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Entscheidungen · Ursachen

Warum fällt es mir so schwer, Entscheidungen zu treffen?

Hinter dem ewigen Abwägen steckt selten Unfähigkeit. Häufiger sind es der Wunsch nach der perfekten Wahl und die Angst, später etwas zu bereuen.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
Maximiererim Schnitt weniger zufrieden
Satisficernehmen die erste gute Option
langfristigwiegt Verpasstes schwerer
NVLUnentschlossenheit als Depressionssymptom

Die kurze Antwort

Entscheidungen fallen schwer, wenn sich jede Wahl wie das Risiko anfühlt, das Falsche zu tun. Häufig steckt dahinter der Anspruch, die beste Option zu finden statt einer guten, dazu die Angst vor Fehlern und vor späterem Bedauern. Manchmal ist Unentschlossenheit auch ein Zeichen von Erschöpfung oder einer Depression.

Maximierer und Genügsame

Der Psychologe Barry Schwartz und sein Team unterschieden 2002 zwei Entscheidungsstile. Maximierer wollen die bestmögliche Wahl treffen und vergleichen deshalb lange. Satisficer, frei übersetzt die Genügsamen, nehmen die erste Option, die ihre Kriterien erfüllt. In den Studien berichteten Maximierer im Schnitt weniger Zufriedenheit und Optimismus, mehr Bedauern und mehr depressive Symptome. Vergleiche mit anderen setzten ihnen zudem stärker zu.

Je mehr Möglichkeiten es gibt, desto mühsamer wird das Maximieren. Es bleibt immer das Gefühl, eine noch bessere Option übersehen zu haben.

Die Angst vor dem Fehler

Wer sich nicht entscheidet, kann scheinbar nichts falsch machen. Doch auch Aufschieben ist eine Entscheidung. Die Forschenden Thomas Gilovich und Victoria Medvec fanden, dass Menschen kurzfristig eher bereuen, was sie getan haben. Mit etwas Abstand überwiegt dagegen das Bedauern über das, was sie nicht getan haben.

Wer hohe Ansprüche an sich selbst stellt, erlebt jede mögliche Fehlentscheidung zudem als persönliches Versagen. Dann wird schon die Wahl eines Restaurants zur Prüfung.

Wenn Unentschlossenheit ein Symptom ist

Fallen selbst kleine Entscheidungen seit Wochen schwer, lohnt ein genauerer Blick. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression nennt Unschlüssigkeit und Entscheidungsschwierigkeiten als mögliches Zusatzsymptom einer Depression, neben Konzentrationsproblemen, vermindertem Selbstwertgefühl und Schlafstörungen. Auch bei starker Angst oder Erschöpfung wirkt das Denken oft wie blockiert. Dann hilft kein Entscheidungstraining, sondern die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung.

Was hilft

  • „Gut genug“ festlegen: vorher zwei oder drei Kriterien bestimmen und die erste Option nehmen, die sie erfüllt.
  • Optionen begrenzen: nicht zehn Angebote vergleichen, sondern drei.
  • Eine Frist setzen: kleine Entscheidungen in wenigen Minuten, größere bis zu einem festen Datum.
  • Umkehrbar oder nicht? Viele Entscheidungen lassen sich korrigieren. Nur wenige verdienen lange Bedenkzeit.
  • Das Bauchgefühl befragen: eine Münze werfen und darauf achten, ob sich beim Ergebnis Erleichterung oder Enttäuschung meldet.
  • Nach der Wahl aufhören zu vergleichen: Wer weiter nach Alternativen sucht, nährt das Bedauern. Die getroffene Entscheidung darf einfach gelten.

Wer merkt, dass hinter dem Zögern vor allem Anspannung und Grübeln stehen, kann mit Entspannungsverfahren wie Hypnose begleitend üben, ruhiger zu werden. Halten Entscheidungsnot, Niedergeschlagenheit oder Angst über Wochen an, gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände.

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Das Audio-Hypnose-Programm bei Angst und innerer Unruhe unterstützt dabei, Anspannung und Grübeln zu verringern, begleitend und nicht als Ersatz für eine Behandlung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

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Häufige Fragen

Ist Entscheidungsschwäche eine Krankheit?

An sich nicht. Viele Menschen tun sich mit Entscheidungen schwer, besonders bei vielen Optionen oder hohem Anspruch an sich selbst. Tritt die Unentschlossenheit aber neu auf und hält über Wochen an, zusammen mit gedrückter Stimmung oder Erschöpfung, sollte eine Depression ärztlich abgeklärt werden.

Was unterscheidet Maximierer von Satisficern?

Maximierer suchen die bestmögliche Option und vergleichen lange, Satisficer nehmen die erste, die ihre Kriterien erfüllt. In Studien waren Maximierer im Schnitt weniger zufrieden mit ihrem Leben und bereuten ihre Entscheidungen häufiger.

Warum grüble ich nach einer Entscheidung noch lange weiter?

Oft steckt die Sorge dahinter, eine bessere Möglichkeit verpasst zu haben. Wer sich vorher auf klare Kriterien festlegt und nach der Entscheidung bewusst aufhört zu vergleichen, gibt dem Grübeln weniger Nahrung.

Bereut man eher Entscheidungen oder das Nichtentscheiden?

Kurzfristig bereuen Menschen eher, was sie getan haben. Mit etwas Abstand überwiegt laut Forschung das Bedauern über verpasste Gelegenheiten. Auch das Aufschieben einer Entscheidung hat also seinen Preis.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • Schwartz et al. (2002): Maximizing versus satisficing: happiness is a matter of choice, Journal of Personality and Social Psychology 83(5)
  • Gilovich & Medvec (1995): The experience of regret: what, when, and why, Psychological Review 102(2)
  • BÄK, KBV, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.2, AWMF nvl-005

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).

Ingo Simon
Ingo Simon
Diplom-Pädagoge univ. · Heilpraktiker für Psychotherapie · 30 Jahre Erfahrung
Ingo Simon ist Gründer des Unibee Instituts und Autor von 349 Fachbüchern. Er ist mit eigener Praxis im Saarland und in der Schweiz tätig, seine Audio-Hypnose-Programme sind im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich. Alle Audio-Hypnosen werden von ihm persönlich entwickelt und von einem professionellen deutschen Sprecher eingesprochen.
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