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Depressiver Partner geht fremd: Was nun?

Eine Depression kann manches erklären, den Vertrauensbruch entschuldigt sie nicht. Die eigene Kränkung darf genauso ernst genommen werden wie die Erkrankung des Partners.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
2,3 Prozentvon 2.291 Verheirateten hatten in einer US-Befragung im letzten Jahr eine Affäre
Unzufriedenheitin der Ehe sagte Untreue in dieser Studie am deutlichsten vorher
Etwa sechsfachhöher war das Depressionsrisiko nach Untreue oder Trennungsdrohung des Partners
25 Frauennach Untreue oder Trennungsdrohung wurden mit 25 Frauen ohne ein solches Ereignis verglichen

Die kurze Antwort

Wenn ein Partner mit Depression fremdgeht, darf die eigene Kränkung genauso ernst genommen werden wie seine Erkrankung. Eine Depression kann manches erklären, etwa innere Leere, einen niedrigen Selbstwert oder den Rückzug aus der Beziehung. Den Vertrauensbruch entschuldigt sie nicht. Entscheidungen über die Beziehung müssen nicht sofort fallen, und Hilfe für die eigene Verletzung ist kein Verrat am kranken Partner.

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Erklären heißt nicht entschuldigen

Die Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression nennt unter den Beschwerden unter anderem Schuldgefühle, Selbstvorwürfe und fehlendes sexuelles Interesse. Denkbar ist, dass jemand in einer solchen Leere Bestätigung oder ein kurzes Gefühl von Lebendigkeit außerhalb der Beziehung sucht. Das kann ein Teil der Geschichte sein. Die Verantwortung für die Entscheidung bleibt trotzdem bei der Person, die fremdgegangen ist.

Dass eine Depression Untreue verursacht, ist nicht belegt. In einer US-Befragung von Whisman und Kollegen (2007) mit 2.291 Verheirateten hatten 2,3 Prozent im letzten Jahr eine Affäre. Vorhersagen ließ sich das vor allem durch Unzufriedenheit in der Ehe und emotionale Labilität.

Person auf einem Steg an einem stillen Bergsee

Die eigene Verletzung zählt

Untreue trifft tief. Cano und O’Leary (2000) fanden in einer kleinen Studie, dass Frauen nach Untreue oder Trennungsdrohung des Partners ein etwa sechsfach höheres Risiko für eine depressive Episode hatten als Frauen mit ähnlich viel Streit ohne ein solches Ereignis. Wut, Grübeln und schlaflose Nächte sind nach einem Vertrauensbruch also keine Überreaktion.

Schritt für Schritt

  1. Erst sortieren: Gefühle aufschreiben, bevor das große Gespräch kommt. Wut und Mitgefühl dürfen nebeneinanderstehen.
  2. Klar benennen: Etwa sagen „Ich sehe, dass es dir schlecht geht, und trotzdem hat mich das sehr verletzt.“ So bleibt beides stehen, die Krankheit und die Kränkung.
  3. Zeit lassen: Ob die Beziehung weitergeht, muss nicht in der ersten Woche feststehen. Eine Pause oder getrennte Nächte sind erlaubt.
  4. Behandlung trennen: Die Depression gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Hände, nicht in die Verantwortung des betrogenen Partners. Die Patientenleitlinie nennt Paartherapie als eine mögliche Form der Psychotherapie.
  5. Eigene Hilfe holen: Ein Gespräch mit einer Vertrauensperson, Paar- oder Einzelberatung entlastet. Angehörige psychisch erkrankter Menschen erreichen das SeeleFon unter 0228 71002424.

Wann es mehr als eine Kränkung ist

Hält die eigene Niedergeschlagenheit über Wochen an, ist ein Termin in der Hausarztpraxis sinnvoll. Bei Gedanken, nicht mehr leben zu wollen: TelefonSeelsorge 0800 111 0 111 (DE), Dargebotene Hand 143 (CH). Wirkte der Partner beim Fremdgehen nicht gedrückt, sondern ungewöhnlich aufgedreht, passt Fremdgehen in der Manie. Hat er die Beziehung beendet, hilft Depressiver Partner trennt sich.

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Die eigene Belastung nicht vergessen

Das Audio-Programm bei Depressionen richtet sich an Betroffene selbst und ist nicht dafür gedacht, den Partner zu behandeln. Für die eigene Belastung nach einem Vertrauensbruch passen eher Programme wie Stress, Schlafstörungen und Selbstwertgefühl: aufeinander aufbauende Hypnosen à 75 Minuten für zu Hause, sofort nach dem Kauf verfügbar, von Ingo Michael Simon geschrieben und professionell eingesprochen, ohne KI. Alle sind im Jahresabo mit allen 115 Programmen enthalten. Begleitend gedacht, kein Ersatz für Paar- oder Einzelberatung, ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

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Häufige Fragen

Kann eine Depression der Grund sein, warum mein Partner fremdgegangen ist?

Eine Depression kann mitspielen, etwa durch Leere, Selbstzweifel oder Abstand in der Beziehung. Ein Beleg, dass sie Untreue verursacht, fehlt aber, und die Entscheidung bleibt seine eigene. Beides darf gleichzeitig wahr sein: Er ist krank, und er hat verletzt.

Darf ich wütend auf jemanden sein, der depressiv ist?

Ja. Wut nach einem Vertrauensbruch ist eine verständliche Reaktion und kein Zeichen von Herzlosigkeit. Hilfreich ist, sie in Worte zu fassen, ohne die Krankheit abzuwerten, und bei Bedarf eine Beratung dazuzuholen.

Soll ich mich trennen, solange mein Partner depressiv ist?

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort. Viele brauchen erst Zeit, um die eigene Kränkung zu sortieren und zu sehen, wie sich die Behandlung entwickelt. Eine Trennung ist trotzdem eine legitime Entscheidung, auch wenn der andere krank ist.

Wie spreche ich das Fremdgehen an, ohne ihn in eine Krise zu stürzen?

Ruhig, konkret und ohne Vorwurf an die Krankheit: was passiert ist, was es mit einem selbst macht, was jetzt gebraucht wird. Lässt sich das Gespräch allein kaum führen, kann eine Paarberatung den Rahmen geben. Äußert der Partner Suizidgedanken, haben Notruf 112 oder TelefonSeelsorge Vorrang.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • Whisman, Gordon & Chatav (2007): Predicting sexual infidelity in a population-based sample of married individuals, Journal of Family Psychology 21(2) Quelle lesen →
  • Cano & O’Leary (2000): Infidelity and separations precipitate major depressive episodes and symptoms of nonspecific depression and anxiety, Journal of Consulting and Clinical Psychology 68(5) Quelle lesen →
  • BÄK, KBV, AWMF (2024): Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.0, Kapitel für Angehörige und Freunde Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).