Burnout in der Schweiz: wie verbreitet ist es?
Fast jede dritte erwerbstätige Person in der Schweiz fühlt sich emotional erschöpft. Was hinter der Zahl steckt, welche Warnzeichen zählen und wer in der Schweiz weiterhilft.
Fast jede dritte erwerbstätige Person ist erschöpft
Burnout ist in der Schweiz kein Randthema. Der Job-Stress-Index von Gesundheitsförderung Schweiz misst seit 2014 alle zwei Jahre, wie es den Erwerbstätigen geht. In der Erhebung von 2022 gaben 30,3 Prozent an, sich emotional erschöpft zu fühlen. Damit lag der Wert erstmals über der Marke von 30 Prozent.
Emotionale Erschöpfung ist das Kernmerkmal von Burnout. Wer sich über längere Zeit ausgelaugt fühlt, hat ein höheres Risiko, dass daraus eine ernsthafte Erkrankung wird.
Was der Job-Stress-Index misst
Die Studie wird von Gesundheitsförderung Schweiz zusammen mit der Universität Bern und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften durchgeführt. Sie setzt die Belastungen bei der Arbeit ins Verhältnis zu den Ressourcen, also zu dem, was Menschen stärkt: Handlungsspielraum, Unterstützung durch Vorgesetzte und Team, Wertschätzung. Wer mehr Belastungen als Ressourcen hat, ist deutlich häufiger erschöpft.
Burnout ist keine eigene Diagnose
In der internationalen Klassifikation ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation gilt Burnout als berufsbezogenes Phänomen, nicht als Krankheit. In der Praxis steht dahinter oft eine Depression, eine Angststörung oder eine Anpassungsstörung. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung wichtig: Sie entscheidet, welche Behandlung und welche Arbeitsunfähigkeit sinnvoll sind.
Warnzeichen ernst nehmen
- anhaltende Müdigkeit, die sich auch am Wochenende nicht bessert
- Schlafstörungen, Grübeln, Gereiztheit
- innere Distanz zur Arbeit, Zynismus
- Konzentrationsprobleme und das Gefühl, weniger zu schaffen
- körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen ohne klare Ursache
Anlaufstellen in der Schweiz
Der erste Schritt ist die Hausärztin oder der Hausarzt. Viele Arbeitgeber bieten zudem eine externe Sozial- oder Mitarbeiterberatung an, die vertraulich ist. Die Plattform friendlyworkspace.ch von Gesundheitsförderung Schweiz informiert über gesunde Arbeitsbedingungen. Bei Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, hilft die Dargebotene Hand rund um die Uhr unter 143, im Notfall die Nummer 144.
Längere Arbeitsunfähigkeit: an die IV denken
Dauert eine Arbeitsunfähigkeit länger, kann eine Meldung zur Früherfassung bei der IV-Stelle sinnvoll sein. Die Invalidenversicherung unterstützt dann mit Massnahmen, die den Arbeitsplatz erhalten und die Rückkehr erleichtern sollen. Die Meldung können Betroffene selbst, aber auch Arbeitgeber, Ärztinnen und Ärzte oder Versicherer machen.
Was die Erholung unterstützt
Entscheidend sind frühe Hilfe, Entlastung bei der Arbeit und eine schrittweise Rückkehr. Entspannungsverfahren wie Hypnose können helfen, das Abschalten wieder zu lernen, begleitend zur ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung.
Das Audio-Hypnose-Programm bei Burnout unterstützt dabei, Anspannung abzubauen und zur Ruhe zu finden, begleitend zur ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.
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Wie viele Menschen in der Schweiz haben Burnout?
Eine genaue Zahl gibt es nicht, weil Burnout keine eigene Diagnose ist. Laut Job-Stress-Index 2022 fühlten sich 30,3 Prozent der Erwerbstätigen emotional erschöpft, was als wichtiges Warnsignal gilt.
Wer schreibt mich in der Schweiz bei Burnout krank?
Die Hausärztin oder der Hausarzt stellt die Arbeitsunfähigkeit fest und koordiniert die weitere Behandlung, etwa bei einer Psychiaterin oder einer psychologischen Psychotherapie auf ärztliche Anordnung.
Was misst der Job-Stress-Index?
Er setzt die Belastungen bei der Arbeit ins Verhältnis zu den Ressourcen der Erwerbstätigen. Er wird seit 2014 alle zwei Jahre von Gesundheitsförderung Schweiz mit der Universität Bern und der ZHAW erhoben.
Ist Burnout in der Schweiz eine anerkannte Krankheit?
Burnout gilt nach ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen. Eine Arbeitsunfähigkeit wird meist wegen einer zugrunde liegenden Diagnose wie Depression oder Anpassungsstörung bescheinigt.
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Quellen (Auswahl)
- Gesundheitsförderung Schweiz (2022): Faktenblatt 76: Job-Stress-Index 2020 bis 2022
- WHO (2019): ICD-11, QD85 Burn-out
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).