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Freundin hat Depressionen: Wie verhalte ich mich richtig?

Sie sagt Treffen ab, wirkt leer und reagiert gereizt auf gut gemeinte Tipps. Wie Partnerinnen und beste Freundinnen hilfreich da sein können, ohne sich selbst zu verlieren.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
Helfen, nicht heilenso beschreibt die Patientenleitlinie die Rolle von Freunden
167 Betroffene und Fachleuteeinigten sich auf Empfehlungen für Laienhilfe
18 Studienzu Kursen in Erster Hilfe für psychische Gesundheit
0800 111 0 111Telefonseelsorge, rund um die Uhr und kostenfrei

Die kurze Antwort

Hat die Freundin Depressionen, ist das richtige Verhalten meist leiser als gedacht: da sein, zuhören, nichts wegreden und sie freundlich, aber beharrlich zu ärztlicher oder psychotherapeutischer Hilfe ermutigen. Das gilt für die Partnerin genauso wie für die beste Freundin. Die Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Depression (2024) beschreibt die Rolle so: Angehörige und Freunde können helfen, aber nicht heilen.

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Was Fachleute empfehlen

Langlands und Kollegen (2008) befragten in einer Delphi-Studie 167 Betroffene, Angehörige und Fachleute, wie Laien einem Menschen mit beginnender Depression beistehen können. 64 Empfehlungen fanden in allen drei Gruppen breite Zustimmung. Sie reichen vom ersten Ansprechen über das Unterstützen bis zu der Frage, was zu tun ist, wenn jemand keine Hilfe möchte.

Ansprechen, ohne zu diagnostizieren

Ein ruhiger Moment unter vier Augen und eine Beobachtung statt eines Urteils: „Du wirkst seit Wochen so erschöpft, ich mache mir Sorgen um dich.“ Ob es eine Depression ist, klärt eine Ärztin oder ein Psychotherapeut.

Zuhören statt Ratschläge

Die Patientenleitlinie rät davon ab, einem depressiven Menschen seine Erkrankung zu erklären, sie herunterzuspielen oder gut gemeinte Ratschläge zu geben. Sätze wie „Geh doch mal raus“ oder „Anderen geht es schlechter“ kommen als Ablehnung an, auch wenn sie anders gemeint sind.

Konkret statt offen

„Melde dich, wenn du etwas brauchst“ überfordert in der Depression oft. Besser passt ein konkretes Angebot: „Ich hole dich am Samstag um zehn zum Spaziergang ab.“ Sagt sie ab, zielt das laut Leitlinie nicht auf die Person, sondern ist der Erkrankung geschuldet.

Person mit ausgebreiteten Armen im Sonnenaufgang

Als Partnerin oder als beste Freundin

In einer Beziehung kommen oft weniger Nähe, wenig Lust und Gereiztheit hinzu. Das gehört häufig zur Erkrankung und ist kein Urteil über die Liebe. Als beste Freundin ist die Rolle freier, aber nicht kleiner: Wer nicht im selben Haushalt lebt, kann ein Stück Normalität bieten, ohne ständig über die Krankheit zu reden.

Die eigene Kraft schützen

Wer nur noch auffängt, brennt aus. Die Leitlinie nennt Selbstfürsorge für Angehörige nicht eigennützig, sondern pragmatisch. Sicherheit geben Kurse in Erster Hilfe für psychische Gesundheit, in Deutschland unter dem Namen MHFA Ersthelfer. Eine Metaanalyse von Morgan und Kollegen (2018) mit 18 Studien fand nach solchen Trainings mehr Wissen, mehr Zuversicht beim Helfen und etwas mehr tatsächlich geleistete Hilfe.

Abgrenzung und Notfall

Meldet sich die Freundin gar nicht mehr, beschreibt der Ratgeber Depressiver Freund meldet sich nicht mehr, wie Kontakt ohne Druck gelingt. Zieht sich die Partnerin im gemeinsamen Alltag zurück, hilft Depressiver Partner zieht sich zurück. Spricht sie vom Sterben, ist eine direkte Nachfrage richtig, bei akuter Gefahr der Notruf 112. Rund um die Uhr erreichbar ist die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, in Österreich unter 142 und in der Schweiz unter 143.

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Auch an die eigene Kraft denken

Das Audio-Programm bei Depressionen richtet sich an Betroffene selbst. Für die eigene Belastung als Freundin, Freund oder Partner passen eher Programme wie Stress, Schlafstörungen und Selbstwertgefühl: aufeinander aufbauende Hypnosen à 75 Minuten für zu Hause, sofort nach dem Kauf verfügbar, von Ingo Michael Simon erarbeitet und professionell eingesprochen, ohne KI. Alle sind im Jahresabo mit allen 115 Programmen enthalten. Begleitend gedacht, kein Ersatz für Beratung oder Behandlung.

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Häufige Fragen

Meine Freundin hat Depressionen und meldet sich nicht mehr: Was tun?

Funkstille ist in der Depression häufig und meist kein Zeichen, dass die Freundschaft endet. Kurze Nachrichten ohne Erwartung einer Antwort, etwa „Ich denk an dich, du musst nicht antworten“, halten die Tür offen. Hat sie zuvor von Hoffnungslosigkeit gesprochen und ist über Tage nicht erreichbar, ist es richtig, jemanden aus ihrem Umfeld einzubeziehen oder bei akuter Sorge die 112 zu wählen.

Was sollte ich meiner depressiven Freundin besser nicht sagen?

Ungünstig sind Sätze, die die Erkrankung kleinreden oder antreiben, etwa „Reiß dich zusammen“ oder „Du hast doch alles“. Auch ständige Ratschläge kommen leicht als Kritik an. Hilfreicher ist die Frage, was ihr gerade guttun würde, und die Bereitschaft, Schweigen auszuhalten.

Meine Freundin will in Ruhe gelassen werden: Soll ich das respektieren?

Ein Stück weit ja, denn Druck verstärkt den Rückzug oft. Die Patientenleitlinie rät, eine Zurückweisung zu respektieren, ohne die eigenen Versuche ganz aufzugeben. Ein leises, regelmäßiges Zeichen, dass man da ist, wirkt meist besser als Drängen oder völlige Stille.

Meine Partnerin hat Depressionen und will keine Nähe mehr: Liegt es an mir?

Meist nicht, denn Rückzug, Freudlosigkeit und Interessenverlust gehören zu den häufigen Folgen einer Depression und treffen gerade die Menschen, die am nächsten stehen. Die Patientenleitlinie betont, dass niemand Schuld an der Erkrankung trägt. Ein Paargespräch im Rahmen der Behandlung kann helfen, die Belastung beider besser zu verstehen.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • BÄK, KBV, AWMF (2024): Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.0, Kapitel für Angehörige und Freunde Quelle lesen →
  • Langlands, Jorm, Kelly & Kitchener (2008): First aid for depression: a Delphi consensus study with consumers, carers and clinicians, Journal of Affective Disorders 105(1-3) Quelle lesen →
  • Morgan, Ross & Reavley (2018): Systematic review and meta-analysis of Mental Health First Aid training: effects on knowledge, stigma, and helping behaviour, PLoS One 13(5) Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).