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Warum habe ich Höhenangst?

Weiche Knie am Geländer, Schwindel beim Blick nach unten: Höhenangst hat eine körperliche und eine psychische Seite. Beide lassen sich erklären, und verändern.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
jeder Drittekennt Höhenschwindel
3 Sinnesteuern das Gleichgewicht
Drang zu springenmeist harmlos
VR-Therapiein Lancet-Studie wirksam

Sie sind in guter Gesellschaft

Weiche Knie auf dem Aussichtsturm, Schwindel am Geländer, der Blick nach unten, der den Magen zusammenzieht: Eine Untersuchung des Deutschen Schwindelzentrums in München fand, dass etwa jeder dritte Erwachsene eine sogenannte visuelle Höhenunverträglichkeit kennt. Eine ausgeprägte Höhenangst, die den Alltag einschränkt, betrifft deutlich weniger Menschen.

Fachleute unterscheiden deshalb: Höhenschwindel ist eine verbreitete, körperlich mitbedingte Reaktion. Höhenangst im engeren Sinn, die Akrophobie, ist eine Angststörung, bei der schon der Gedanke an Höhe Angst auslöst und Situationen gemieden werden.

Begleitendes Audio-Programm: Höhenangst10 Gesundheitshypnosen à 75 Minuten zum Anhören zu Hause, konzipiert von Ingo Michael Simon. Ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.Einzelprogramm 129 € oder die Programme im Jahresabo für 99 €/JahrEinzelprogramm für 129 € bestellen → Inhalt und Stimmprobe →

Warum der Körper in der Höhe reagiert

Die Augen finden keinen Halt

Das Gleichgewicht stützt sich auf drei Quellen: das Innenohr, die Körperwahrnehmung und die Augen. In der Höhe sind die nächsten Bezugspunkte weit entfernt. Die Augen melden kaum noch Bewegung, während der Körper leicht schwankt. Dieser Widerspruch erzeugt Unsicherheit und Schwindel.

Ein angeborener Schutz

Schon Säuglinge zögern, über eine scheinbare Kante zu krabbeln, das zeigte das berühmte Experiment mit der „visuellen Klippe“. Der Psychologe Martin Seligman beschrieb, dass Menschen besonders leicht Ängste vor Dingen entwickeln, die für unsere Vorfahren gefährlich waren. Höhe gehört dazu.

Weite Berglandschaft

Warum daraus Angst wird

Aus dem natürlichen Schutz wird eine Angststörung, wenn die Reaktion übersteigert ist und das Denken sie verstärkt. Typisch sind Gedanken wie „Ich könnte das Gleichgewicht verlieren“ oder „Ich könnte die Kontrolle verlieren“. Wer daraufhin Höhen meidet, erlebt nie, dass die Angst von selbst nachlässt, und sie wächst.

Der Sog nach unten

Viele erschrecken über einen plötzlichen Impuls, zu springen. Forschende um Jennifer Hames fanden dieses Phänomen auch bei rund der Hälfte der Menschen, die nie Suizidgedanken hatten. Ihre Erklärung: Das Gehirn registriert die Gefahr, der Körper weicht zurück, und der Verstand deutet diese Schutzreaktion im Nachhinein fälschlich als Wunsch zu springen. Der Impuls ist also eher ein Zeichen des Überlebenswillens.

Was hilft

Die wirksamste Behandlung ist die schrittweise Konfrontation: sich Höhen in kleinen Stufen aussetzen, bis die Angst jeweils abklingt. Das kann heute auch in der virtuellen Realität geschehen, eine randomisierte Studie in The Lancet Psychiatry zeigte mit einem automatisierten VR-Programm deutliche Verbesserungen.

Im Moment selbst hilft es, einen festen Punkt in der Nähe zu fixieren, Halt zu suchen und langsam auszuatmen. Entspannungsverfahren wie Hypnose können die Konfrontation vorbereiten und begleiten.

Selbsttest: Angst-Test (GAD-7) → Wie stark belastet Sie Angst gerade? 7 Fragen, sofortige Auswertung, keine Speicherung.
Die Konfrontation mit der Höhe vorbereiten

Das Audio-Hypnose-Programm bei Höhenangst hilft, Entspannung einzuüben und in der Höhe abzurufen, begleitend, nicht als Ersatz für Therapie. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

Allgemeine Stimmprobe – kein Ausschnitt des konkreten Programms:
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Häufige Fragen

Ist Höhenangst angeboren?

Eine gewisse Vorsicht vor Höhe ist angeboren und schützt uns. Ob daraus eine behandlungsbedürftige Höhenangst wird, hängt von Erfahrungen, Denkmustern und Vermeidungsverhalten ab.

Warum habe ich im Flugzeug keine Höhenangst?

Im Flugzeug fehlt der direkte Blick auf eine nahe Kante und den Boden darunter. Ohne diesen Bezug entsteht kaum der Widerspruch zwischen Augen und Gleichgewichtssinn, der Höhenschwindel auslöst.

Ist der Drang zu springen gefährlich?

Bei den meisten Menschen nicht. Studien deuten darauf hin, dass der Impuls eine fehlgedeutete Schutzreaktion ist. Wer allerdings auch unabhängig von der Höhe Gedanken an den eigenen Tod hat, sollte sich Hilfe holen.

Kann man Höhenangst loswerden?

Ja. Schrittweise Konfrontation, auch in der virtuellen Realität, führt bei den meisten Betroffenen zu einer deutlichen Besserung, oft schon nach wenigen Sitzungen.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • Huppert, Grill & Brandt (2013): Down on heights? One in three has visual height intolerance, Journal of Neurology 260
  • Hames et al. (2012): An urge to jump affirms the urge to live: an empirical examination of the high place phenomenon, Journal of Affective Disorders 136(3)
  • Freeman et al. (2018): Automated psychological therapy using immersive virtual reality for treatment of fear of heights, The Lancet Psychiatry 5(8)
  • Seligman (1971): Phobias and preparedness, Behavior Therapy 2

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).