Gereizt nach dem Rauchstopp: Warum, und was hilft?
Reizbarkeit ist eines der häufigsten Entzugszeichen. Sie ist in der ersten Woche am stärksten und lässt meist nach zwei bis vier Wochen deutlich nach.
Die kurze Antwort
Gereiztheit nach dem Rauchstopp ist eines der häufigsten Entzugszeichen und vorübergehend. Eine viel zitierte Übersichtsarbeit (Hughes 2007) zählt Reizbarkeit, Unruhe, Ängstlichkeit, Konzentrationsprobleme, gedrückte Stimmung, Schlafprobleme und mehr Appetit zu den typischen Folgen des Nikotinentzugs. Die Beschwerden sind meist in der ersten Woche am stärksten und lassen bei den meisten innerhalb von etwa zwei bis vier Wochen deutlich nach. Nikotinersatz, Bewegung und bewusste Pausen helfen, die Zeit zu überbrücken.
Warum man nach dem Rauchstopp so gereizt ist
Nikotin wirkt im Gehirn auf Botenstoffe, die Stimmung und Anspannung regulieren. Fällt es weg, muss sich der Körper erst umstellen. Dazu kommt, dass viele die Zigarette als Stressventil genutzt haben. Dieses Ventil fehlt jetzt, und kleine Ärgernisse fühlen sich größer an. Was sonst noch im Körper passiert, erklärt Rauchstopp: Was passiert im Körper?
Was hilft
- Nikotinersatz: Pflaster, Kaugummi oder Lutschtabletten mildern Entzugsbeschwerden. Laut der deutschen S3-Leitlinie zur Tabakentwöhnung erhöhen sie zusammen mit Beratung die Erfolgschancen. Lassen Sie sich in Apotheke oder Hausarztpraxis beraten.
- Bewegung: Ein kurzer zügiger Spaziergang baut Anspannung ab und lenkt vom Verlangen ab.
- Vorwarnen: Familie und Kollegen sagen, dass die nächsten Tage schwieriger sein können. Das entlastet beide Seiten.
- Atempausen: Die Rauchpause durch eine Atempause ersetzen, etwa vier Sekunden ein, sechs aus.
- Koffein reduzieren: Nach dem Rauchstopp wirkt Koffein oft stärker, was Unruhe verstärken kann.
- Entspannung üben: Regelmäßige Entspannung, etwa mit Audio-Hypnose, ersetzt die Zigarette als Ruheinsel. Was Studien zu Hypnose beim Rauchstopp zeigen, steht unter Hilft Hypnose beim Rauchen aufhören?
Wenn das Verlangen akut wird, hilft Rauchverlangen: Was hilft sofort? Und falls es doch passiert ist: Rückfall nach dem Rauchstopp.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Wenn die Stimmung nach dem Rauchstopp über Wochen gedrückt bleibt oder Sie sich hoffnungslos fühlen, sprechen Sie bitte mit Ihrer Hausarztpraxis. Siehe auch Traurigkeit nach dem Rauchstopp. Kostenlose Beratung bietet in Deutschland das Rauchfrei-Telefon unter 0800 8 31 31 31, in Österreich das Rauchfrei Telefon unter 0800 810 013.
Das Audio-Hypnose-Programm Rauchen aufhören richtet sich an Erwachsene, die ihren Rauchstopp mit regelmäßiger Entspannung und neuen Gewohnheiten begleiten möchten. Online im Browser, alle 115 Programme im Jahresabo für 99 € im Jahr.
Häufige Fragen
Warum bin ich nach dem Rauchstopp so gereizt?
Reizbarkeit gehört zu den häufigsten Entzugszeichen. Das Gehirn muss sich an das fehlende Nikotin gewöhnen, und die Zigarette als Stressventil fehlt.
Wie lange dauert die Gereiztheit nach dem Rauchstopp?
Meist ist sie in der ersten Woche am stärksten und lässt bei den meisten innerhalb von etwa zwei bis vier Wochen deutlich nach.
Was hilft gegen Reizbarkeit beim Rauchentzug?
Nikotinersatz nach Beratung, Bewegung, Atempausen statt Rauchpausen, weniger Koffein, Vorwarnen des Umfelds und regelmäßige Entspannung.
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Weitere Ratgeber
Quellen (Auswahl)
- Hughes (2007): Effects of abstinence from tobacco: valid symptoms and time course, Nicotine & Tobacco Research 9(3), 315-327
- DG-Sucht/DGPPN (2021): S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung, AWMF-Register 076-006 Quelle lesen →
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).