Erektionsprobleme durch Pornos: Was ist dran?
Ob Pornos Erektionsprobleme verursachen, ist umstritten. Oft stecken Gewohnheit, Erwartungen und Leistungsdruck dahinter, und das lässt sich verändern.
Die kurze Antwort
Ob Pornos Erektionsprobleme verursachen, ist wissenschaftlich umstritten. Große Befragungen junger Männer in Europa (Landripet und Štulhofer 2015) fanden keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Pornokonsum und Erektionsstörungen. Andere Fachleute beschreiben Einzelfälle, in denen Männer nach einer Pause von Pornos wieder normale Erektionen beim Sex hatten (Park u. a. 2016). Klar ist: Wenn die Erektion beim Pornoschauen klappt, beim Sex aber nicht, stecken häufig Gewohnheit, Erwartungen und Leistungsdruck dahinter. Das ist meist gut veränderbar.
Was dahinterstecken kann
- Gewohnheit: Wer meist mit sehr starken visuellen Reizen und der eigenen Hand zum Höhepunkt kommt, ist an eine bestimmte Art der Erregung gewöhnt. Echte Begegnungen fühlen sich anders an.
- Erwartungen: Pornos zeigen Inszenierungen. Der Vergleich mit Darstellern setzt unter Druck. Siehe Versagensangst im Bett.
- Zwanghafter Konsum: Wenn Pornos viel Zeit einnehmen, schwer zu begrenzen sind oder als Stressventil dienen, lohnt ein genauerer Blick. Siehe Wie höre ich auf, ständig Pornos zu schauen? und Sexsucht und Pornosucht.
- Andere Ursachen: Stress, Alkohol, Beziehungsprobleme oder körperliche Gründe können ebenso dahinterstecken.
Was helfen kann
- Eine Pause ausprobieren: Einige Wochen auf Pornos verzichten oder deutlich weniger schauen und beobachten, ob sich die Erektion beim Sex verändert.
- Die Selbstbefriedigung verändern: Langsamer, mit weniger Druck und ohne Bildschirm, damit die Erregung näher an dem ist, was beim Sex passiert.
- Druck herausnehmen: Sex muss nicht immer auf Geschlechtsverkehr hinauslaufen. Offenheit mit der Partnerin oder dem Partner entlastet.
- Entspannung üben: Regelmäßige Entspannung, etwa mit Audio-Hypnose, kann helfen, Leistungsdruck zu senken. Was Studien zu Hypnose sagen, steht unter Hilft Hypnose bei Erektionsstörungen?
Wann Sie ärztlich abklären lassen sollten
Wenn die Erektion auch beim Pornoschauen, bei der Selbstbefriedigung oder morgens nachlässt, sollte das ärztlich abgeklärt werden, da auch Gefäßerkrankungen, Diabetes oder Hormone dahinterstecken können. Wenn morgens Erektionen da sind und es vor allem beim Sex hakt, lesen Sie auch Morgenlatte, aber Erektionsprobleme beim Sex.
Das Audio-Hypnose-Programm Erektionsstörungen richtet sich an Männer, die mit regelmäßiger Entspannung Leistungsdruck und Anspannung begegnen möchten. Es ersetzt keine ärztliche Abklärung. Online im Browser, diskret zu Hause.
Häufige Fragen
Können Pornos Erektionsprobleme verursachen?
Das ist umstritten. Große Befragungen fanden keinen eindeutigen Zusammenhang, Fachleute beschreiben aber Einzelfälle, in denen eine Pause half. Häufig spielen Gewohnheit, Erwartungen und Leistungsdruck eine Rolle.
Wie lange sollte eine Pornopause dauern?
Eine feste Dauer ist nicht belegt. Viele probieren einige Wochen und beobachten, ob sich die Erektion beim Sex verändert. Wichtig ist, gleichzeitig den Leistungsdruck herauszunehmen.
Wann sollte ich mit Erektionsproblemen zum Arzt?
Wenn die Erektion auch bei der Selbstbefriedigung oder morgens nachlässt, wenn die Probleme länger anhalten oder wenn Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes bestehen.
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Weitere Ratgeber
Quellen (Auswahl)
- Landripet & Štulhofer (2015): Is pornography use associated with sexual difficulties and dysfunctions among younger heterosexual men?, Journal of Sexual Medicine 12(5), 1136-1139
- Park u. a. (2016): Is Internet pornography causing sexual dysfunctions? A review with clinical reports, Behavioral Sciences 6(3), 17
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wenden Sie sich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).