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Panik · Schwangerschaft
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Panikattacken in der Schwangerschaft: Ist das schädlich und was hilft?

Panikattacken in der Schwangerschaft sind nicht selten, und dass einzelne Attacken dem Kind schaden, ist nicht belegt. Wiederkehrende oder anhaltende Angst gehört trotzdem früh ins Gespräch mit Frauenärztin oder Hebamme.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
Rund 15 Prozentder Schwangeren hatten in einer großen Auswertung eine Angststörung
Fast 25 Prozentberichteten im letzten Schwangerschaftsdrittel Angstsymptome
102 Studienmit über 220.000 Frauen flossen in diese Auswertung ein
Etwa jede Fünfteerfüllte in einer zweiten Meta-Analyse die Kriterien einer Angststörung

Die kurze Antwort

Panikattacken in der Schwangerschaft sind beängstigend, aber nicht selten, und eine einzelne Attacke klingt nach Minuten wieder ab. Dass einzelne Panikattacken dem Kind schaden, ist nicht belegt. Anhaltende starke Angst sollte trotzdem ernst genommen werden, deshalb gehören wiederkehrende Attacken zeitnah ins Gespräch mit Frauenärztin oder Hebamme.

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Wie häufig Angst in der Schwangerschaft ist

Dennis und Kollegen (2017) werteten 102 Studien mit über 220.000 Frauen aus. Angstsymptome berichteten im ersten Drittel der Schwangerschaft gut 18 Prozent, im letzten fast 25 Prozent. Eine diagnostizierte Angststörung hatten rund 15 Prozent. Fawcett und Kollegen (2019) kamen auf etwa jede fünfte Frau mit mindestens einer Angststörung rund um Schwangerschaft und Geburt. Wer betroffen ist, ist also nicht allein.

Silhouette einer Person in Meditation

Ist Panik in der Schwangerschaft schädlich?

Eine Panikattacke fühlt sich oft wie ein Notfall an: Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Angst zu sterben. Dass eine einzelne, kurze Attacke dem Kind schadet, zeigen die vorliegenden Studien nicht. Untersucht wurde vor allem Angst, die über längere Zeit anhält. Ding und Kollegen (2014) fanden in einer Meta-Analyse bei Schwangeren mit ausgeprägter Angst ein etwas höheres Risiko für Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht. Ein solcher Zusammenhang beweist keine Ursache, ist aber ein guter Grund, sich früh Hilfe zu holen.

Was in der Attacke hilft

  1. Hinsetzen und benennen: Sich sagen „Das ist eine Panikattacke, sie geht vorbei.“ Die Beschwerden erreichen meist nach wenigen Minuten ihren Höhepunkt.
  2. Langsam ausatmen: Die Ausatmung bewusst etwas länger werden lassen als die Einatmung, ohne tief zu pressen.
  3. Den Boden spüren: Füße fest aufsetzen und fünf Dinge im Raum benennen. Das lenkt die Aufmerksamkeit nach außen.
  4. Danach aufschreiben: Uhrzeit, Situation und Beschwerden notieren. Die Notizen helfen beim nächsten Termin in der Praxis.
  5. Früh ansprechen: Frauenärztin oder Hebamme können körperliche Ursachen ausschließen und an eine Psychotherapie vermitteln, die auch in der Schwangerschaft möglich ist.

Wann sofort Hilfe nötig ist

Brustschmerzen, Atemnot, die nicht nachlässt, Blutungen, starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen sind kein Fall für Selbsthilfe, sondern für die Praxis, den Kreißsaal oder den Notruf 112. Bereits verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, sondern das Vorgehen ärztlich besprechen. Bei Gedanken, nicht mehr leben zu wollen: TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 oder 116 123 (DE), Dargebotene Hand 143 (CH). Die Selbsthilfeorganisation Schatten & Licht e. V. nennt Fachleute und Beratung bei psychischen Krisen rund um die Geburt. Hat nicht die Schwangere selbst, sondern die eigene Mutter Panikattacken, passt Meine Mutter hat Panikattacken.

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Häufige Fragen

Kann eine Panikattacke dem Baby im Bauch schaden?

Dass eine einzelne Panikattacke dem ungeborenen Kind schadet, ist nicht belegt. Studien fanden einen Zusammenhang zwischen anhaltender, starker Angst und einem etwas höheren Frühgeburtsrisiko, ohne dass damit Ursache und Wirkung geklärt sind. Wiederkehrende Attacken sind deshalb ein Grund, früh Hilfe zu holen, nicht aber für Schuldgefühle.

Warum bekomme ich ausgerechnet in der Schwangerschaft Panikattacken?

Oft kommt einiges zusammen: ein schnellerer Puls und Kurzatmigkeit durch die Schwangerschaft, Sorgen um das Kind und frühere Erfahrungen mit Angst. Manche Frauen erleben ihre erste Attacke in der Schwangerschaft, bei anderen kehren alte Ängste zurück. Eine ärztliche Untersuchung klärt, ob auch eine körperliche Ursache wie eine Schilddrüsenstörung mitspielt.

Darf ich meine Medikamente gegen Angst in der Schwangerschaft weiter nehmen?

Das lässt sich nur im Einzelfall mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt klären. Wichtig ist, Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen. Frauenärztliche und psychiatrische Praxis wägen gemeinsam ab, was für Mutter und Kind am sichersten ist.

Geht die Angst nach der Geburt von selbst wieder weg?

Bei manchen lässt sie nach, bei anderen bleibt sie oder verändert sich. In einer großen Auswertung hatten nach der Geburt noch rund 10 Prozent der Frauen eine Angststörung. Es lohnt sich daher, die Angst nicht bis zur Geburt auszuhalten, sondern schon in der Schwangerschaft Unterstützung zu suchen.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • Dennis, Falah-Hassani & Shiri (2017): Prevalence of antenatal and postnatal anxiety: systematic review and meta-analysis, British Journal of Psychiatry 210(5) Quelle lesen →
  • Fawcett et al. (2019): The prevalence of anxiety disorders during pregnancy and the postpartum period: a multivariate Bayesian meta-analysis, Journal of Clinical Psychiatry 80(4) Quelle lesen →
  • Ding et al. (2014): Maternal anxiety during pregnancy and adverse birth outcomes: a systematic review and meta-analysis of prospective cohort studies, Journal of Affective Disorders 159 Quelle lesen →
  • Schatten & Licht e. V.: Selbsthilfeorganisation zu peripartalen psychischen Erkrankungen Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).