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Panik · Nacht

Warum bekommt man nachts Panikattacken?

Herzrasen und Atemnot mitten in der Nacht, ohne dass etwas vorausgegangen wäre. Nächtliche Attacken sind nicht gefährlicher als am Tag – aber schwerer einzuordnen.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
kein Traumkeine Erinnerung an Inhalt
Tiefschlaf-Übergangtypischer Zeitpunkt
Schlafapnoezuerst ausschließen
KVTVerfahren erster Wahl

Aus dem Schlaf in die Panik

Nächtliche Panikattacken reißen aus dem Schlaf: Herzrasen, Atemnot, Enge in der Brust, das Gefühl zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren. Anders als am Tag fehlt jeder erkennbare Auslöser – man war schließlich nicht wach.

Etwa jeder fünfte bis dritte Mensch mit Panikstörung erlebt auch nächtliche Attacken. Sie sind nicht gefährlicher als Attacken am Tag, werden aber meist als bedrohlicher erlebt, weil Orientierung und Einordnung fehlen.

Warum es nachts passiert

Der Übergang in den Tiefschlaf

Nächtliche Panikattacken treten typischerweise im Übergang vom leichten in den Tiefschlaf auf, meist in den ersten Stunden der Nacht. Sie sind keine Albträume – das unterscheidet sie deutlich: Es gibt keinen Trauminhalt, an den man sich erinnert.

Vermutet wird, dass in dieser Phase die Erregungsschwelle sinkt und körperliche Signale leichter als Gefahr fehlgedeutet werden.

Die Atmung verändert sich im Schlaf

Nachts verschiebt sich die Atemregulation, der Kohlendioxidgehalt im Blut steigt leicht an. Nach dem gut untersuchten Erstickungsalarm-Modell reagieren Menschen mit Panikstörung überempfindlich auf solche Veränderungen – das System schlägt Alarm, obwohl keine Gefahr besteht.

Die Erwartung verstärkt sich selbst

Nach der ersten nächtlichen Attacke entsteht Angst vor der nächsten. Man geht angespannt ins Bett, achtet auf den eigenen Herzschlag, schläft schlechter ein. Genau diese Anspannung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Attacke – der Kreislauf schließt sich.

Was abgeklärt gehört

Bevor von einer Panikstörung ausgegangen wird, sollten körperliche Ursachen geprüft werden, die nachts ähnliche Symptome machen:

  • Schlafapnoe: Atemaussetzer lösen Weckreaktionen mit Herzrasen und Luftnot aus. Hinweise: lautes Schnarchen, Tagesmüdigkeit, beobachtete Atempausen.
  • Herzrhythmusstörungen: Vorhofflimmern und ähnliche Störungen können sich als plötzliches Herzrasen äußern.
  • Schilddrüsenüberfunktion: macht innere Unruhe, Herzklopfen und Schlafstörungen.
  • Unterzuckerung bei Diabetes mit Insulintherapie.
  • Refluxkrankheit: kann nachts Brustenge und Atemnot verursachen.

Diese Abklärung ist kein Umweg. Sie gehört an den Anfang.

Was in der Situation hilft

  • Nicht aufspringen, nicht ankämpfen. Eine Panikattacke erreicht ihren Höhepunkt meist nach wenigen Minuten und klingt von selbst ab. Der Kampf dagegen verlängert sie.
  • Länger ausatmen als einatmen, etwa vier Sekunden ein, sechs bis acht Sekunden aus. Das dämpft die sympathische Aktivierung.
  • Einordnen statt deuten: „Das ist eine Panikattacke. Sie ist unangenehm und sie ist ungefährlich." Das klingt banal, unterbricht aber die Fehldeutung der Körpersignale.
  • Licht an, kurz aufstehen, wenn das Liegenbleiben nicht geht – aber nicht ins Grübeln kommen.

Was langfristig wirkt

Für die Panikstörung ist die kognitive Verhaltenstherapie das Verfahren erster Wahl, bei Bedarf ergänzt durch Medikamente. Zentral ist die Arbeit an der Fehlinterpretation von Körpersignalen und der Abbau von Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten.

Beim nächtlichen Typ kommt die Schlafhygiene hinzu: feste Zeiten, kein Alkohol am Abend – er fragmentiert den Schlaf und begünstigt Attacken in der zweiten Nachthälfte –, und keine Kontrolle des eigenen Pulses im Bett.

Wo Entspannungsverfahren ansetzen

Sie ersetzen keine Psychotherapie. Da die Grunderregung und die Anspannung vor dem Einschlafen zu den verstärkenden Faktoren gehören, können sie dort ergänzend ansetzen – nachdem körperliche Ursachen ausgeschlossen sind.

Die Grunderregung senken, die nachts durchschlägt

Das Audio-Hypnose-Programm bei Panikattacken setzt an Anspannung und Erwartungsangst vor dem Einschlafen an – begleitend zur Psychotherapie und nachdem körperliche Ursachen ausgeschlossen sind. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

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Häufige Fragen

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon – Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).

Ingo Simon
Ingo Simon
Diplom-Pädagoge univ. · Heilpraktiker für Psychotherapie · 30 Jahre Erfahrung
Ingo Simon ist Gründer des Unibee Instituts und Autor von 349 Fachbüchern. Er ist mit eigener Praxis im Saarland tätig, seine Audio-Hypnose-Programme sind im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich. Alle Audio-Hypnosen werden von ihm persönlich entwickelt und von einem professionellen deutschen Sprecher eingesprochen.
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