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Kind hat Flugangst: Wie Eltern den Flug vorbereiten und begleiten

Der Urlaub ist gebucht, doch das Kind weint schon beim Gedanken an das Flugzeug. Warum Flugangst bei Kindern manchmal plötzlich auftaucht, wie Eltern zu Hause vorbereiten, was den Ohren bei der Landung hilft und warum die eigene Ruhe zählt.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
30 Kleinkinderübernahmen in einem Experiment die ängstliche Reaktion ihrer Mütter
Landungim Sinkflug ist der Druck auf die Ohren meist am stärksten
Kein Vorteilbrachte ein abschwellendes Mittel vorab bei Kindern bis 6 Jahren
70 Prozentder Erwachsenen mit Flugangst sahen sich von Medienberichten beeinflusst

Die kurze Antwort

Wenn ein Kind Flugangst hat, helfen vor allem gute Vorbereitung, ehrliche Erklärungen und ruhige Eltern an Bord. Kinder wissen oft nicht, was Geräusche, Ruckeln oder der Druck auf den Ohren bedeuten, und das Unbekannte macht Angst. Wer vorher erklärt, was passiert, und für den Druckausgleich sorgt, nimmt viel davon. Beruhigungsmittel gehören nur nach kinderärztlicher Rücksprache ins Handgepäck.

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Wenn die Angst plötzlich kommt

Manche Kinder sind schon entspannt geflogen und wollen plötzlich nicht mehr. Mögliche Auslöser sind ein unruhiger Flug, starke Ohrenschmerzen beim letzten Mal oder Bilder von Unglücken in Nachrichten und Videos. In einer Studie von Schindler und Kollegen (2016) mit Erwachsenen mit Flugangst gaben 70 Prozent an, von Medienberichten beeinflusst worden zu sein, in der Vergleichsgruppe 37 Prozent. Für Kinder gibt es dazu kaum Daten, ein ruhiges Nachfragen lohnt aber.

Person mit ausgebreiteten Armen im Sonnenaufgang

Eltern als Vorbild

Kinder schauen genau hin, wie Erwachsene reagieren. In einem Experiment von Gerull und Rapee (2002) mit 30 Kleinkindern zeigten die Kinder mehr Angst vor einer Gummischlange oder Gummispinne und mieden sie eher, wenn ihre Mutter zuvor ängstlich darauf reagiert hatte. Wer selbst Flugangst hat, muss sie nicht verstecken. Hilfreich ist, sie zu benennen und zu zeigen, wie man damit umgeht: „Ich bin beim Start auch aufgeregt, deshalb atme ich langsam und schaue aus dem Fenster.“

Vorbereitung zu Hause

Erklären, was passiert

Bücher, Bilder oder ein Besuch am Flughafen machen Check-in, Sicherheitskontrolle und Start vorstellbar. Wer vorher weiß, dass der Start laut ist und Turbulenzen sich wie Schlaglöcher auf der Straße anfühlen, erlebt an Bord weniger Überraschungen.

Die Ohren vorbereiten

Der stärkste Druck auf die Ohren entsteht meist im Sinkflug vor der Landung. Babys helfen Saugen und Schlucken, also Stillen, Fläschchen oder Schnuller, älteren Kindern Trinken, Kaugummi oder Lutschbonbons. Das Kind sollte die Landung möglichst nicht verschlafen. Mit akuter Mittelohrentzündung sollte es nicht fliegen, bei Erkältung oder Ohrenschmerzen vorher ärztlich nachfragen. In einer Studie von Buchanan und Kollegen (1999) mit Kindern bis 6 Jahren verringerte ein vorab eingenommenes abschwellendes Mittel die Ohrenschmerzen nicht, machte aber beim Start häufiger müde.

Wann Hilfe sinnvoll ist

Hält die Angst trotz Vorbereitung an, beginnt sie schon Wochen vor der Reise oder bekommt das Kind Panikattacken, ist die Kinderarztpraxis eine gute erste Anlaufstelle. Was akut an Bord hilft, beschreibt Was hilft sofort bei Flugangst?. Fürchtet eher der Partner oder die Partnerin das Fliegen, passt Partner hat Flugangst.

Selbsttest: Angst-Test (GAD-7) → Wie stark belastet Sie Angst gerade? 7 Fragen, sofortige Auswertung, keine Speicherung.
Ruhig an Bord, auch als Vorbild

Das Audio-Programm bei Flugangst richtet sich an betroffene Erwachsene und nicht an Kinder. Für Mütter und Väter, die selbst mit Herzklopfen ins Flugzeug steigen und dem Kind ein ruhiges Vorbild sein möchten, kann es begleitend helfen, sich in den Wochen vor dem Flug auf die Reise einzustimmen: aufeinander aufbauende Hypnosen à 75 Minuten für zu Hause, sofort nach dem Kauf verfügbar, von Ingo Michael Simon erarbeitet und professionell eingesprochen, ohne KI. Es ist auch im Jahresabo mit allen 115 Programmen enthalten, etwa zusammen mit Stress und Angst und innere Unruhe. Begleitend gedacht, kein Ersatz für kinderärztliche Beratung oder die Behandlung starker Flugangst.

Allgemeine Stimmprobe – kein Ausschnitt des konkreten Programms:
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Häufige Fragen

Mein Kind hat plötzlich Flugangst: Woran kann das liegen?

Oft steckt ein konkretes Erlebnis dahinter, etwa ein unruhiger Flug, schmerzende Ohren oder ein Video über ein Flugzeugunglück. Ein ruhiges Gespräch einige Tage vor der Reise hilft, den Auslöser zu finden und gezielt zu erklären. Die Angst ernst zu nehmen, wirkt dabei mehr, als sie auszureden.

Darf ich meinem Kind gegen Flugangst ein Beruhigungsmittel geben?

Nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis, denn beruhigende und müde machende Mittel können bei Kindern Nebenwirkungen haben. Auch ein abschwellendes Mittel half in einer Studie kleinen Kindern nicht gegen Ohrenschmerzen beim Fliegen. Vorbereitung, Ablenkung und ruhige Begleitung sind meist der bessere Weg.

Ich habe selbst Flugangst: Überträgt sich das auf mein Kind?

Kinder orientieren sich an der Reaktion ihrer Eltern, in einem Experiment übernahmen Kleinkinder die ängstliche Reaktion ihrer Mütter auf unbekannte Dinge. Das heißt nicht, dass jede elterliche Angst weitergegeben wird. Hilfreich ist, die eigene Angst zu benennen, ruhig vorzuleben, wie man damit umgeht, und sie bei Bedarf selbst behandeln zu lassen.

Was tun, wenn mein Kind im Flugzeug in Panik gerät?

Nah beim Kind bleiben, leise und langsam sprechen und gemeinsam langsam ausatmen, etwa wie beim Auspusten einer Kerze. Kleine Aufgaben wie Wolken zählen oder ein vertrautes Hörspiel lenken ab. Die Crew darf angesprochen werden, sie kennt solche Situationen.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • Gerull & Rapee (2002): Mother knows best: effects of maternal modelling on the acquisition of fear and avoidance behaviour in toddlers, Behaviour Research and Therapy 40(3) Quelle lesen →
  • Buchanan, Hoagland & Fischer (1999): Pseudoephedrine and air travel-associated ear pain in children, Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine 153(5) Quelle lesen →
  • Schindler, Vriends, Margraf & Stieglitz (2016): Ways of acquiring flying phobia, Depression and Anxiety 33(2) Quelle lesen →
  • ADAC: So funktioniert der Druckausgleich im Flugzeug Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).