt?

Nein. Es liegt eine veränderte zentrale Schmerzverarbeitung vor. Psychische Belastung kann die Beschwerden verstärken, verursacht sie aber nicht.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • DGSS u.a.: S3-Leitlinie Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms, AWMF 145-004
  • Häuser et al.: Fibromyalgia, Nature Reviews Disease Primers

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).