Warum bekommt man Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden hat jeder Mensch – sie sind ein normales Gefäßpolster. Beschwerden entstehen erst, wenn es sich vergrößert. Die Gründe dafür sind gut bekannt.
Hämorrhoiden hat jeder – das Problem ist ihre Vergrößerung
Hämorrhoiden sind keine Krankheit, sondern ein normales Gefäßpolster am Ende des Enddarms. Zusammen mit dem Schließmuskel sorgen sie dafür, dass der Darm dicht hält. Jeder Mensch hat sie.
Von Hämorrhoidalleiden spricht man erst, wenn sich dieses Polster vergrößert und Beschwerden verursacht: Blutungen, Juckreiz, Nässen oder ein Fremdkörpergefühl.
Warum sich das Polster vergrößert
Pressen beim Stuhlgang
Der wichtigste Einzelfaktor. Beim Pressen steigt der Druck im Bauchraum erheblich, das Blut staut sich im Gefäßpolster. Wiederholt sich das täglich über Jahre, dehnt sich das Gewebe dauerhaft.
Harter Stuhl bei ballaststoffarmer Ernährung und zu geringer Trinkmenge ist die häufigste Ursache für dieses Pressen.
Zu lange sitzen – auch auf der Toilette
Langes Sitzen auf der Toilette – etwa mit dem Handy – hält den Abfluss aus dem Gefäßpolster über Minuten blockiert. Die Empfehlung lautet: Toilettengang unter drei Minuten.
Auch langes Sitzen im Alltag, etwa im Büro, begünstigt die Beschwerden.
Der Beckenboden
Ein Aspekt, der oft übersehen wird: Ein dauerhaft verspannter Beckenboden kann sich beim Stuhlgang nicht ausreichend entspannen. Der Schließmuskel bleibt angespannt, während gleichzeitig gedrückt wird – der Druck steigt zusätzlich.
Genau hier gibt es eine Verbindung zur psychischen Anspannung: Der Beckenboden reagiert wie andere Muskelgruppen auf Stress. Wer dauerhaft unter Spannung steht, spannt häufig unbewusst auch dort an. Diese sogenannte Beckenbodendyssynergie wird in der Beckenbodentherapie behandelt.
Weitere Faktoren
- Bindegewebsschwäche, teilweise erblich
- Schwangerschaft und Geburt durch Druck und hormonelle Gewebeveränderung
- Übergewicht
- Schweres Heben mit Pressatmung
- Chronische Verstopfung oder häufiger Durchfall
Warum Blutungen immer abgeklärt gehören
Hellrotes Blut am Papier ist typisch für Hämorrhoiden. Es darf trotzdem nie ungeprüft darauf zurückgeführt werden. Auch ernsthafte Erkrankungen können so bluten. Eine ärztliche Untersuchung ist keine Übervorsicht, sondern notwendig – besonders bei erstmaligem Auftreten, ab 50 Jahren oder bei Veränderung der Stuhlgewohnheiten.
Was hilft
Stuhl weich halten
Ballaststoffe, ausreichend trinken, Bewegung. Weicher Stuhl macht Pressen überflüssig – das ist die wirksamste Maßnahme überhaupt.
Nicht pressen, nicht verweilen
Nur auf die Toilette gehen, wenn Stuhldrang besteht. Kein Handy. Ein Fußhocker verändert den Winkel und erleichtert die Entleerung ohne Pressen.
Beckenboden entspannen lernen
Bei Verdacht auf dauerhafte Verspannung: Physiotherapie mit Schwerpunkt Beckenboden. Dort wird nicht nur Kräftigung geübt, sondern auch bewusstes Loslassen – was bei diesem Beschwerdebild oft wichtiger ist.
Ärztliche Behandlung
Je nach Stadium stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, von der Verödung bis zu operativen Eingriffen bei fortgeschrittenem Befund. Salben lindern Symptome, verändern den Befund aber nicht.
Wo Entspannungsverfahren ansetzen
Entspannungsverfahren behandeln keine vergrößerten Hämorrhoiden. Sie können dort ansetzen, wo dauerhafte Anspannung den Beckenboden betrifft und wo Stress das Stuhlverhalten beeinflusst. Als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung – die bei Blutungen immer zuerst kommt.
Das Audio-Hypnose-Programm bei Hämorrhoiden setzt an muskulärer Dauerspannung und stressbedingtem Stuhlverhalten an – als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung, die bei Blutungen immer zuerst kommt. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
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Quellen (Auswahl)
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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).