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Seufzen · Stress
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Warum seufze ich so oft?

Jeder Mensch seufzt mehrmals pro Stunde. Wer es auffällig oft tut, steht meist unter Anspannung, und genau dort lohnt es sich anzusetzen.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
mehrmalspro Stunde seufzt jeder Mensch
Erleichterungmehr Seufzer nach Stress
Frusthäufiger Begleiter des Seufzers
5 Minutenzyklisches Seufzen täglich

Seufzen ist zunächst ein Atemreflex

Ein Seufzer ist ein besonders tiefer Atemzug: ein normaler Atemzug mit einem zusätzlichen Einatmen obendrauf, gefolgt von einem langen Ausatmen. Jeder Mensch seufzt, meist ohne es zu bemerken, laut einer Arbeit im Fachblatt Nature mehrmals pro Stunde. Häufiges Seufzen ist deshalb in der Regel kein Krankheitszeichen. Es zeigt aber oft, dass Körper oder Psyche gerade etwas loswerden wollen: Anspannung, Frust oder Erschöpfung.

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Wozu der Körper seufzt

Beim ruhigen, gleichmäßigen Atmen fallen winzige Bereiche der Lungenbläschen nach und nach etwas zusammen. Der tiefe Seufzer dehnt sie wieder auf. Eine Forschungsgruppe um Jack Feldman und Mark Krasnow hat bei Mäusen den Schaltkreis im Hirnstamm gefunden, der diesen Reflex steuert. Die Forscher vermuten, dass er auch Signale aus dem Gefühlsleben aufnimmt. Auch beim Menschen nimmt das Seufzen bei körperlicher und seelischer Belastung zu.

Tal mit Fluss in ruhigem Licht

Seufzen und Gefühle

Erleichterung

Die belgische Psychologin Elke Vlemincx und ihr Team erzeugten im Labor Stress, etwa durch die Erwartung eines lauten Geräuschs. Die Versuchspersonen seufzten häufiger, wenn die Anspannung endete, als während des Stresses selbst. Der Seufzer der Erleichterung ist also wörtlich zu nehmen. Er kann den Moment markieren, in dem der Körper vom Alarm wieder in Richtung Ruhe umschaltet.

Frust und Resignation

Der norwegische Psychologe Karl Halvor Teigen fand dagegen, dass Menschen Seufzer vor allem mit Enttäuschung, Frust und Aufgeben verbinden. Beim Lösen schwieriger Aufgaben seufzten die meisten Teilnehmenden, besonders nach misslungenen Versuchen, und viele bemerkten es selbst gar nicht.

Wenn das Seufzen auffällig oft kommt

Ständiges Seufzen tritt häufig zusammen mit Anspannung, Sorgen oder einer belastenden Lebensphase auf. Manche haben dabei das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können, und seufzen gerade deshalb immer wieder. Das kann den Atemrhythmus zusätzlich durcheinanderbringen.

Ärztlich abklären lassen sollte man echte Luftnot, Atemnot schon bei leichter Belastung, Schmerzen in der Brust, wochenlangen Husten oder Herzstolpern. Bei plötzlicher starker Atemnot oder Brustschmerz gilt der Notruf 112.

Was hilft

Gegen das Seufzen selbst muss niemand etwas tun, es erfüllt ja eine Aufgabe. Sinnvoll ist, die Anspannung dahinter ernst zu nehmen. Eine Studie der Stanford University fand, dass fünf Minuten tägliches „zyklisches Seufzen“, also zweimal durch die Nase einatmen und dann lange durch den Mund ausatmen, die Stimmung stärker hob als eine gleich lange Achtsamkeitsmeditation. Auch regelmäßige Pausen, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf entlasten. Entspannungsverfahren wie Hypnose können begleitend dabei unterstützen, die Grundspannung zu senken.

Die Anspannung hinter dem Seufzen lösen

Das Audio-Hypnose-Programm bei Stress unterstützt dabei, regelmäßig zur Ruhe zu kommen und die Grundspannung zu senken, begleitend und nicht als Ersatz für eine ärztliche Abklärung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

Allgemeine Stimmprobe – kein Ausschnitt des konkreten Programms:
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Häufige Fragen

Ist es normal, ständig zu seufzen?

Seufzen ist ein natürlicher Atemreflex, der mehrmals pro Stunde auftritt. Wer es deutlich häufiger bemerkt, steht oft unter Anspannung oder in einer belastenden Phase. Kommen echte Atemnot oder Brustschmerzen hinzu, ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Warum habe ich das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können?

Unter Anspannung atmen viele flach in die Brust, und der Körper verlangt dann immer wieder nach einem tiefen Atemzug. Ist die Lunge ärztlich untersucht und unauffällig, helfen ruhiges Ausatmen und Entspannung oft mehr als bewusst tiefes Einatmen.

Was ist zyklisches Seufzen?

Eine einfache Atemübung: zweimal hintereinander durch die Nase einatmen und dann lange und langsam durch den Mund ausatmen. In einer Studie verbesserten fünf Minuten täglich die Stimmung messbar.

Merken andere, wenn ich seufze?

Häufig ja, und sie deuten fremde Seufzer oft als Traurigkeit oder Frust. Viele Menschen bemerken ihr eigenes Seufzen dagegen gar nicht. Ein kurzer Hinweis wie „Ich bin nur angespannt“ beugt Missverständnissen vor.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • Li et al. (2016): The peptidergic control circuit for sighing, Nature 530
  • Vlemincx et al. (2009): Why do you sigh? Sigh rate during induced stress and relief, Psychophysiology 46(5)
  • Teigen (2008): Is a sigh „just a sigh“? Sighs as emotional signals and responses to a difficult task, Scandinavian Journal of Psychology 49(1)
  • Balban et al. (2023): Brief structured respiration practices enhance mood and reduce physiological arousal, Cell Reports Medicine 4(1)

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).