Was passiert im Körper, wenn man aufhört zu rauchen?
Der Körper beginnt schon Minuten nach der letzten Zigarette, sich zu erholen. Manches ist nach Wochen spürbar, anderes zeigt sich erst nach Jahren im deutlich gesunkenen Krankheitsrisiko.
Die Erholung beginnt nach Minuten
Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette sinken Herzfrequenz und Blutdruck. Das ist der Anfang einer Erholung, die sich über Jahre fortsetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) beschreiben diesen Verlauf übereinstimmend. Die Zeitangaben sind Durchschnittswerte, keine Garantie für den Einzelfall.
Die ersten Stunden und Monate
Nach 12 Stunden
Der Kohlenmonoxidgehalt im Blut liegt wieder im Bereich von Nichtrauchenden. Kohlenmonoxid aus dem Rauch verdrängt den Sauerstoff von den roten Blutkörperchen. Fällt dieser Ballast weg, werden Organe und Muskeln wieder besser mit Sauerstoff versorgt.
Nach 2 bis 12 Wochen
Kreislauf und Lungenfunktion verbessern sich. Das kann sich beim Treppensteigen, bei Spaziergängen oder beim Sport bemerkbar machen.
Nach 1 bis 9 Monaten
Husten und Kurzatmigkeit gehen zurück. Die Atmung wird im Alltag wieder freier.
Die langfristigen Effekte
- nach 1 Jahr: Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ist etwa halb so hoch wie bei Menschen, die weiterrauchen.
- nach 5 bis 15 Jahren: Das Schlaganfallrisiko sinkt auf das Niveau von Nichtrauchenden.
- nach 10 Jahren: Das Lungenkrebsrisiko ist etwa halb so hoch wie bei Rauchenden. Auch das Risiko für Krebs in Mund, Rachen, Speiseröhre, Blase, Gebärmutterhals und Bauchspeicheldrüse sinkt.
- nach 15 Jahren: Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit entspricht dem von Nichtrauchenden.
Es lohnt sich in jedem Alter. Laut WHO gewinnt, wer mit etwa 30 Jahren aufhört, fast zehn Lebensjahre. Wer mit 60 aufhört, gewinnt im Schnitt noch rund drei.
Was sich zunächst unangenehm anfühlt
Der Entzug
In den ersten Wochen melden sich Unruhe, Reizbarkeit und starkes Verlangen. Das ist ein Zeichen der Umstellung, kein Rückschritt. Warum diese Phase so fordernd ist und wie lange sie typischerweise dauert, erklärt ein eigener Beitrag (siehe unten).
Das Gewicht
Viele nehmen nach dem Rauchstopp zu. Eine Metaanalyse im British Medical Journal ergab im Mittel 4 bis 5 Kilogramm nach einem Jahr, den größten Teil davon in den ersten drei Monaten. Die Spanne ist groß: Etwa jede sechste Person nahm sogar ab, etwa jede achte mehr als 10 Kilogramm zu. Wer das weiß, kann gerade in den ersten Monaten gezielt auf Bewegung und Zwischenmahlzeiten achten.
Unterstützung nutzen
Kostenlose Beratung bietet das Rauchfrei-Telefon unter 0800 8 31 31 31, in der Schweiz die Rauchstopplinie unter 0848 000 181. Hypnose wird häufig als Hilfe beim Rauchstopp angeboten. Eine Cochrane-Übersicht von 2019 kam jedoch zu dem Schluss, dass die Studienlage nicht ausreicht, um einen Vorteil gegenüber anderer Unterstützung zu belegen. Falls es einen Nutzen gibt, ist er nach heutigem Stand höchstens klein. Sinnvoll ist Hypnose deshalb nur als ergänzender Baustein, etwa zur Entspannung in der Umstellungsphase.
Das Audio-Hypnose-Programm zum Rauchstopp setzt auf Entspannung und Motivation in der Umstellungsphase, als ergänzender Baustein neben Beratung und leitliniengerechter Unterstützung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
Programm zum Rauchstopp → Alle Programme im Jahresabo →Häufige Fragen
Wie schnell erholt sich die Lunge nach dem Rauchstopp?
Laut WHO verbessern sich Kreislauf und Lungenfunktion innerhalb von zwei bis zwölf Wochen. Husten und Kurzatmigkeit gehen meist im Lauf von einem bis neun Monaten zurück.
Wie viel nimmt man nach dem Rauchstopp zu?
Im Mittel sind es 4 bis 5 Kilogramm nach einem Jahr, der größte Teil davon in den ersten drei Monaten. Die Unterschiede sind groß: Manche nehmen sogar ab, andere deutlich mehr zu.
Lohnt sich Aufhören auch nach vielen Jahren noch?
Ja. Laut WHO gewinnen selbst Menschen, die mit etwa 60 Jahren aufhören, im Schnitt noch rund drei Lebensjahre. Das Risiko für Herzkrankheiten halbiert sich bereits im ersten rauchfreien Jahr ungefähr.
Hilft Hypnose beim Rauchstopp?
Eine Cochrane-Übersicht fand keine ausreichenden Belege, dass Hypnose besser wirkt als andere Formen der Unterstützung. Sie kann ergänzend der Entspannung dienen. Gut belegt sind Beratung sowie Nikotinersatz oder Medikamente.
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Quellen (Auswahl)
- WHO: Tobacco: health benefits of smoking cessation
- DKFZ: Rauchstopp, Stabsstelle Krebsprävention, Deutsches Krebsforschungszentrum
- Aubin et al. (2012): Weight gain in smokers after quitting cigarettes: meta-analysis, BMJ 345:e4439
- Barnes et al. (2019): Hypnotherapy for smoking cessation, Cochrane Database of Systematic Reviews, CD001008
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).