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Ich kann meine Diät nicht durchhalten: Warum?

Viele Diäten enden nicht am ersten Tag, sondern nach dem ersten Ausrutscher. Was dabei im Kopf passiert und welche Regeln länger tragen.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
Alles oder nichtshäufiger Grund für den Abbruch
Flexible Kontrollemit erfolgreicherer Abnahme verbunden
Ausrutscher-Planstatt Neustart am Montag
seit 1975erforscht

Die kurze Antwort

Die meisten Diäten scheitern nicht am ersten Tag, sondern an einem kleinen Ausrutscher. Ein Stück Torte, und schon heißt es „jetzt ist eh alles egal“. Dieses Alles-oder-nichts-Denken gehört zu den häufigsten Gründen für einen Abbruch. Wer flexibler mit den eigenen Regeln umgeht, hält in der Regel länger durch.

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Wie ein Abbruch abläuft

Das Muster ist bei vielen ähnlich: strenge Regeln, einige disziplinierte Tage, dann ein Moment, in dem die Regel gebrochen wird. Statt es bei diesem einen Stück zu belassen, folgt ein ganzer Abend mit Essen, und der Plan wird auf „ab Montag“ verschoben.

Die Psychologen Herman und Mack haben schon 1975 beschrieben, was dahintersteckt. Personen, die ihr Essen stark kontrollierten, aßen in einem Experiment nach einem Milchshake mehr statt weniger. Der Shake hatte die selbst gesetzte Grenze bereits überschritten, die Kontrolle schien danach nichts mehr wert.

Schüssel mit frischem Salat

Starre und flexible Kontrolle

Ein Forschungsteam um den Psychologen Joachim Westenhoefer unterschied später zwei Arten, das Essen zu steuern. Starre Kontrolle arbeitet mit festen Verboten und Alles-oder-nichts-Regeln. Flexible Kontrolle erlaubt Ausnahmen und gleicht sie später aus, etwa mit einem leichteren Abendessen nach einem großen Mittagessen. In seinen Daten ging starre Kontrolle häufiger mit Essanfällen und höherem Gewicht einher, flexible Kontrolle dagegen mit erfolgreicherer Gewichtsabnahme.

Was beim Durchhalten hilft

  • Ausnahmen einplanen: Der Kuchen am Sonntag ist dann kein Regelbruch, sondern Teil des Plans.
  • Einen Ausrutscher-Plan haben: Vorher festlegen, was nach einem Ausrutscher passiert, zum Beispiel: „Die nächste Mahlzeit ist wieder ganz normal.“ Kein Ausgleichsfasten, kein Neustart am Montag.
  • Nicht hungern: Wer regelmäßig isst und satt wird, gerät seltener in Situationen, in denen die Kontrolle kippt.
  • Fortschritt am Verhalten messen: Wer notiert, an wie vielen Tagen der Plan geklappt hat, sieht Erfolge, auch wenn die Waage gerade stillsteht. Das schützt vor dem Gefühl, ohnehin zu scheitern.
  • Regeln an das eigene Leben anpassen: Ein Plan, der Familienessen, Schichtdienst oder Geschäftsreisen nicht aushält, wird früher oder später gebrochen.

Wann fachliche Hilfe sinnvoll ist

Kommt es regelmäßig zu Essanfällen, bei denen in kurzer Zeit sehr viel gegessen wird und das Gefühl von Kontrollverlust entsteht, kann eine Binge-Eating-Störung vorliegen. Sie ist gut behandelbar, und eine weitere Diät ist dann meist nicht die Lösung. Hausärztliche oder psychotherapeutische Praxen sind gute erste Anlaufstellen.

Hypnose als Begleitung

Hypnose kann helfen, mit Anspannung in kritischen Momenten ruhiger umzugehen und neue Essgewohnheiten innerlich einzuüben. Sie ist eine Ergänzung, keine Abkürzung, und die Studienlage beim Abnehmen ist begrenzt.

Gelassener durch kritische Momente

Das Hypnotische Magenband ist ein Audio-Programm, kein operativer Eingriff. Es begleitet mit Hypnose und Vorstellungsübungen dabei, neue Essgewohnheiten zu festigen. Eine bestimmte Gewichtsabnahme ist nicht zugesichert, und es ersetzt keine ärztliche Behandlung. Einzeln einmalig 129 €, alternativ im Jahresabo für 99 € pro Jahr. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

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Häufige Fragen

Warum breche ich Diäten immer wieder ab?

Häufig steckt Alles-oder-nichts-Denken dahinter: Nach einem kleinen Regelbruch erscheint der ganze Tag verloren. Je strenger die Regeln, desto leichter kippt die Kontrolle. Flexiblere Regeln mit eingeplanten Ausnahmen halten meist länger.

Was mache ich nach einem Ausrutscher?

Am besten nichts Besonderes: Die nächste Mahlzeit wird ganz normal gegessen. Ausgleichsfasten oder ein Neustart am Montag führen oft in den nächsten Kreislauf aus Verzicht und Überessen.

Ist eine strenge Diät schneller erfolgreich?

Auf kurze Sicht manchmal, auf lange Sicht selten. Strenge Verbote erhöhen das Risiko für Kontrollverlust und Abbruch. Untersuchungen zeigen, dass ein flexibler Umgang mit dem Essen eher mit dauerhaftem Erfolg verbunden ist.

Woran erkenne ich, dass mehr dahintersteckt?

Wenn regelmäßig große Mengen in kurzer Zeit gegessen werden, mit dem Gefühl, nicht aufhören zu können, und danach Scham oder Ekel folgen. Dann sollte eine mögliche Binge-Eating-Störung fachlich abgeklärt werden.

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

  • Herman & Mack (1975): Restrained and unrestrained eating, Journal of Personality 43(4) Quelle lesen →
  • Westenhoefer, Stunkard & Pudel (1999): Validation of the flexible and rigid control dimensions of dietary restraint, International Journal of Eating Disorders 26(1) Quelle lesen →
  • Teixeira et al. (2015): Successful behavior change in obesity interventions in adults: a systematic review of self-regulation mediators, BMC Medicine 13 Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).