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Eifersucht auf die Arbeitskollegin des Partners: Was hilft und was schadet

Eifersucht auf die Arbeitskollegin des Partners entsteht oft aus der vielen gemeinsamen Zeit, die man selbst nicht miterlebt. Entscheidend sind konkrete Veränderungen im Verhalten, nicht die Kollegin an sich, und ein ruhiges Gespräch hilft mehr als Kontrolle.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
2 Artenreaktive und misstrauische Eifersucht unterscheidet die Forschung
961 Paareängstliche Eifersucht ging mit schlechterer Beziehungsqualität einher
Grübelnverbindet eifersüchtige Gedanken mit geringerer Zufriedenheit
Integrative Kommunikationnennt die Forschung das ruhige, offene Ansprechen der Eifersucht

Die kurze Antwort

Eifersucht auf die Arbeitskollegin des Partners entsteht oft, weil die beiden viel Zeit miteinander verbringen, die man selbst nicht miterlebt. Ob die Sorge berechtigt ist, zeigt sich weniger an der Kollegin als an konkreten Veränderungen im Verhalten des Partners. Hilfreich sind ein ruhiges Gespräch über das eigene Gefühl statt Vorwürfen und der Verzicht auf heimliches Kontrollieren.

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Zwei Arten von Eifersucht

Rydell und Bringle (2007) unterscheiden reaktive Eifersucht, ein Gefühl als Antwort auf ein konkretes Ereignis, von misstrauischer Eifersucht mit Nachprüfen und Grübeln, auch ohne Anlass. Misstrauische Eifersucht hing mit mehr Unsicherheit, ängstlicher Bindung und geringerem Selbstwert zusammen. Barelds und Dijkstra (2007) befragten 961 Paare: Reaktive Eifersucht ging mit besserer, ängstliche Eifersucht mit schlechterer Beziehungsqualität einher. Die erste Frage lautet also: Gab es einen konkreten Anlass, oder entsteht die Eifersucht vor allem im eigenen Kopf?

Silhouette einer Person in Meditation

Anlass oder Fantasie?

Dass der Partner die Kollegin oft erwähnt, mit ihr zu Mittag isst oder sie mag, ist für sich kein Warnzeichen. Gemeinsame Arbeit schafft Nähe, die meist beruflich bleibt. Aufmerksam werden darf man, wenn sich etwas verändert: wenn Nachrichten versteckt werden, Absprachen nicht stimmen oder der Partner ausweicht, sobald die Kollegin erwähnt wird. Elphinston und Kollegen (2013) fanden, dass eifersüchtige Gedanken und Kontrollieren vor allem über das Grübeln mit geringerer Beziehungszufriedenheit zusammenhingen.

Schritt für Schritt

  1. Das Gefühl benennen, nicht anklagen: „Mir geht es nicht gut, wenn du abends noch lange mit ihr schreibst“ statt „Was läuft da zwischen euch?“ Guerrero und Kollegen (1995) nennen solch ruhiges, offenes Ansprechen integrative Kommunikation, im Unterschied zu Vorwürfen, Rückzug oder Überwachung.
  2. Nicht heimlich kontrollieren: Handy, Mails und Dienstpläne nicht durchsuchen. Wer das schon tut, findet unter Warum kontrolliere ich meinen Partner? Hintergründe.
  3. Konkret sagen, was hilft: Etwa die Kollegin einmal kennenzulernen oder vor Dienstreisen kurz über den Ablauf zu sprechen.
  4. Grübeln begrenzen: Gedankenschleifen bemerken und mit einer Tätigkeit unterbrechen, statt sie weiterzuspinnen.
  5. Die eigene Geschichte prüfen: Frühere Untreue oder Verlassenwerden kann eine neutrale Situation bedrohlich wirken lassen.

Abgrenzung

Geht es eher um Abende, an denen der Partner ohne einen ausgeht, passt Eifersüchtig, wenn der Partner feiern geht. Bestimmt die Eifersucht den Alltag, auch ohne Anlass, kann eine Paar- oder psychotherapeutische Beratung helfen. Hat der Partner mit der Kollegin tatsächlich eine Affäre begonnen, geht es nicht mehr um unbegründete Sorge, sondern um einen Vertrauensbruch. Dazu passt Eifersucht nach dem Fremdgehen. Für Kollegen der Partnerin gilt alles ebenso.

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Mehr Vertrauen statt Grübeln

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Häufige Fragen

Mein Partner erwähnt seine Kollegin ständig: Muss ich mir Sorgen machen?

Nicht unbedingt. Wer eng mit jemandem zusammenarbeitet, erzählt oft von dieser Person, gerade weil es nichts zu verbergen gibt. Aufmerksamer werden darf man eher, wenn die Kollegin plötzlich gar nicht mehr erwähnt wird oder Fragen ausweichend beantwortet werden.

Darf ich verlangen, dass mein Partner weniger Kontakt zur Kollegin hat?

Den beruflichen Kontakt kann der Partner meist nicht beeinflussen, ihn einzuschränken zu verlangen setzt ihn unter unlösbaren Druck. Über private Treffen oder lange Chats nach Feierabend lässt sich dagegen gemeinsam sprechen. Hilfreich ist, das eigene Bedürfnis zu nennen, statt eine Regel aufzustellen.

Mein Partner fährt mit seiner Kollegin auf Dienstreise: Wie gehe ich damit um?

Vorher kurz über den Ablauf zu sprechen, etwa wann man telefoniert, gibt vielen mehr Ruhe als stilles Grübeln. Während der Reise hilft es, sich bewusst eigene Pläne zu machen, statt auf Nachrichten zu warten. Ständiges Nachfragen während der Reise belastet dagegen meist beide.

Hilft es, die Arbeitskollegin meines Partners kennenzulernen?

Oft ja, denn ein realer Mensch ist weniger bedrohlich als das Bild, das die Fantasie zeichnet. Ein Firmenfest oder ein zufälliges Treffen ist dafür ein natürlicher Rahmen. Als Kontrollbesuch geplant, kann es die Situation allerdings auch verschärfen.

Unibee-Redaktion

Von der Unibee-Redaktion auf Basis veröffentlichter Fachliteratur ausgearbeitet (siehe Quellen), mit KI als Werkzeug unterstützt, von Menschen geprüft, verbessert und überarbeitet nach den fachlichen Maßstäben von Ingo Michael Simon. Redaktionelle Verantwortung: Unibee Institut. Die Audio-Hypnose-Programme sind ohne KI entstanden: erarbeitet von Ingo Michael Simon, Diplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung, und professionell eingesprochen.

Quellen (Auswahl)

  • Rydell & Bringle (2007): Differentiating reactive and suspicious jealousy, Social Behavior and Personality 35(8) Quelle lesen →
  • Barelds & Dijkstra (2007): Relations between different types of jealousy and self and partner perceptions of relationship quality, Clinical Psychology & Psychotherapy 14(3) Quelle lesen →
  • Elphinston et al. (2013): Romantic jealousy and relationship satisfaction: the costs of rumination, Western Journal of Communication 77(3) Quelle lesen →
  • Guerrero et al. (1995): Coping with the green-eyed monster: conceptualizing and measuring communicative responses to romantic jealousy, Western Journal of Communication 59(4) Quelle lesen →

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).