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Misstrauen · Ursachen

Warum bin ich so misstrauisch?

Misstrauen schützt, zumindest war das einmal so. Wer versteht, woher es kommt, kann prüfen, ob es heute noch passt. Und erkennen, wann es mehr ist als Vorsicht.

Stand: Redaktioneller Beitrag · quellenbasiert Redaktionell geprüft
etwa 1 von 3hat regelmäßig misstrauische Gedanken
Bindungprägt das Vertrauen
Vertrauensbrüchemachen wachsam
Abklärungbei Verfolgungsgedanken

Die kurze Antwort

Misstrauen ist zunächst ein Schutz. Wer früh erlebt hat, dass Nähe unsicher ist, oder wer später belogen, betrogen oder verletzt wurde, lernt, lieber zweimal hinzusehen. Dazu kommen Stress, Angst und ein angeschlagener Selbstwert, die neutrale Situationen bedrohlicher wirken lassen. Misstrauen ist damit meist eine erlernte Reaktion, und die lässt sich wieder verändern.

Misstrauen ist verbreiteter als gedacht

In einer Online-Befragung von Daniel Freeman und Kollegen mit 1.202 Teilnehmenden aus der Allgemeinbevölkerung hatte etwa ein Drittel regelmäßig misstrauische Gedanken gegenüber anderen. Eine große britische Bevölkerungsstudie fand eine Stufenfolge: Kränkbarkeit und Misstrauen sind häufig, echte Verfolgungsideen selten. Letztere bauen auf den häufigeren Gefühlen auf. Die Grenze zwischen gesunder Vorsicht und belastendem Misstrauen ist also fließend.

Woher Misstrauen kommt

Frühe Bindungserfahrungen

Nach der Bindungstheorie entwickeln Kinder aus ihren Erfahrungen mit Bezugspersonen ein inneres Bild davon, ob andere verlässlich sind. Der Psychologe Mario Mikulincer zeigte in mehreren Studien: Sicher gebundene Erwachsene vertrauen ihren Partnern mehr und gehen mit Vertrauensbrüchen konstruktiver um als unsicher gebundene.

Vertrauensbrüche

Untreue in einer Beziehung, Mobbing, Verrat im Freundeskreis: Solche Erfahrungen lehren, auf Warnzeichen zu achten. Das ist sinnvoll, wird aber zum Problem, wenn diese Wachsamkeit auf alle Menschen übertragen wird.

Anspannung und Selbstbild

In der Studie von Freeman ging stärkeres Misstrauen mit emotionalem und vermeidendem Umgang mit Belastungen einher, außerdem mit unterwürfigem Verhalten und dem Gefühl, einen niedrigen sozialen Rang zu haben. Wer sich anderen unterlegen fühlt, erlebt sie offenbar leichter als bedrohlich.

Wann Misstrauen abgeklärt werden sollte

Alltägliches Misstrauen ist keine Krankheit. Ärztlich oder psychiatrisch abklären lassen sollte man es aber, wenn die Überzeugung wächst, verfolgt, abgehört oder gezielt geschädigt zu werden, und Gegenargumente nicht mehr ankommen. Das gilt auch, wenn Stimmen oder ungewöhnliche Wahrnehmungen hinzukommen oder wenn starkes Misstrauen nach Drogenkonsum auftritt. Solche Anzeichen sollten zeitnah untersucht werden.

Was helfen kann

Misstrauische Gedanken lassen sich wie Vermutungen behandeln: Welche Belege gibt es dafür, welche dagegen, welche anderen Erklärungen? Kleine Vertrauensschritte bei Menschen, die sich als verlässlich erwiesen haben, können alte Erwartungen nach und nach korrigieren. Es kann auch helfen, eine vertraute Person zu fragen, wie sie eine Situation sieht, bevor man handelt.

Belastet tiefes Misstrauen Beziehungen und Alltag, kann eine Psychotherapie helfen, die Wurzeln zu bearbeiten. Entspannungsverfahren wie Hypnose können begleitend die innere Anspannung senken, die Misstrauen verstärken kann. In einer akuten seelischen Krise ist die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 erreichbar, in der Schweiz die Dargebotene Hand unter 143.

Die innere Anspannung senken

Das Audio-Hypnose-Programm bei Misstrauen setzt an der inneren Anspannung an, die Misstrauen verstärken kann. Es wirkt begleitend und ersetzt weder Psychotherapie noch ärztliche Abklärung. Konzipiert von Ingo Michael Simon.

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Häufige Fragen

Unibee-Redaktion

Redaktioneller Beitrag auf Basis veröffentlichter Fachliteratur (siehe Quellen). Die genannten Audio-Hypnose-Programme sind methodisch konzipiert von Ingo Michael SimonDiplom-Pädagoge (univ.), Heilpraktiker für Psychotherapie, Hypnosetherapeut, über 30 Jahre Praxiserfahrung.

Quellen (Auswahl)

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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltendem Leidensdruck oder in einer Krise wende dich an eine Fachperson oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).

Ingo Simon
Ingo Simon
Diplom-Pädagoge univ. · Heilpraktiker für Psychotherapie · 30 Jahre Erfahrung
Ingo Simon ist Gründer des Unibee Instituts und Autor von 349 Fachbüchern. Er ist mit eigener Praxis im Saarland tätig, seine Audio-Hypnose-Programme sind im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich. Alle Audio-Hypnosen werden von ihm persönlich entwickelt und von einem professionellen deutschen Sprecher eingesprochen.
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