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Tinnitus verstehen.

Exakte Informationen und intelligente Lösungswege

Helfen Medikamente bei Tinnitus?

Gleich zu Anfang die schlechte Nachricht: Für den Tinnitus selbst bzw. dessen Ursache gibt es bis heute keine wirksamen Medikamente.

Zwar forscht die Wissenschaft seit vielen Jahren intensiv in diesem Bereich, allerdings ist der Tinitus eine solch komplexe Erkrankung, dass ein allgemein wirksames Gegenmittel noch nicht entwickelt werden konnte.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: In vielen Fällen sind Medikamente zur Behandlung gar nicht nötig!

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich in mehr als 80 % aller Fälle entweder von alleine wieder zurückbildet oder durch entsprechende Behandlungen wie Hypnose eingedämmt bzw. ganz ausgeschaltet werden kann.

Dass eine fachärztliche Untersuchung unbedingt notwendig ist und die Basis jeder Behandlung bildet, wurde bereits betont.

Trotzdem wollen wir uns einmal etwas näher anschauen, welche Medikamente zur Behandlung der Symptome eines Tinnitus bzw. der unangenehmen Begleiterscheinungen erfolgreich eingesetzt werden können.

Tinnitus – ein Fall für den HNO Arz?

Falls der HNO-Arzt bei einem diagnostizierten Tinnitus Medikamente verschreibt, können diese nicht die Ursache bekämpfen, sondern sich lediglich auf die Auswirkungen und Begleiterscheinungen dieser Erkrankung beziehen.

Dabei stehen insbesondere drei Ziele im Vordergrund:

 

  • Die Durchblutung im Innenohr zu verbessern
  • Die gestörte Signalverarbeitung im Bereich des Hörnervs und des gesamten Innenohrs zu verbessern bzw. zu normalisieren
  • Die Nervenaktivität im Gehirn – speziell im Hörzentrum – zu normalisieren bzw. wiederherzustellen.
Hier gelangen Sie zu sehr interessanten Informationen, wie Sie den Tinnitus tatsächlich zügig heilen können.

Wie kommen die Medikamente bei einem Tinnitus zum Einsatz?

Zunächst ist es sinnvoll, bei den Anzeichen einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden abzuwarten.

In diesem Zeitraum verschwinden viele Ohrgeräusche von selbst oder es tritt zumindest eine spontane Besserung ein. Falls dies der Fall ist, so erübrigt sich die medikamentöse Therapie fast immer.

Bleiben die Geräusche, kommen die entsprechenden Medikamente zum Einsatz.

Psychopharmaka bei Tinnitus

Die oftmals berüchtigten bzw. in Verruf geratenen Psychopharmaka sind Medikamente, welche auf das zentrale Nervensystem wirken.

Dort können Sie eine neuronal bedingte Verstärkung des Tinnitus reduzieren und somit die Ohrgeräusche lindern.

Außerdem helfen Psychopharmaka bei Schlafstörungen, die häufig mit einem Tinnitus einhergehen.

Tinnitus - Schmerz- und Betäubungsmittel / Kortisonpräparate

Lediglich auf die charakteristischen Symptome wirken sich sowohl Schmerz- und Betäubungsmittel als auch Kortisonpräparate aus.

Sie unterdrücken die Wahrnehmung der Geräusche als unangenehme Frequenz und unterbinden den physischen und psychischen Schmerz, der damit verbunden ist.

Zusätzlich wirken Kortisonpräparate entzündungshemmend und beugen Wasseransammlungen im Innenohr vor.

Als dauerhafte Lösung gelten solche Medikamente allerdings nicht.

Plasmaexpander gegen Tinnitus

Als Plasmaexpander bezeichnet man Medikamente, durch die sich die Flüssigkeitsmenge des Blutes erhöht.

Zusätzlich verschreiben manche Ärzte bei einem diagnostizierten Tinitus Medikamente zur Erweiterung der Blutgefäße, zum Beispiel Pentoxifyllin.

Diese Präparate haben die Aufgabe, den Blutfluss im Innenohr zu verbessern, da ein Tinnitus oftmals auf Geräusche durch einen gestörten bzw. gehemmten Blutfluss zurückzuführen ist.

Generell sollten Medikamente bei Tinnitus nur für einen begrenzten Zeitraum verabreicht werden.

Die meisten Mediziner empfehlen die Gabe in den ersten sechs bis acht Wochen nach dem Auftreten der Ohrgeräusche.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde hält diesen Zeitraum der Medikamentengabe für sinnvoll.

Somit empfiehlt sich der Einsatz von Medikamenten lediglich für einen akuten bzw. subakuten Tinnitus.

Bei länger andauernden Ohrgeräuschen sind andere Verfahren wie Hypnose zur Behandlung dagegen besser geeignet.